Ein Monat Trondheim: Sehenswürdigkeiten, Natur und Tipps aus dem Alltag

Trondheim ist für viele Reisende vor allem ein Zwischenstopp: einmal den Nidarosdom anschauen, über die Gamle Bybro laufen und dann geht es weiter auf dem Roadtrip Richtung Norden oder zurück aufs Kreuzfahrtschiff. Wir haben uns stattdessen direkt für einen ganzen Monat einquartiert. Kann man machen. Muss man vermutlich nicht. Bereut haben wir es trotzdem keine Sekunde.

Denn Trondheim bietet mehr als nur die klassischen Sehenswürdigkeiten: Fjord, Wälder, Hafen, ruhige Wohnviertel und genug Möglichkeiten, einfach mal ohne großes Tagesprogramm loszuziehen. Viel spannender als die Frage nach den wichtigsten Highlights ist deshalb, wie lange du bleiben solltest, um all das überhaupt mitzubekommen.

Blick auf die Stadt Trondheim mit ihrem Dom, Fluss und den typischen norwegischen Häusern inmitten von viel Grün

Wie viel Zeit für Trondheim einplanen: ein Tag oder länger?

Die großen Highlights im Zentrum hast du tatsächlich an einem Tag gesehen. Trondheim ist kompakt, die Wege sind kurz und die Liste der Sehenswürdigkeiten bleibt überschaubar. Für einen ersten Eindruck reicht das auch völlig. Für uns lebt die Stadt allerdings von ihren wunderschönen Wohnvierteln mit bunten Holzhäusern und jeder Menge Scandi-Charme, den wir doch alle so lieben, von den Spaziergängen am Fjord und der schnellen Flucht ins Grüne. Genau diese Seiten bekommst du bei einem kurzen Stopover kaum mit.

 Unsere Empfehlung zur Aufenthaltsdauer: Plane einen Tag für die Innenstadt und mindestens einen weiteren für eine Wanderung ein. Drei bis vier Tage sind unser Sweet Spot, wenn du Trondheim ohne Zeitdruck erleben möchtest. Länger empfehlen wir nur echten Slow Travelern, für eine klassische Städtereise wird es dann zu viel.
Gasse mit bunten Holzhäusern in Trondheim

Einmal durch die Innenstadt: Trondheims klassische Sehenswürdigkeiten

Die klassischen Sehenswürdigkeiten liegen alle nah beieinander und sind fußläufig gut miteinander zu verbinden. Los geht es mit dem Bauwerk, an dem in Trondheim ohnehin kein Weg vorbeiführt: der Nidarosdom, Norwegens Nationalheiligtum und die nördlichste gotische Kathedrale des Mittelalters. Mit seiner detailreichen Fassade und der Geschichte drumherum ist er wirklich eine imposante Kirche. Für uns war der Innenraum kein Must-do, aber you do you.

Praktische Infos zum Nidarosdom
Eintritt: 140 NOK pro Person (~13 €)
Öffnungszeiten: montags bis freitags 9 bis 18 Uhr, samstags 9 bis 13 Uhr & sonntags von 13 bis 17 Uhr

Vom Dom sind es nur ein paar Minuten bis Bakklandet, dem Teil von Trondheim, der dem Postkartenbild entspricht: Kleine Holzhäuser, Cafés, Restaurants und der Blick über den Fluss. Touristisch ist die Ecke auf jeden Fall, aber wer sagt, dass es dann nicht trotzdem hyggelig sein kann? Rüber kommst du über die Gamle Bybro, die historische Stadtbrücke über die Nidelva. Der eigentliche Grund herzukommen ist der Blick von dort auf die bunten Speicherhäuser am Fluss. Geh ruhig auch mal runter ans Wasser, von da unten wirken die Häuser noch mal anders und du entkommst dem größten Trubel.

Weiter geht’s hoch zur Festung Kristiansten. Der Aufstieg ist ordentlich steil, Trondheim hat uns hier stark an Lissabon erinnert, aber oben wirst du mit einem weiten Blick über Trondheim und den Fjord belohnt. Generell bist du schnell durch, eine Stunde reicht locker, dann kannst du auch weiterziehen. Beachte, dass die Festung ein beliebtes Ziel für Reisegruppen und Kreuzfahrtgäste ist, entsprechend voll kann es oben werden. Für den Ausblick lohnt sich der kurze Abstecher trotzdem, vor allem wenn du ohnehin durch Bakklandet läufst und den Weg hoch einfach dranhängst.

