// Zuletzt aktualisiert Juni 28, 2026
Lissabon: die Stadt der sieben Hügel, die ikonische gelbe Tram, Pastéis de Nata. Doch anstatt sofortiger Verliebtheit und ein „Wann können wir herziehen?“, gab es erst einmal gemischte Gefühle. Neben den wunderschönen alten Fassaden und ihren kunstvollen Azulejos (bunt bemalte Fliesen) stießen wir auf leerstehende Gebäude, heruntergekommene Gassen und Müll. An manchen Ecken wurde uns bewusst: Lissabon ist eben nicht nur unbeschwerter EuroSummer mit einem Aperol oder einer kalten Super Bock in der Hand.
Eigentlich bleiben wir als Slow Traveler lieber länger an einem Ort und lassen uns treiben, statt uns durch die Stadt zu hetzen und alle Sehenswürdigkeiten abzuhaken. Ausgerechnet für unseren Lissabon Urlaub haben wir dieses Prinzip ausnahmsweise über Bord geworfen, denn der eigentliche Anlass war eine Hochzeit. Wenn wir aber schon mal in Portugal sind, können wir auch ein paar Tage dranhängen – vor allem weil Marcel noch nie hier war. Für mich war es hingegen ein Wiedersehen: Vor exakt zehn Jahren, im Juni 2016, stand ich schon einmal in diesen Gassen, saß im gleichen Restaurant und hatte ebenfalls bestes Wetter. Gleiche Stadt, andere Lebensphase und trotzdem dieser sehr ähnliche Vibe.
Und genau darum soll es hier gehen: kein weiterer „Diese Sehenswürdigkeiten musst du gesehen haben“-Guide, sondern unser gelassener Städtetrip durch Lissabon, so wie wir ihn im Juni 2026 erlebt haben.

- Unser Eindruck von Lissabon: hügelig, Vibes und (nicht) picture-perfect
- Sehenswürdigkeiten in Lissabon: was wir machen vs. was wir skippen
- Lissabon ist für Food Lovers: Pastéis de Nata, Restaurants & Cafés
- Wo übernachten in Lissabon? Unsere Erfahrung in Intendente
- Anreise und Fortbewegung in Lissabon
- Beste Reisezeit: Wie viele Tage und wann?
- Was kostet ein Wochenende in Lissabon? Unser Budget für vier Tage
- Wie sicher ist Lissabon?
- Lissabon Hacks: Do’s, Dont’s & kleine Survival-Tipps
- Unser Fazit zu Lissabon: Städtereise ja, Liebe auf den ersten Blick nein
- FAQ: Häufige Fragen zu Lissabon
Unser Eindruck von Lissabon: hügelig, Vibes und (nicht) picture-perfect
Lissabon ist alt, geschichtsträchtig, sonnig, liegt am Tejo, ist an jeder zweiten Ecke fotogen und vor allem wirklich hügelig. Wussten wir vorher schon, vor Ort ist es trotzdem nochmal eine andere Hausnummer. Du läufst hier ständig bergauf und spätestens nach dem dritten Anstieg haben wir es deutlich in den Waden gemerkt. Dabei dachten wir, dass drei Monate Bali uns fit gemacht hätten.
Google Maps hat uns immerhin angezeigt, wie viele Höhenmeter wir hoch und runter kraxeln, was theoretisch nett ist. In der Praxis sind wir dann in Gassen eingebogen, haben nach oben geschaut und nur noch gedacht: Nicht schon wieder, wann kommen wir endlich oben an. Bei über 30 Grad ist das irgendwann auch nicht mehr ganz so lustig. Solltest du für deine Reiseplanung also unbedingt im Kopf behalten.



Der Lissabon-Vibe: warum ein spontaner Abend unser Highlight war
Unser schönster Lissabon Moment war keine berühmte Sehenswürdigkeit. Kein Torre de Belém, kein Castelo, kein Miradouro mit hundert anderen Menschen, die alle dasselbe Foto machen. Es war ein Abend, den wir so überhaupt nicht geplant hatten. Wir saßen nach einem halben Sightseeing Tag im Café Buna und hatten uns Iced-Getränke bestellt, um uns bei den heißen Temperaturen abzukühlen. Gegen 17 Uhr wurde es zur Wein- und Tapas-Bar Casolare und wir beschlossen einfach sitzen zu bleiben, anstatt auf die Schnelle ein Restaurant fürs Abendessen zu finden. Zudem war es wirklich nett (so wie man es als Stadtkind eben findet): Laden an der Ecke, ein paar Tische auf dem Gehweg, reservieren kann man nicht und die Tram 28 rumpelt direkt vorbei.
Und dann saßen wir da, mit richtig gutem Essen (Tapas mit Fusion-Einschlag, hohes Niveau, aber nichts Abgehobenes), ein paar Spaß-Getränken, ein Freund, der dazu stieß und diesem Gefühl, dass der Abend genauso wie er ist, perfekt ist. Der Besitzer meinte literally zu uns: Party ist jeden Tag, aber ab Donnerstag gehen die Leute richtig steil. Das nehmen wir ihm sofort ab. Wir wären an dem Abend deutlich länger geblieben, wenn ab dem nächsten Tag nicht Hochzeitswochenende gewesen wäre. Dieser Abend war für uns Lissabon pur: draußen sitzen, das Leben genießen, kein großes Chichi, sehr gutes Essen, einfache Kulisse, aber unfassbar viel Flair.



