// Zuletzt aktualisiert Mai 14, 2026
Nach der Landung sofort online sein, sich ein Taxi rufen, der Unterkunft schreiben – mit dem oft langsamen oder eingeschränkten WLAN am Flughafen kann das schnell nervenaufreibend werden. Deshalb gehört das Besorgen einer SIM Karte im Ausland für viele Reisende zu den ersten Schritten nach der Ankunft, auch für uns. Die Frage ist nur: Wie kommst du am besten online?
Die Möglichkeiten sind vielfältig: Du kannst dir am Reiseziel eine lokale SIM Karte holen, eine eSIM schon vor der Abreise buchen, das Roaming deiner deutschen Karte nutzen oder ein Pocket WiFi verwenden, mit dem du mehrere Geräte gleichzeitig verbindest. Jede Variante hat ihre eigenen Vor- und Nachteile, von Preis und Flexibilität bis hin zum Aufwand bei der Einrichtung. Nach über drei Jahren Vollzeitreisen und mehr als 13 bereisten Ländern haben wir so ziemlich jede Option getestet – hier teilen wir, was wirklich funktioniert hat und wann welche Lösung Sinn macht.
SIM Karten im Ausland: Welche Optionen habe ich?
Es gibt nicht die eine perfekte Lösung, um unterwegs Online zu bleiben. Das haben wir selbst gemerkt, als wir in Japan zur eSIM gegriffen haben und in Mexiko am Ende doch lieber zur lokalen SIM gewechselt sind. Vielmehr hängt es von deinem Reiseziel, deiner Reisedauer und deinem Datenverbrauch ab.
| Option | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Lokale SIM Karte | ✔️ meist günstigste Lösung ✔️ Beste Wahl, wenn du viel Datenvolumen brauchst | ❌ Registrierung & Wartezeit ❌ nicht immer direkt am Flughafen verfügbar |
| eSIM (Airalo*, Holafly*, Saily*, Mobimatter*) | ✔️ Bequem und sofort nutzbar ✔️ Ideal für Rundreisen oder bei mehreren SIM Karten | ❌ Oft teurer als lokale SIM Karten |
| Roaming mit Deutscher SIM Karte | ✔️ In der EU ohne Zusatzkosten ✔️ Praktisch für Kurztrips oder als Backup-Lösung | ❌ Außerhalb der EU extrem teuer |
| Pocket WiFi | ✔️ Router für mehrere Geräte ✔️ oft mit großem oder unbegrenztem Datenvolumen ✔️ Sinnvoll für Gruppenreisen und digitale Nomaden | ❌ Teurer, Akkuabhängig, zusätzliches Gerät |
Lokale SIM Karte auf Reisen
Lokale SIM Karten sind meistens die günstigste Option, wenn es um mobiles Internet im Ausland geht. Vor allem bei längerem Aufenthalt oder hohem Datenverbrauch sparst du im Vergleich zu einer eSIM meist deutlich. Der Nachteil: Der Kauf ist oft mit etwas mehr Aufwand verbunden – je nach Land brauchst du eine Registrierung mit Pass, musst dich durch Sprachbarrieren schlagen und herausfinden, welcher Anbieter das beste Netz hat.
Bekommst du die SIM am Flughafen, bist du zwar sofort online, aber die Preise sind dort fast immer höher und es werden dir gerne die größten Pakete verkauft. In vielen Ländern werden dir automatisch sogenannte Tourist SIM angeboten: Prepaid-Tarife, die speziell auf Urlauber zugeschnitten sind meist mit festem Datenvolumen (z.B. 10 oder 20 GB) und einer klaren Laufzeit (z.B. 14 oder 30 Tage). Mehr Auswahl und deutlich günstigere Tarife findest du in den Shops innerhalb der Städte. Aber dahin musst du auch erst einmal kommen – wie du siehst, hat alles seine Vor- und Nachteile.
Gut zu Wissen: Nicht unbedingt ein Nachteil aber etwas, was uns immer wieder aufgefallen ist. Gerade in Ländern in denen SIM Karten günstig sind, wirst du mit Werbe-SMS vollgemüllt oder erhältst sogar Anrufe. Dabei handelt es sich in der Regel nicht um Spam, sondern um Angebote der Anbieter - nervig werden kann es trotzdem.