Praktische Infos zur Festung Kristiansten
Eintritt: kostenlos (Anlage und Museum)
Parken: erste Stunde kostenlos, Ticket trotzdem am Automaten ziehen
Sonstiges: Sitzplätze im Freien, Getränke und Eis im Museum nur gegen Bargeld

Von der Festung geht es wieder runter Richtung Stadt, am schönsten über die Bakke bru mit ihren Blumenkästen. Von dort bist du in wenigen Minuten am Solsiden Senter, wo du zwischen dem alten Werftgelände im Industrie-Style bummeln oder an der Promenade eine wohlverdiente Essens-Pause einlegen kannst. Danach ziehen sich Geschäfte, Cafés und Restaurants fast nahtlos bis zum Torvet, dem zentralen Marktplatz, der uns am wenigsten gefallen hat. Dazwischen findest du auch das ein oder andere Museum.

 Good to know: Trondheim ist alles andere als nur auf Touristen ausgelegt. Die Stadt hat mit der NTNU eine der größten Unis Norwegens, und das merkt man: überall Studentenheime, Cafés und Bars - und dazwischen die alten Holzhäuser, we love it.

Wandern in Trondheim: unser Nachmittag in der Bymarka

Die Bymarka ist das große Waldgebiet direkt westlich von Trondheim, und genau hier landen die Locals, wenn sie raus wollen. Wir haben uns am Nachmittag die Storheia-Grønlia-Runde vorgenommen. Los ging es ziemlich gemütlich auf einer breiten Schotterstraße. Uns kamen Leute in normalen Turnschuhen entgegen, während wir in voller Wandermontur dastanden und uns langsam fragten, wofür wir uns eigentlich so professionell angezogen hatten. Wir haben uns sogar kurz beschwert, dass von Offroad-Abenteuer keine Spur war. Tja, hätten wir mal die Klappe gehalten.

 Quick Facts Storheia-Grønlia-Runde: Start Parkering Henriksåsen, ~10 km, 370 Höhenmeter, rund 3 Stunden (plus Pausen), Schwierigkeit mäßig
Mann läuft auf einem Wanderweg in der grünen Bymarka in Norwegen

Denn irgendwann kam das Abenteuer: Der Weg wurde ruppig, führte über Steine, Wurzeln und vor allem durch jede Menge Schlamm. Bohlenwege gab es zwar, nur ausgerechnet an den matschigsten Stellen war natürlich keiner in Sicht. Die Steigung bleibt auf dem Großteil der Runde entspannt, erst ein kurzes Stück zum Ende der Wanderung wird richtig steil. Unterwegs kommst du an den drei Seen vorbei: Vintervatnet, Kvistingen und Skjellbreia. Am Kvistingen gibt es einen kleinen Unterstand mit Tisch, Bänken und Feuerstelle, ein guter Platz für eine Pause.

An der Hütte Grønlia wollten wir eigentlich einkehren, aber weil wir erst am Nachmittag losgezogen sind, war es längst zu. Also gab es unsere eigene Stulle mit Blick auf den See Skjellbreia. Weil abends ganze Schwärme kleiner Fliegeviecher unterwegs waren, blieb es ohnehin bei einem kurzen Stopp. Insgesamt war die Runde lang, aber gut machbar und deutlich abwechslungsreicher, als der lahme Schotter-Auftakt uns weismachen wollte.

Tipps für die Bymarka

🅿️ Parken: kostenlos am Schotterparkplatz Parkering Henriksåsen (Kumlokket)
🥾 Schuhwerk: feste Wanderschuhe, die matschigen Passagen sind nichts für Turnschuhe
🥯 Verpflegung: genug mitnehmen, auf die Öffnungszeiten der Hütten würden wir uns nicht verlassen
🫐 Sammeln: Pilze und Beeren dürfen mit, alles andere bleibt stehen
Blick auf einen See umgeben von Wiese und Wald

Raus aus dem Zentrum: weitere Spaziergänge rund um Trondheim

Nicht jede Wanderung muss gleich Schlamm bis zu den Knöcheln bedeuten. Rund um Trondheim gibt es eine ganze Reihe kürzerer, deutlich entspannterer Strecken, für die du weder eine Tagesplanung noch feste Wanderschuhe brauchst: Ilabekken, Ladestien und Storfossen.