Vor 10 Jahren hatte ich schon einmal einen ähnlichen Abend. Damals war es ein Straßenfest im Bairro Alto, in das ich zufälligerweise gestolpert bin: Musik in den Gassen, Sänger auf Baugerüsten, Leute, die aus ihrem Wohnzimmerfenster Super Bock verkauft haben und Restaurants, die draußen Plastiktische aufgestellt hatten, um simples portugiesisches Essen (unter anderem frittierten Fisch) zu servieren. Nichts daran war perfekt, aber genau das verbinden wir mit Lissabon: dieses ungefilterte Gefühl von Lebenslust.
Nicht alles glänzt: Müll, Leerstand und die bröckelnde Seite von Lissabon
So gerne wir immer über unsere Reiseziele schwärmen würden, so ehrlich müssen wir auch auf die Schattenseiten schauen: Lissabon ist stellenweise ganz schön dreckig und vermüllt. Nicht so, dass wir sagen würden „bloß nicht hinfahren“, aber es ist sichtbar. Müll in Gassen, Hundehaufen (oder von Menschen?) auf Gehwegen, verlassene Häuser, Ruinen, bröckelnde Fassaden. Vor allem als wir in die Stadt reingefahren sind und später in manchen Vierteln wie Intendente hatten wir nicht nur dieses romantische Altstadtgefühl, sondern auch den Eindruck, dass hier einiges einfach links liegen gelassen wird.
Lissabon ist keine aufpolierte Kulisse. Portugals Hauptstadt ist laut, rau, manchmal heruntergekommen, anstrengend und im nächsten Moment wieder unfassbar charmant. Vielleicht ist das der Grund, warum wir immer noch nicht ganz fertig sind mit der Stadt.
Sehenswürdigkeiten in Lissabon: was wir machen vs. was wir skippen
Wir sind nicht die Menschen, die in zwei Tagen 15 Sehenswürdigkeiten abhaken wollen. Gerade in Lissabon haben wir es nicht gefühlt, dafür war es im Sommer bisher einfach immer zu heiß. Heißt das, dass du gar nichts anschauen sollst? Natürlich nicht. Aber du musst an einem Wochenende nicht alles in Lissabon sehen. Wirklich nicht. Denn wenn du alles durchplanst, verliert die Stadt ihre Leichtigkeit.



Komplett planlos würden wir trotzdem nicht losziehen. Bei 30 Grad random durch die Gassen zu latschen macht dich mürbe und am Ende bist du genervt, weil eben nicht jede Gasse wunderschön ist. Unser Sweet Spot, damit wir kein FOMO kriegen: ein festes Ziel setzen, aber nicht direkt dorthinlaufen. Bieg ab, folge einer schönen Fassade, geh in die Gasse, die interessant aussieht. Ja, manchmal wirst du enttäuscht und manchmal findest du genau den Spot, den du später als deinen Lieblingsmoment abspeicherst.
Alfama: Lissabons Altstadt ist schön & maximal touristisch
Alfama ist das Viertel, das die meisten sofort mit Lissabon verbinden: enge Gassen, Wäscheleinen über den Köpfen, Azulejos, Fado aus den Lokalen, Treppen, Katzen, an jeder Ecke ein Fotomotiv. Es ist wunderschön, aber touristisch as f***. Wir würden Alfama trotzdem niemandem ausreden, nur erwarte nicht automatisch das „echte“ Lissabon. Lauf einfach durch, schau dich um und iss irgendwo eine Kleinigkeit.
Oben über Alfama thront das Castelo de São Jorge*. Ich war vor zehn Jahren mal drin und habe vor allem den weiten Blick über die Stadt und den Tejo in Erinnerung. Das ist auch für die meisten der Hauptgrund hochzusteigen. Die Burg selbst ist nicht super spannend, aber für die Aussicht lohnt sich der Aufstieg. Der Eintritt kosten inzwischen bei 17 € pro Person. Wenn dir das zu viel ist, was wir nachvollziehen können, gehst du für den Ausblick einfach an einen der umliegenden, kostenlosen Miradouros.

Am unteren Rand von Alfama liegt die Kathedrale von Lissabon*, direkt an der Strecke der Tram 28. Die älteste Kirche der Stadt haben wir diesmal ausgelassen, wir sind einfach nicht religiös und sehen neben der Vielzahl an alten Gebäuden in Lissabon nicht die Notwendigkeit dafür. Wer mag, kommt für 7 € ins Innere.
Bairro Alto & Baixa: vom Nachtleben in die wiederaufgebaute Unterstadt
Bairro Alto ist ein klassisches Ausgehviertel. Für Bars, Musik und dieses Draußen-Leben bist du hier genau richtig. Ich verbinde das Viertel bis heute mit dem Straßenfest-Moment vor zehn Jahren. Beim letzten Besuch sind wir tagsüber durchgelaufen und es war ziemlich tote Hose, gar nicht mal so faszinierend wie in meiner Erinnerung.