Checkliste: Worauf du beim SIM Karten Kauf achten solltest
Manche Anbieter verkaufen lokale SIM Karten schon vorab online, die du dir nach Hause schicken lassen kannst. Das ist allerdings nicht für alle Länder möglich und oft teurer als vor Ort. Außerdem muss diese rechtzeitig bestellt werden!


eSIM vorab buchen
eSIMs sind die schnellste und unkomplizierteste Möglichkeit, um direkt nach der Landung online zu sein. Du kaufst den Tarif schon vor der Reise bei einem Anbieter wie Airalo*, Holafly*, Saily* oder Mobimatter* und aktivierst ihn über ihre App oder einen QR-Code. Kein Schlange stehen im Shop, keine Registrierung – einfach installieren und loslegen. In Japan zum Beispiel war die eSIM für uns klar die bessere Wahl: Lokale SIM Karten sind dort vor Ort deutlich teurer. Der Nachteil: Bei viel Datenvolumen sind eSIMs in den meisten Ländern teurer als lokale SIM Karten.
Checkliste: Worauf du beim eSIM Kauf achten solltest
Roaming mit deiner deutschen SIM Karte
Die scheinbar einfachste Lösung: Du nutzt einfach deine bestehende deutsche SIM Karte im Ausland weiter. Innerhalb der EU ist das praktisch, denn dank „Roam like home“ fallen keine zusätzlichen Kosten an – du surfst zu denselben Konditionen wie daheim. Außerhalb der EU sieht es allerdings anders aus: Hier verlangen viele Anbieter enorm hohe Gebühren für wenig Datenvolumen. In New York City habe ich für nur eine Woche mit minimalem Datenverbrauch fast 20 € bezahlt. Roaming ist deshalb nur als Notlösung sinnvoll, aber eine wichtige Option. Du willst nicht wie wir abends am Busbahnhof in Kapstadt ohne Internet dastehen – if you know, you know. Genau in diesem Moment haben wir Datenroaming eingeschaltet und einfach bezahlt. Es war nicht günstig, aber die Notfallllösung, die wir hatten.
Checkliste: Worauf du beim Roaming achten solltest
Unser Tipp: Lass deine deutsche SIM als Backup aktiv (Stichwort Dual-SIM), aber schalte Datenroaming ab. So kannst du weiterhin SMS empfangen (z. B. für TANs), ohne horrende Kosten zu riskieren.
Pocket WiFi: Für mehrere Geräte
Eine weitere Möglichkeit für mobiles Internet unterwegs ist ein sogenanntes Pocket WiFi. Dabei handelt es sich um einen kleinen mobilen Router, der ein eigenes WLAN-Netz aufspannt. Du kannst dich mit deinem Smartphone, Laptop oder mehreren Geräten gleichzeitig verbinden – so, als würdest du zuhause im WLAN sitzen.
Der größte Vorteil: Du kannst mehrere Geräte parallel nutzen und musst in deinem Handy keine neue SIM oder eSIM einrichten, sondern verbindest dich einfach per WLAN. Gerade für Gruppen, Familien, Camper oder wenn du viel mit Laptop arbeitest, ist das praktisch. Wichtig zu wissen: Das Pocket WiFi selbst braucht natürlich auch eine SIM oder eSIM. Bei gemieteten Geräten ist das meist bereits eingerichtet, du musst dich darum also nicht kümmern. Kaufst du dir allerdings ein eigenes Gerät (z.B. bei Amazon*), musst du zusätzlich eine lokale SIM Karte besorgen und einsetzen. Wo bekommst du Pocket WiFi?
- Direkt am Flughafen: viele internationale Airports haben Schalter, an denen du Geräte mieten kannst (inkl. SIM).
- Über Online-Buchungen vor der Reise: Die Anbieter liefern dir das Gerät oft ins Hotel oder an den Flughafen.
- Als Kaufgerät: lohnt sich nur, wenn du es regelmäßig nutzt. Bei Amazon* bekommst du Router, die du mit einer lokalen SIM betreiben kannst.
Pocket WiFi ist praktisch für Gruppen oder Langzeitreisende, gehört aber nicht zu den einfachsten Lösungen. Für Alleinreisende sind SIM oder eSIM meist die unkompliziertere und günstigere Wahl.