Perfekt sind solche Ausflüge übrigens an Tagen mit Kreuzfahrtanlauf. Dann wird es im Zentrum und an den klassischen Sehenswürdigkeiten deutlich voller, aber auch nicht überlaufen wie an anderen Orten in Norwegen. Im Sommer war das bei uns etwa dreimal pro Woche. Wir haben das jeden Morgen von unserem Balkon geprüft und an diesen Tagen einen riesigen Bogen um die Innenstadt gemacht, if you know you know.

Frau steht auf einem Felsen an einem See mitten im Wald in der Bymarka

Ilabekken: gemütlicher Spaziergang in der Stadt

Der Ilabekken führt stadtnah an einem Bach entlang und ist genau das Richtige für einen Mittagsspaziergang. Es gibt ein paar Steigungen, Treppen und Bänke unterwegs, Wanderschuhe brauchst du aber keine. Vorbei kommst du unter anderem am Theisendammen Badeplass, der im Sommer bei Einheimischen beliebt ist – auch wenn das Wasser nur 10 Grad hat, und an ein paar Wasserfällen. Nichts Spektakuläres, aber genau richtig für etwas Bewegung draußen, bei Joggern ist die Runde entsprechend beliebt.

 Quick Facts Ilabekken: 3,5 Kilometer, 1-2 Stunden, geparkt haben wir kostenlos am Ferista

Ladestien: Trondheim von seiner Wasserseite

Der Ladestien war für uns eine der besten Strecken für einen entspannten Nachmittag. Der Spazierweg führt mit einigen kleinen Steigungen am Wasser entlang und fühlt sich schnell weit weg vom kommerziellen Zentrum an. Unterwegs gibt es öffentliche, kostenlose Toiletten sowie mehrere Cafés und Restaurants direkt am Wasser:

  • Kafe Smedstua: kleines Café mit richtig gutem Gebäck, dazu ein kleiner Souvenirladen. Nur sonntags geöffnet und entsprechend gut besucht.
  • Sponhuset: kleine Hütte mit Waffeln, Gebäck und Sitzplätzen draußen.
  • Ladekaia: direkt am Wasser und ideal für den Sonnenuntergang, geräumig, aber etwas laut. Das Essen ist pricey, aber lecker. Gebäck gibt es auch.
 Quick Facts Ladestien: max. 10 Kilometer und 2-3 Stunden (man kann an diversen Stellen anfangen & aufhören), geparkt haben wir kostenlos am Parkeringa ved Sponhuset og for ladestien

Am Weg liegt außerdem Stu Bunker’n Badstu, ein ehemaliger Bunker, der heute als buchbare Sauna genutzt wird. Wenn du bis zum Ende durchläufst, findest du auf der Rückseite einen großen Street-Art-Wal an der Wand. Solche kleinen Entdeckungen mögen wir viel mehr, als weitere Sehenswürdigkeiten abzuklappern.

 In der ganzen Stadt verteilt findest du Street Art. Wenn du auf der Jagd nach Kunst bist, schau doch mal hier: Trondheim Urban Art Map.

Und wenn du magst, läufst du einfach weiter: Der Trail führt dich zum beliebten Badestrand Korsvika und zum Megaphone, einer Klangröhre am Wegesrand. Zum Abschluss kannst du im HAVET einkehren, einer Location im alten Hafen Nyhavna mit schwimmenden Saunen und einem BBQ-Restaurant. Klingt doch nach einem ziemlich guten Spaziergang, oder?

Storfossen und Mettifossen: Tolle Wasserfälle mit viel Andrang

Diese Wanderung rund 40 Minuten von Trondheim entfernt ist grundsätzlich einfach und führt mit etwas Steigung durch dicht bewachsenen Wald. Die Highlights sind die 40 Meter hohen Wasserfälle Storfossen und Mettifossen. Sie liegen nah am Parkplatz, sodass du nach einem kurzen steilen Stück bergab auch schon da bist. Wenn du wenig Zeit hast, kannst du nur bis dorthin laufen und wieder umdrehen.