Direkt unterhalb liegt Baixa, die nach dem großen Erdbeben von 1755 komplett neu und schachbrettartig aufgebaute Unterstadt. Hier ist alles breiter, flacher und repräsentativer als in den verwinkelten Altstadtvierteln. Der zentrale Platz die Praça do Comércio, ein riesiger, zum Tejo offener Platz mit Triumphbogen. Eine weitere Sehenswürdigkeit in dem Viertel ist der Elevador de Santa Justa, ein neugotischer Aussichtsaufzug von 1902. Aktuell ist er außer Betrieb, ohne festen Wiedereröffnungstermin. Damit fällt zwar ein Aussichtspunkt weg, aber wie gesagt, es gibt es in Lissabon mehr als genug.
Noch ein Hinweis, wenn du zwischen beiden Vierteln pendeln willst: Der Elevador da Glória, die historische Standseilbahn, ist seit September 2025 nach einem tragischen Unfall außer Betrieb. Wir sind beim letzten Besuch genau diese Straße entlanggelaufen, heute ist sie eine Baustelle. Auch die Bahnen Bica und Lavra sind seitdem stillgelegt, einen Wiedereröffnungstermin gibt es nicht. Du kommst also zu Fuß oder mit anderen Verkehrsmitteln hoch.
Almada: auf der anderen Flussseite von Lissabon
Auf der gegenüberliegenden Flussseite liegt Almada. Von dort hast du den besten Blick auf die rote Brücke Ponte 25 de Abril zum Sonnenuntergang, die Skyline und die Christusstatue Cristo Rei, die hier 1959 nach dem Vorbild von Rio gebaut wurde. Rüber kommst du mit der Fähre von Cais do Sodré nach Cacilhas, gut zehn Minuten für ein paar Euro.
Eigentlich hatten wir einen klaren Plan: Abendessen im Ponto Final, dem gehypten Restaurant direkt am Wasser mit freiem Blick auf die Brücke. Sieht traumhaft aus und ist genau deshalb so beliebt, dass du Monate vorher reservieren musst. Wir haben im Mai für Juni angefragt und prompt die Antwort bekommen: ausgebucht bis Anfang September. Als Walk-in hätten wir es theoretisch probieren können, aber warten und dann zur Prime Time wahrscheinlich trotzdem keinen Platz bekommen, das war uns zu unsicher.
Plan B war der Jardim do Rio, ein kleiner Uferpark nur ein paar Meter vor dem Restaurant, von dem du denselben Sonnenuntergang über der Brücke hast, nur komplett kostenlos. Einfach eine Pizza und ein paar Getränke mitbringen – klingt für uns nach einem gelungenen Abend. Geschafft haben wir es trotzdem nicht. Das steht aber definitiv für den nächsten Wochenendtrip nach Lissabon auf unserem Plan.
Belém: das UNESCO-Viertel, das wir geskippt haben
Belém liegt ein Stück außerhalb, westlich am Tejo, und ist das Viertel der großen Seefahrer-Geschichte. Hier stehen die beiden UNESCO-Bauten: Mosteiro dos Jerónimos*, ein gewaltiges Kloster aus dem 16. Jahrhundert, und der Torre de Belém*, der Wehrturm direkt am Wasser, von dem aus früher die Entdecker in See stachen.
Beide sind ohne Frage beeindruckend, aber wir haben sie bei unserem Städtetrip bewusst ausgelassen. Die Anfahrt, Wartezeiten vor Kloster und Turm fressen schnell einen halben Tag. Zeit, die du bei einem verlängerten Wochenende vielleicht lieber in der Stadt selbst verbringst – besonders, wenn du zum ersten Mal dort bist. Wenn du hinwillst, plane es als eigene halbtägige Tour und nicht mal eben nebenbei. Eintritt liegt beim Kloster bei rund 18€ und der Turm bei 15€.
Eine Sache würden wir in Belém aber immer mitnehmen, falls wir schon dort sind: die original Pastéis de Belém. Die gibt es seit 1837 nach altem Klosterrezept und nur die Törtchen aus dieser einen Konditorei dürfen den Namen tragen. Überall sonst in Lissabon heißen sie Pastéis de Nata.
Tram 28 Straßenbahn in Lissabon: ikonisch
Die Tram 28 gehört zu Lissabon wie Pastéis de Nata. Wir sind dieses Mal nicht mitgefahren, weil wir uns schlicht nicht damit beschäftigt haben, wie das Ganze funktioniert. Nach kurzer Recherche wissen wir immerhin: Die Tickets kannst du einfach beim Fahrer kaufen, für 3,30 €. Wir glauben, dass die Straßenbahn eine coole Art ist, Lissabon kennenzulernen ohne gleich eine Hop-on-Hop-off-Tour* oder neuerdings eine TukTuk Tour* zu buchen. Wir wissen bis heute nicht, wieso jemand dachte, dass so ein Gefährt eine tolle Idee für eine derart bergige Stadt ist. Das hat uns schon in Guatapé gewundert.



Für Fotos musst du übrigens nicht zwingend nach Alfama oder an die bekanntesten Spots. Die Tram fährt durch verschiedene Teile der Stadt, zum Beispiel auch am Café Buna beziehungsweise Casolare vorbei. Genauso gut kannst du auch andere Linien fotografieren. Unser zufällig entdeckter Fotospot lag bei Lavra, R. Câmara Pestana. Dort standen die Wagen einfach herum und haben pausiert – perfekt für Bilder. Nur nicht zu spät kommen, sonst ist das Licht weg.