Checkliste: Worauf du beim Pocket WiFi achten solltest
Unsere SIM-Erfahrungen auf Reisen: Länder, Preise & Anbieter
In den letzten Jahren Vollzeitreisen haben wir so ziemlich jede Option durch: lokale SIM, eSIM, Roaming, manchmal auch eine Kombination aus allem. Was uns dabei klar geworden ist: Die beste Lösung hängt immer vom Land ab und was wir gerade in der Situation brauchen.
Unser persönliches Setup hat sich über die Jahre wie folgt eingespielt: Lokale SIM Karten sind unsere Standardlösung, besonders dort, wo lokale Tarife deutlich günstiger sind als eSIMs. Was in Vietnam für 3 € funktioniert, kostet in Kanada das Zehnfache. Oft kaufen wir die Karten direkt am Flughafen, wenn wir sofort online sein müssen. Ist der Preis dort jedoch deutlich höher (was wir vorher recherchiert haben), warten wir bis zur Stadt und holen uns die SIM im offiziellen Shop. Für die erste Orientierung reicht in der Regel auch das WLAN in der Unterkunft.
Inzwischen greifen wir aber immer öfter zur eSIM. Besonders nach langen Flügen, wenn wir keine Lust haben in Shops anzustehen, wenn die Tarife sogar günstiger sind als vor Ort (wie in Japan) oder wenn wir nur kurz in einem Land sind und sich der Aufwand mit einer lokalen SIM schlicht nicht lohnt. Der größte Vorteil: Wir sind direkt nach der Landung online und können ohne Umwege zur Unterkunft oder ins nächste Taxi springen. Bequemer geht es kaum. Unsere deutsche SIM behalten wir als Backup, vor allem um SMS zu empfangen (u.a. TANs fürs Online-Banking). Aktiv nutzen wir sie kaum noch, den Tarif haben wir auf Prepaid umgestellt.
Hinweis: Das sind die Pakete und Preise, die wir zum Zeitpunkt unserer Reisen gezahlt haben – Preise und Tarife können sich ändern. Zu jedem Land werden wir (noch) einen separaten Artikel schreiben, damit du die bestmögliche Entscheidung für deine Reise treffen kannst.
| Land | SIM Karten oPtion | Anbieter | Kosten für 30 Tage | Hinweise |
|---|---|---|---|---|
| 🇻🇳 Vietnam | Lokale SIM | Viettel | 1,5GB pro Tag / 3,30 € | auf Tarifoptionen achten, gerne werden auch nur die großen Pakete angeboten Alle Infos zu Anbietern, Preisen & wo kaufen in Vietnam → |
| 🇨🇴 Kolumbien | Lokale SIM | Tigo Claro | 4 GB / 9 € 12 GB / 12 € | Sprachbarrieren beim Kauf, alternativ eSIM von Airalo Chimba 7 Tage / 1 GB / 4 €* |
| 🇲🇽 Mexiko | Lokale SIM | AT&T | 4 GB / 9 € | Alternativ eSIM von Airalo 30 Tage / 5 GB / 11 €* – lief stabil im lokalen Netz |
| 🇿🇦 Südafrika | Lokale SIM | Vodacom | 5 GB / 5 € | Nicht am Flughafen kaufen, deutlich teurer. Problemlos aufladen per SnapScan App. |
| 🇳🇦 Namibia | Lokale SIM | MTC | 25 GB / 14 € | Netzabdeckung generell schlecht. eSIMs gibt es, sind aber keine echte Alternative. |
| 🇦🇱 Albanien | Lokale SIM | One.al | 35 GB / 22 € | stabiles Netz, nie Probleme gehabt. |
| 🇲🇾 Malaysia | Lokale SIM | Hotlink | 5 GB / 10 € | Unlimited 5G klingt verlockend – das Netz hat uns nicht überzeugt. |
| 🇯🇵 Japan | eSIM | Airalo* | 10 GB / 15 €* | Einer der wenigen Fälle, wo die eSIM klar gewinnt – lokale SIMs vor Ort deutlich teurer. |
| 🇨🇦 Kanada | eSIM | Mobimatter* | 5 GB / 10,50 €* | Generell teuer – egal ob SIM Karte oder eSIM. Keine Empfehlung World eSIM |
| 🇮🇹 Italien | eSIM / Roaming | Mobimatter* | 12 GB / 11,50 €* | EU-Roaming reicht. Nicht unsere beste eSIM Wahl, würden eine andere nehmen. |
| 🇧🇬 Bulgarien | eSIM / Roaming | Mobimatter* | 30 GB / 9 €* | Gleiche Logik wie Italien. |
| 🇹🇭 Thailand | Lokale SIM | 7-Eleven | 30 GB / 5 € | Alle Infos zu Anbietern, Preisen & wo kaufen in Thailand → |
| 🇮🇩 Bali | eSIM | Saily* | 20 GB / 30 €* | Unsere Erfahrung mit Saily auf Bali → Unser Vergleich mit Airalo, Saily & Co. für Bali → |
Welche Lösung ist für dich die beste?