 Quick Facts Storfossen und Mettifossen: Rundweg 6,5 Kilometer, 150 Höhenmeter, 2 Stunden, geparkt auf einem Schotterparkplatz - kostenlos, hat aber keine Toiletten. Parken darfst du zwischen 6 und 22 Uhr, campen nicht.
Storfossen und Mettifossen Wasserfälle umgeben von Wald in Norwegen

Unten an den Wasserfällen war ordentlich was los und leider halten sich nicht alle an die Regeln, Hauptsache das Foto sitzt. Dabei gibt es einen handfesten Grund: In der Gischtzone wachsen seltene, empfindliche Moose und Flechten, die durch den vielen Besucherverkehr schon stark zurückgegangen sind. Bleib also hinter den Absperrungen, so schwer kann es nicht sein.

Sobald wir uns von den ersten Wasserfällen entfernt haben, wurde es schlagartig ruhiger. Der Weg zieht sich weiter durch moosigen Wald am Fluss entlang, ein paar kleinere Wasserfälle kommen noch, die sind wegen des dichten Grüns aber nur teilweise zu sehen. Dafür standen überall Blaubeersträucher am Weg. Zum Ende hin geht es die letzten rund zwei Kilometer über Schotterstraße und an Feldern entlang zurück zum Parkplatz.

Beste Reisezeit für Trondheim: Regen, Sonne und norwegische Gelassenheit

Wir waren im Juli 2026 in Trondheim und hatten uns sehr auf dieses Gefühl vom skandinavischen Bilderbuchsommer mit Mitternachtssonne und strahlend blauem Himmel gefreut. Gesehen haben wir davon eher wenig. Unser Sommermonat war vor allem eins: nass. Es regnete so oft, dass selbst unsere einheimischen Nachbarn irgendwann die Augen verdrehten. Manche Tage blieben von morgens bis abends grau und usselig, das kenn wir doch nur zu gut aus Deutschland. Am meisten beeindruckt hat uns, wie gelassen die Locals mit Regen umgehen. Keiner wird hektisch, keiner sucht panisch Unterschlupf, alle laufen einfach weiter, als wäre nichts.

Blick an einem weißen Haus vorbei auf die dunkle Regenwolke, die über dem Trondheimer Fjord aufzieht

Aber wehe die Sonne kommt bei 15 Grad raus, dann wird der Hochsommer ausgerufen: Die Leute machen einen Strandtag, springen in den eiskalten Fjord und tragen Sommerklamotten, als wären wir in der Toskana bei 30 Grad. Und genau diese Art EuroSummer fühlen wir sehr: Es ist warm, aber nicht zu heiß, der UV-Index liegt bei maximal 5 und die Luft bleibt erfrischend, statt dich wie einen Föhn anzupusten.

 Unser Wetter-Tipp: Halte deine Tagespläne flexibel. Morgens ein Blick aus dem Fenster, kurz aufs Regenradar für die nächsten Stunden schauen (das zu 70 Prozent eh nicht stimmt) und dann spontan entscheiden.

Eine pauschale beste Reisezeit für ganz Norwegen lässt sich aus einem einzelnen Sommermonat natürlich nicht ableiten. Für Trondheim raten wir dir vor allem zu wasserfester Kleidung, Zwiebellook und ein bisschen Flexibilität. Wie das Wetter übers Jahr grob aussieht:

  • Sommer (Juni bis August): mildeste Zeit, meist 15 bis 20 Grad, lange helle Tage mit bis zu 21 Stunden Tageslicht, dafür gut möglich, dass es oft regnet
  • Herbst (September bis Oktober): kühler und wechselhaft, 5 bis 12 Grad, dafür bunte Landschaft
  • Winter (November bis März): kalt um oder unter 0 Grad, Schnee fällt, bleibt aber meist nicht lange liegen, kurze Tage und Chance auf Nordlichter
  • Frühling (April bis Mai): langsam wärmer, 5 bis 12 Grad, noch ruhig vor der Hauptsaison
Mann läuft im Tshirt durch die Gassen von Bakklandet in Trondheim

Anreise und unterwegs in Trondheim: Auto ja, aber teuer im Zentrum

Trondheim liegt im mittleren Teil Norwegens und ist sowohl mit dem Auto, der Bahn als auch dem Flugzeug gut zu erreichen. Wir sind mit dem Auto* aus Dombås gekommen, rund 200 Kilometer südlich, die wir in etwa drei Stunden ohne Zwischenstopp gefahren sind. Falls du fliegst: Der Flughafen Værnes liegt in Stjørdal, rund 30 Kilometer außerhalb, gut 35 Minuten vom Zentrum entfernt. Rechne also einen Transfer per Zug, Bus oder Taxi on top.