Miradouros: schöne Aussichten, aber überschätzt
Unpopular Opinion: Die berühmten Aussichtspunkte in Lissabon sind overrated. Miradouro da Graça, Miradouro da Senhora do Monte, Miradouro de Santa Luzia oder Miradouro de São Pedro de Alcântara werden ständig genannt. Und ja, bestimmt sind viele davon schön. Aber für einen guten Sonnenuntergang musst du nicht zwingend durch die halbe Stadt düsen, nur weil irgendein Guide diesen einen Spot als Geheimtipp verkauft. Spoiler: Wenn alle ihn so nennen, ist er kein Geheimtipp mehr.
Wir waren spontan am Miradouro do Jardim do Torel, weil er in der Nähe unserer Unterkunft* lag. Kein Hype, einfach der nächstgelegene Miradouro. Und was war? Toller Blick, entspannte Stimmung, viele junge Locals, die dort abends gechillt haben. Hat gereicht, war schön, zero FOMO.
Unser Tipp: Öffne Google Maps, suche "Miradouro“ und geh zu einem in deiner Nähe. Manchmal ist der beste Aussichtspunkt der, für den du nicht erst 40 Minuten durch die Stadt hetzen musst.


LX Factory: das hippe Lissabon unter der Brücke
Die LX Factory ist ein altes Textilfabrik-Gelände in Alcântara, direkt unter der Ponte 25 de Abril, das seit 2008 zum Kreativviertel umgebaut wurde. Heute stecken in den alten Fabrikhallen Concept Stores, Cafés, Bars, Studios und jede Menge Street Art, dazwischen Spuren der Industriezeit, die man bewusst stehen gelassen hat. Am Wochenende gibt es zusätzlich einen Markt. Wenn du auf alternatives Stadtflair stehst und ohnehin Richtung Belém unterwegs bist (die LX Factory liegt etwa auf halbem Weg), ist sie ein guter Stopp. Rein kommst du kostenlos, hin geht es zum Beispiel mit der Tram 15E bis Calvário.
Sintra & Tagesausflüge: warum wir sie für einen Kurztrip skippen
Sintra ist ein beliebtes Ausflugsziel: das verwunschene Bergstädtchen rund 30 Kilometer westlich von Lissabon, mit dem knallbunten Pena-Palast, einer alten Maurenburg und nebligen Wäldern sieht interessant aus. Irgendwann wollen wir da auch hin. Bei unserem kurzen Städtetrip haben wir Sintra ausgelassen. Auch wenn die Anfahrt per Zug nur rund 40 Minuten dauert, du bist dennoch den kompletten Tag unterwegs.
Für uns gilt das genauso für andere Tagesausflüge wie Cascais oder die Strände drumherum. Bei drei, vier Tagen in Lissabon bleiben wir lieber in der Stadt, statt den halben Aufenthalt in Zügen und Bussen zu verbringen. Wenn du mehr Zeit hast, sieht die Sache natürlich anders aus.
Lissabon ist für Food Lovers: Pastéis de Nata, Restaurants & Cafés
Lissabon ist ein Traum für Foodies: Wir haben uns zwar nicht durch jede portugiesische Spezialität gearbeitet, aber gut gegessen haben wir trotzdem. Den Bacalhau (Stockfisch) haben wir ausgelassen, dafür gab es frittierte Sardellen, außergewöhnliche Tapas, sehr gute Steaks, Hipster-Frühstück, Specialty Coffee und natürlich Pastéis de Nata.
Was uns überrascht hat: Für eine europäische Hauptstadt fanden wir Lissabon kulinarisch gar nicht so teuer. In unserem Lieblingsladen, dem Casolare, lagen die Tapas-Gerichte bei bis zu 13 Euro, Bier und Drinks (bspw. ein volles Glas Wein) meist zwischen 3 und 10 Euro – für die Qualität war das mehr als fair. Und das war unser teuerster Abend, meistens lagen wir bei 20-30 € pro Person für ein gesamtes Essen inkl. Getränken.

Pastéis de Nata: nicht nur einmal am Tag gegessen
Pastéis de Nata gehören in Lissabon einfach dazu, also gönn dir ein paar. Du musst unserer Meinung nach keine Wissenschaft daraus machen, wo es die allerbesten gibt. Achte nur auf: knusprigen Blätterteig, warme Creme und oben drauf darf es gerne etwas mehr karamellisiert sein (ja, ein bisschen verbrannt dürfen sie ruhig aussehen). Ansonsten gilt nur: Wenn’s dir schmeckt, mehr davon.
Die beiden bekanntesten Adressen in der Stadt sind Manteigaria und Fábrica da Nata, Filialen findest du in der ganzen Stadt verteilt. Bei Manteigaria läutet eine Glocke, wenn eine frische Ladung aus dem Ofen kommt. Klingt nach Touri-Gag, schmeckt aber wirklich gut. Tische gibt es keine, du isst im Stehen oder im Gehen.
Tipp für glutenfreie Pastéis de Nata: Bali do Cais (früher Zarzuela) ist vom portugiesischen Zöliakie-Verband zertifiziert und wurde von einer Freundin getestet. Für sie ist es bisher der einzige Ort, an dem sie das Lissabon-Gebäck überhaupt mitnehmen kann.
[Hier hätte jetzt ein Bild von dem teuflisch guten Gebäck sein sollen, aber rate mal, wer sie schneller aufgegessen hat, als die Kamera draußen war?!]