Eine pauschale Empfehlung gibt es von uns nicht. Dafür sind die Unterschiede zwischen den Ländern zu groß, wie die Tabelle oben zeigt. Aber aus unseren Erfahrungen hat sich Folgendes bewährt:
- Lokale SIM Karte: Perfekt für längere Aufenthalte in Ländern mit günstigen Mobilfunktarifen (u.a. Südostasien, Lateinamerika, Afrika).
- eSIM: Die bequemste Lösung für kurze Aufenthalte, Business-Trips oder wenn du einfach sofort online sein willst. Kein Kartenwechsel, alles digital.
- Roaming: Ideal für Kurztrips in der EU. Du nutzt deine deutsche SIM weiter, ohne Zusatzkosten oder Aufwand.
- Pocket WiFi: Lohnt sich für Gruppenreisen, Teamarbeit oder wenn du mehrere Geräte gleichzeitig zuverlässig online haben musst.
Pocket WiFi haben wir bisher nie gebraucht. Wir achten bei der Unterkunftsauswahl stark auf schnelles, stabiles WLAN und unterwegs sind wir eher moderat online - schließlich reisen wir nicht, um permanent am Handy zu hängen.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zu SIM Karten auf Reisen
Welche SIM Karte kann ich weltweit nutzen?
Es gibt sogenannte Global SIM Karten oder eSIM, die in vielen Ländern funktionieren. Sie sind praktisch für Weltreisen, aber meistens teurer und nicht immer mit der besten Netzqualität. Günstiger ist es fast immer, pro Land eine lokale SIM oder eSIM zu nutzen.
Wie viel Datenvolumen brauche ich für Reisen?
Das hängt stark von deiner Nutzung ab. Für Navigation, WhatsApp und ein bisschen Social Media reichen in der Regel 3 bis 5 GB pro Woche. Wenn du viel streamst, Videos hochlädst oder arbeitest, solltest du deutlich mehr einplanen (10-20 GB oder mehr pro Woche). Du kennst dein Nutzungsverhalten letztlich am Besten.
Was ist eine Touristen SIM Karte?
Touristen SIM Karten sind speziell auf Reisende zugeschnittene Tarife, die du oft direkt am Flughafen bekommst. Sie sind meist Prepaid, haben ein festes Datenvolumen und eine bestimmte Laufzeit.
Was muss ich machen, damit mein Handy im Ausland funktioniert?
Stelle sicher, dass dein Handy keinen SIM Lock hat und für alle Netze freigeschaltet ist. Schalte Roaming nur ein, wenn du es wirklich nutzen willst. Wenn du eine lokale SIM oder eSIM kaufst, musst du sie wie gewohnt installieren bzw. ins Handy einsetzen und aktivieren. Am Ende dein Mobilfunknetz noch auf die lokale SIM umstellen und fertig.
Was ist der Nachteil bei eSIM?
eSIMs sind praktisch, aber nicht immer die günstigste Wahl. Bei hohem Datenverbrauch oder längerem Aufenthalt sind lokale SIM Karten fast immer günstiger. In Mexiko zum Beispiel haben wir mit der lokalen AT&T-SIM deutlich mehr für weniger Geld bekommen als mit der eSIM. Außerdem ist nicht jedes Handy eSIM-fähig, und nicht jede eSIM lässt sich nachträglich aufladen.
Was ist besser – eSIM oder normale SIM?
Das kommt auf Land, Reisedauer und Nutzung an. Eine pauschale Antwort gibt es nicht – wir haben beides ausführlich verglichen: eSIM vs. SIM Karte auf Reisen →