Time Out Market: Die Original-Food-Halle
Der Time Out Market in der Markthalle am Cais do Sodré ist die wohl bekannteste Adresse, wenn es ums Essen in Lissabon geht. Das Prinzip kennen wir gut aus anderen Städten, etwa aus Kapstadt und New York: eine große Halle, in der bekannte lokale Köche und Restaurants jeweils einen Stand betreiben, dazu lange Gemeinschaftstische in der Mitte. Du holst dir, worauf du Lust hast, deine Begleitung etwas ganz anderes und ihr trefft euch wieder am Tisch.
Genau das ist die Stärke: riesige Auswahl, kein langes Abstimmen, schnell und unkompliziert. Die Kehrseite: es ist touristisch, oft voll und die Preise liegen teilweise über dem, was du in einem kleinen Laden ums Eck zahlst. Für einen schnellen, entspannten Abend mit unterschiedlichen Geschmäckern in der Gruppe ist das trotzdem eine solide Sache. Für einen schöneren kulinarischen Lissabon-Moment würden wir aber eher in eines der kleineren Lokale gehen.
Wenn du schon in Cais do Sodré bist, lauf einmal durch die Pink Street (offiziell Rua Nova do Carvalho), die rosa Partystraße. Tagsüber ist das ehrlich gesagt einfach eine Straße mit rosa Boden, hübsch fürs Foto, mehr aber auch nicht. Nach Einbruch der Dunkelheit verwandelt sie sich in eines der Nachtleben-Zentren der Stadt, mit Bars und Clubs bis in die frühen Morgenstunden. Früher war das hier das Rotlichtviertel.
Unsere kulinarischen Lieblingsspots in Lissabon
Casolare war für uns, wie oben schon gesagt, der Inbegriff eines guten Lissabon-Abends. Die Tapas waren außergewöhnlich, qualitativ fast schon auf Sterne-Niveau. Wenn du nur einen Abend in Lissabon hast und einen Ort suchst, der sich nicht komplett touristisch ist, schau hier mal, ob du einen Tisch bekommst. Reservieren kannst du nicht. Also früh kommen oder warten – es lohnt sich.



Auch Atalho Real fanden wir richtig stark. Ein Steak-Restaurant, das etwas versteckt in einem Gebäude liegt, in dem auch Galerien, Bars und kleine Shops untergebracht sind. Vor zehn Jahren gab es dort noch einen tollen Außenbereich mit Garten und Bar, bei unserem letzten Besuch wurde dieser leider gerade renoviert. Für Steak, Beilagen und Getränke haben wir pro Person etwa 30 Euro gezahlt, für die Qualität absolut fair.
Wenn du Specialty Coffee, Sauerteigbrot, Granola, Matcha und gutes Frühstück liebst, wirst du in Lissabon nicht verhungern. Die Stadt hat eine wirklich gute Café-Szene. Wir waren im Viertel Intendente unterwegs und haben dort unter anderem Spots wie Repeat Bistro und Lugar Nenhum entdeckt. Genau solche Orte zeigen, warum es sich manchmal lohnt, in ein weniger offensichtliches Viertel zu gehen. Frühstück lag bei uns meist um die 10 Euro. Für Kaffee und gutes Essen in einer europäischen Hauptstadt finden wir das okay.
Wo übernachten in Lissabon? Unsere Erfahrung in Intendente
Wir haben bei unserem letzten Aufenthalt im Viertel Intendente gewohnt, genauer gesagt im Outsite*. Das Konzept kennen wir schon aus Oaxaca und Mexiko City: Co-Living und -Working, Zimmer mit eigenem Bad und Gemeinschaftsbereiche. Für uns hat das gut funktioniert. Die Buchung lief unkompliziert, die Unterkunft war sauber und wir wussten, worauf wir uns einlassen.
Das Viertel selbst? Schwierig. Einerseits fanden wir es spannend, weil es abseits der klassischen Touristen-Hotspots liegt und du mehr unter Locals bist. Dort findest du Cafés, in die du dich vielleicht nie verirren würdest. Andererseits ist Intendente nicht besonders schön. Viele leerstehende Häuser, vermüllte Gassen, Hundehaufen auf dem Boden, abends teilweise ein etwas gruseliges Gefühl. Außerdem wurden auf der Straße Dinge angeboten, die wir ganz sicher nicht zu uns nehmen wollen.
Outsite: Buchungen funktionieren reibungslos, sämtliche Informationen findest du in einer eigenen App, WLAN ist schnell und stabil, Kontakt zum Community Manager ist top! Wir behalten die anderen Standorte weltweit auf dem Schirm – für digitale Nomaden ist das Konzept wirklich stark.
Mit unserem Link 44 € Rabatt* auf dein Membership. Mit deinem Membership bekommst du Zugang zu exklusiven Unterkünften UND bis zu 30% Rabatt auf deinen Aufenthalt und hast die kosten nach einer Buchung in der Regel wieder raus.
Wo wir beim nächsten Mal wohnen würden
Beim nächsten Mal würden wir eher rund um Príncipe Real* oder in der Nähe von Bairro Alto* wohnen, aber eben nicht direkt mitten im Partyzentrum. Dort bist du nah dran an Restaurants, Bars und schönen Vierteln, hast hoffentlich trotzdem etwas Ruhe. Alfama* ist natürlich schön, aber je nach Lage auch steil und sehr touristisch. Auch Cais do Sodré* fänden wir spannend: früher ein Hafenkiez, heute nah an Bars und dem Times Out Market.

Kein Co-Living-Typ? Kein Problem. Wir haben drei Hotels rausgesucht, die zu unserem Wohlfühl-Reisestil passen: mittendrin, aber mit Ruhe und eigenem Charakter: Das Solar do Castelo* liegt mitten in Alfama, sogar innerhalb der Mauern des Castelo de São Jorge. Ein kleines Boutique-Hotel in einem Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert, gebaut auf den ehemaligen Palastküchen mit ruhigem Innenhof. Auf der anderen „Seite der Stadt“ liegt das Casa do Patio by Shiadu* im Viertel Santa Catarina, also genau in dem Eck zwischen Bica, Bairro Alto und Cais do Sodré. Es ist ein kleines B&B mit einem begrünten Innenhof – ein ruhiger Rückzugsort, obwohl Bars, Time Out Market und Tram gleich um die Ecke liegen. Etwas gehobener und ruhiger wird es im Hotel das Amoreiras- Small Luxury Hotels of The World*. Es liegt zwar ein Stück abseits der großen Touristenströme, aber wenn du Abends wirklich deine Ruhe haben möchtest, ohne auf Stil und Komfort zu verzichten, bist du hier richtig.
Im Sommer unbedingt auf eine Klimaanlage achten, die Bauweise ist nicht hitzefreundlich und bei über 30 Grad willst du nicht im Dachgeschoss wohnen.
Tipp für frühe Flüge: Falls dein Rückflug brutal früh geht, so wie unserer um 8:00 Uhr, lohnt sich die letzte Nacht in einem Flughafenhotel. Wir haben im Radisson Blu* übernachtet. Die Zimmer wirken in die Jahre gekommen, aber geräumig und völlig okay (und vor allem sauber) für eine Nacht. Praktisch ist die Lage: Es gibt einen kostenlosen Shuttle zum Flughafen, alternativ bist du mit dem Uber für rund 5 € am Terminal. Warum es sich lohnt in der Nähe des Flughafens zu schlafen oder zumindest die Zeit im Auge zu behalten? Da es aktuell sehr voll ist am Flughafen solltest, du ca. 3 Stunden vor Abflug dort sein. (Ja, die Zeit wirst du brauchen…)
Wo wir nicht wohnen würden und Vorsicht Abzocke
Freunde von uns haben in der Nähe vom Prazeres Cemetery Lisbon in Estrela gewohnt und waren direkt in der Einflugschneise. Kein Spaß. Wir kennen das aus Medellín, wo wir auch einmal gefühlt jeden Morgen ab 6 Uhr Flugzeuge im Schlafzimmer hatten. Wenn du empfindlich bei Lärm bist: Check die Lage zur Flugroute.
Mehrere Freunde hatten in Lissabon Probleme mit Unterkünften über bekannte Buchungsplattformen: Host beim Check-in nicht da oder Unterkunft wenige Stunden vor Anreise storniert. In der Hochsaison bedeutet das: neue Unterkunft suchen, oft zum doppelten Preis. Wir können nicht beweisen, dass es Scam ist, aber es wirkte auf uns wie eine beliebte Masche.
Unser Tipp: Buche lieber Hotels, lies aktuelle Bewertungen genau und habe im Zweifel eine Backup-Option im Reiseplan.
Anreise und Fortbewegung in Lissabon
Wir sind in Lissabon viel zu Fuß unterwegs gewesen, weil wir Städte genau so am liebsten entdecken: Kamera raus, hier abbiegen, dort kurz stehen bleiben, ein Café für später pinnen. Das funktioniert in Lissabon gut, aber es ist anstrengend. Sehr anstrengend.
Anreise: vom Flughafen in die Stadt
Der Flughafen liegt nur ein paar Kilometer vom Zentrum entfernt. Mit einem vorab gebuchten Taxi sind wir für ca. 15 € reingefahren. Gerade mit viel Gepäck hatten wir bei der Hitze keine Lust auf ÖPNV. Alternativ bringt dich die Metro für ein paar Euro in die Innenstadt.
Geflogen sind wir ab Düsseldorf mit Eurowings/TAP, für rund 180 € hin und zurück, wobei wir einen Teil über Amex Membership Rewards abgedeckt haben. Einen kleinen nervigen Faktor beim Rückflug wollen wir nicht verschweigen: Unser TAP-Flieger ging um 8:00 Uhr, und es gibt schönere Arten, einen Reisetag zu starten, als mitten in der Nacht aufzustehen, viel zu früh am Flughafen zu sein und dann trotzdem in einer endlosen Check-in-Schlange zu landen. Bei anderen Airlines sah es entspannter aus, bei TAP nicht. Falls du Gepäck abgeben musst oder nicht alles online erledigt hast: Plane mehr Zeit ein, als du um halb vier morgens für nötig hältst.
→ Wie wir vor Flügen am Flughafen entspannten: Mit dem Priority Pass in die Lounges
Unterwegs in Lissabon: Uber, Scooter & ÖPNV
Der effektivste Luxus war für uns diesmal tatsächlich Uber. Im Stadtkern sind wir öfter für etwa 5 € von A nach B gekommen. Da wir das günstig fanden und nie lange auf ein Taxi warten mussten, haben wir Bus und Tram diesmal gar nicht genutzt. Wir waren auch zu faul, uns damit zu beschäftigen: Wieso mehr Aufwand betreiben, wenn wir easy in der App ein Taxi bestellen können? Eine weitere Alternative sind City Bikes und Scooter. Du musst nur schauen, ob eines in der Nähe steht und ob du es am Ziel sinnvoll wieder abstellen kannst.

Mietwagen-Fail in Portugal: worauf du achten solltest
Für Lissabon selbst brauchst du keinen Mietwagen*: enge Straßen, wenige kostenlose Parkplätze, Hügel und Verkehr machen Autofahren hier unentspannt. Wenn du Portugal danach weiter erkundest, sieht es anders aus. Genau das war bei uns der Fall, wegen der Hochzeit haben wir uns nach unserer Zeit in Lissabon am Flughafen einen Mietwagen genommen. Leider hatte mehr als die Hälfte der Hochzeitsgesellschaft damit Probleme. Wir auch.
Unser Case bei Waygo: Angeblich ging unsere Kreditkarte nicht. Es war eine richtige Visa-Kreditkarte der DKB*, physisch dabei, auf den richtigen Namen. Nachdem wir mit der Bank telefoniert hatten, war klar: Die Karte funktioniert. Auch Check24*, mit denen wir ebenfalls gesprochen haben, sagte uns, dass solche Fälle bekannt sind. Ergebnis: Uns wurde eine weitere Versicherung aufgeschwatzt, obwohl wir schon Vollkasko gebucht hatten, damit wir mit Debitkarte zahlen konnten. Natürlich lassen wir uns so schnell nicht über den Tisch ziehen. Also haben wir alles dokumentiert und die Mehrkosten eingereicht.
Bei anderen Gästen hieß es angeblich, sie hätten zwei Kreditkarten gebraucht, und das war bei Sixt*, also keinem 0815-Anbieter.
Unser Mietwagen-Check für Portugal: Nimm unbedingt deinen Führerschein, eine physische, echte Kreditkarte auf den Namen des Fahrers und idealerweise eine Backup-Karte mit. Keine Amex*, keine reine Debitkarte als einzige Option. Wenn es vor Ort plötzlich heißt "die Karte geht nicht", dokumentiere alles, telefoniere mit Bank und Buchungsplattform und lass dich nicht vorschnell in Zusatzversicherungen drängen.
Beste Reisezeit: Wie viele Tage und wann?
Für einen ersten Eindruck reichen drei bis vier Tage, also in verlängertes Wochenende. Zwei Tage gehen auch, sind aber knackig. Eine Woche ist deutlich entspannter, vor allem wenn du Außenbezirke wie Belém oder Almada besuchen willst. Für uns als Slow Traveler ist das alles viel zu kurz. Aber bei Lissabon wissen wir ehrlich nicht, ob wir viel länger bleiben würden – für uns ist es eher ein Kurztrip-Ziel. Wenn deine Zeit begrenzt ist, würden wir die Stadt klar priorisieren und Tagesausflüge streichen, denn jeder Ausflug kostet dich einen halben bis ganzen Tag vor Ort. Für ein paar Tage bietet Lissabon ohnehin genug.



Unsere letzten Besuche waren immer im Sommer, bedeutet aber auch viele Höhenmeter bei über 30 Grad. Der EuroSummer hat eben schon was – das Leben spielt sich abends draußen ab, mit Restaurants, Bars, warmer Luft und Musik. Tagsüber zieht die Kombination aus Hitze und Hügeln aber dennoch ordentlich Energie. Wenn du das nicht gut verträgst, würden wir eher Frühling oder Herbst wählen, also etwa April bis Mai und September bis Oktober. Dann ist es angenehmer für Sightseeing und abends trotzdem warm genug.
Lissabon und das Meer: kein Beach-Feeling
Obwohl Lissabon direkt am Wasser liegt, kommt in der Stadt selbst kein Strandgefühl auf. Der Tejo ist hier ein breiter Fluss, kein Meer, und Strände im klassischen Sinn gibt es im Zentrum nicht. Wenn du also auf Sommer, Sand und Baden hoffst, musst du ein Stück rausfahren. Die bekanntesten Optionen sind die Strände an der Linha de Cascais und die Costa da Caparica auf der anderen Tejo-Seite, ein langer Sandstrand. Beides ist ein eigener Tagesausflug. Bei einem kurzen Städtetrip haben wir aber bewusst darauf verzichtet.
Was kostet ein Wochenende in Lissabon? Unser Budget für vier Tage
Lissabon war für uns nicht super günstig, aber für eine europäische Hauptstadt auch nicht übertrieben teuer. Gerade Essen und Uber fanden wir fair, wenn du nicht ausschließlich in touristischen Lagen unterwegs bist. Unsere Kosten für zwei Personen für vier Tage:
- Unterkunft Outsite mit eigenem Bad und Co-Living-Bereichen: ca. 250 €
- Uber/Taxi: ca. 35 €
- Essen & Cafés: ca. 380 €
- Gesamt ohne Flüge: ca. 670 € für 2 Personen
Das entspricht ungefähr 85 € pro Tag pro Person (ohne Flug). Für Europa finden wir das absolut im Rahmen, vor allem weil wir gut gegessen und nicht auf jeden Euro geschaut haben.
Wir haben fast alles mit Karte (Hinweis: AMEX* wurde selten akzeptiert) bezahlt. Trotzdem ist es immer sinnvoll, etwas Bargeld dabeizuhaben, gerade für kleine Läden, Trinkgeld oder falls Kartenzahlung mal nicht funktioniert.



Wie sicher ist Lissabon?
Wir würden sagen: grundsätzlich ja, aber nicht überall gleich und nicht ohne Aufmerksamkeit. Tagsüber haben wir uns meistens wohlgefühlt. Abends waren wir in manchen Straßen, besonders rund um Intendente, deutlich vorsichtiger. Nicht panisch, aber aufmerksam. Es fiel bei uns auch der Satz: „Als Frau würde ich hier abends nicht mehr alleine langgehen.“ Das sagt eigentlich genug. Uber ist günstig genug, um sich in solchen Momenten einfach fahren zu lassen, statt einen unguten Weg zu Fuß zu nehmen.
Das andere Thema ist Taschendiebstahl, der in Lissabon nicht selten ist, vor allem in vollen Trams, in touristischen Gegenden und an beliebten Spots. Heißt konkret: Handy nicht locker in der Hosentasche tragen, die Tasche geschlossen halten und die Kamera nicht sorglos liegen lassen. Eine wirklich brenzlige Situation hatten wir nie, aber dieses „alles total easy“-Gefühl wie in Thailand hatten wir hier nicht überall.
Lissabon Hacks: Do’s, Dont’s & kleine Survival-Tipps
Lissabon ist einfach zu bereisen, aber ein paar Dinge machen deinen Trip deutlich entspannter. Und manche Fehler musst du nicht selbst machen, wenn wir sie schon für dich mitnehmen durften.
Unser Fazit zu Lissabon: Städtereise ja, Liebe auf den ersten Blick nein
Wir haben Lissabon mit gemischten Gefühlen verlassen. Einerseits hat die Stadt unfassbar viel Charme, gute Restaurants, schöne Cafés, fotogene Architektur, Musik und ein Lebensgefühl, das mit der warmen Sommerluft alles leichter wirken lässt. Andererseits ist Portugals Hauptstadt wuselig, eng, dreckig, anstrengend und keine Stadt in der wir länger bleiben möchten. Als Slow Traveler fragen wir uns natürlich trotzdem: Sollten wir Lissabon vielleicht nicht eine richtige Chance geben? Die internationale Szene scheint groß zu sein. Aber bisher hält uns etwas zurück – wir können es nur nicht benennen.
Vielleicht kommen wir genau deshalb irgendwann für mehr als ein paar Tage zurück, um endlich herauszufinden, ob aus dem Kurztrip doch noch mehr werden kann. Bis dahin gilt für uns: Lissabon, gern wieder, und gern bald.
Wenn dir dieser Mix aus Stadt, Lebensfreude, Food und internationalem Vibe gefällt, könntest du dich auch Mexiko City oder Oaxaca wohlfühlen.
FAQ: Häufige Fragen zu Lissabon
Was muss man in Lissabon unbedingt gemacht haben?
Unserer Meinung nach nicht das, was auf den meisten Listen steht. Lauf durch Alfama, setz dich abends mit gutem Essen und einem Drink nach draußen, gönn dir mehr als ein Pastel de Nata und lass dich durch die Viertel treiben. Klassiker wie Belém oder die Aussichtspunkte kannst du mitnehmen, musst du für einen Kurztrip aber nicht.
Was sollte man in Lissabon vermeiden?
Den Anspruch, in zwei Tagen alles abzuhaken, das macht bei Hitze und Hügeln keinen Spaß. Außerdem würden wir abends in manchen Ecken wie Intendente aufmerksamer sein und bei Unterkünften über Buchungsplattformen genau auf aktuelle Bewertungen achten, da es immer wieder Probleme mit kurzfristigen Stornierungen gibt.
Ist Lissabon teuer?
Für eine europäische Hauptstadt fanden wir Lissabon im Mittelfeld. Wir lagen bei rund 80 € pro Person und Tag ohne Flug, und das, obwohl wir gut gegessen und nicht auf jeden Euro geachtet haben. Essen und Uber sind fair, teuer wird es vor allem in rein touristischen Lagen.
Wann ist die beste Zeit für Lissabon?
Angenehm für Sightseeing ist es im Frühling und Herbst, etwa April bis Juni oder September bis Oktober. Der Hochsommer hat mit den Abenden draußen viel Flair, ist tagsüber wegen Hitze und Höhenmetern aber anstrengend.
Kann man Lissabon gut zu Fuß erkunden?
Ja, aber unterschätze die Hügel nicht. Lissabon ist sehr hügelig, viele Wege gehen über Kopfsteinpflaster, Treppen und steile Gassen. Bequeme Schuhe sind Pflicht, und für längere oder bergige Strecken ist ein günstiges Uber oft die entspanntere Wahl.
Was muss man in Lissabon unbedingt kaufen?
Ein klassisches Mitbringsel sind Dosen mit Konserven-Fisch (Conservas) in hübschen Retro-Verpackungen und natürlich portugiesischer Wein oder Portwein. Azulejo-Kacheln gibt es als Souvenir, kauf sie aber bitte im Laden und nicht von echten Fassaden.
Wie viele Tage sollte ich für Lissabon einplanen?
Für einen ersten Eindruck reichen 3 bis 4 Tage. Zwei Tage sind möglich, aber ziemlich knapp, vor allem wegen der Hügel und Wege. Wenn du zusätzlich Belém, Sintra oder Strände einbauen willst, würden wir eher 5 bis 7 Tage empfehlen.