So oder so solltest du eines wissen: Je nachdem, wo du in Trondheim gerade bist, kann es ganz schön steil werden. Wir haben in Tyholt gewohnt, oberhalb des Zentrums, und spätestens auf dem Rückweg bergauf waren wir froh übers Auto. Auch für die Ausflüge raus aus der Stadt, nach Bymarka, zum Storfossen und zu den anderen Wanderungen, lohnt sich ein Wagen, auch wenn es öffentlichen Nahverkehr gibt.

Segelboot schippert über den Trondheimer Fjord, im Hintergrund Berge, Häuser und viel Grün

Im Zentrum selbst brauchst du dagegen keins, die wichtigsten Ecken erreichst du gut zu Fuß. Parken geht hier ohnehin richtig ins Geld. Für Ausflüge ins Zentrum empfehlen wir das Parkhaus Bilhuset Ola Brun AS, da war es am günstigsten: pro Stunde 32 NOK (~3 €), Tagesmaximum 240 NOK (~22 €), und abends zwischen 16 und 24 Uhr zahlst du maximal 64 NOK (~6 €). An anderen Stellen haben wir schon 64 NOK pro Stunde gelassen. Praktisch: Das Parkhaus liegt direkt am Fluss mit Blick auf die bunten Speicherhäuser.

Übernachten in Trondheim: Zentrum für kurz, außerhalb für lang

Für einen Kurztrip empfehlen wir ganz klar das Zentrum. Von dort erreichst du alle Sehenswürdigkeiten locker zu Fuß. Wenn du mit dem Auto* kommst, achte bei der Buchung aber unbedingt aufs Parken. Zwar geben die meisten Hotels* einen Parkplatz an, nur sind das in der Regel keine hauseigenen, sondern öffentliche oder sie nehmen nochmal extra – du zahlst so oder so meistens noch einmal on top. Und bei den Preisen in Trondheim wird aus einer kurzen Übernachtung schnell ein halber Mallorca-All-Inclusive-Urlaub.

Blick auf eine Nachbarschaft mit vielen Häusern in Trondheim

Für einen längeren Aufenthalt würden wir wieder außerhalb des Zentrums wohnen. Unsere Wohnung in Tyholt war groß genug, bezahlbarer als viele zentrale Alternativen, hatte einen kostenlosen Parkplatz und bot alles, was wir für einen Monat brauchten. Das Viertel selbst ist ruhig, wohnlich und ohne Touristentrube. Die schönen Häuser und der Blick über den Fjord waren das i-Tüpfelchen unseres Aufenthalts. Eine weitere Option für längere Aufenthalte ist Lade. Dort kannst du näher am Wasser wohnen und für einen gemütlichen Spaziergang direkt auf den Ladestien gehen.

Essen in Trondheim: Warum wir viel selbst gekocht haben

In Trondheim haben wir viel selbst gekocht – das hatte einen einfachen Grund: Auswärts essen geht hier ordentlich ins Geld. Für zweimal Kaffee und Gebäck haben wir im Jacobsen & Svart rund 30 Euro gelassen. Lecker, aber preislich nichts für jeden Tag. Ähnlich beim Café le Frère gleich ums Eck, nur hat uns hier weder Kaffee noch Gebäck geschmeckt. Die bekannte Bäckerei Snurr Sommergården fanden wir ebenfalls ganz ok, mehr aber auch nicht. Besser gefiel uns die Rosenborg Bakeri mit ihren mehreren Filialen. Das Gebäck eignet sich super als Proviant vor einer Wanderung oder einem Spaziergang in der Bymarka oder am Ilabekken.

Wenn du in Trondheim schön essen gehen willst, ist Olgas eine gute Wahl. Das Essen war lecker und würzig, das Ambiente old school mit einem Hauch Theater-Vibes. Günstig ist auch das nicht, und abends solltest du besser reservieren. Aber für einen besonderen Anlass lohnt sich das Restaurant sehr.

Alles in allem ist Trondheim keine Stadt, in der wir uns täglich durch Restaurants essen würden, bei einem ganzen Monat ist das finanziell einfach ein Brocken. Wenn du länger bleibst, nimm eine Unterkunft mit Küche, geh im Rema oder bei Extra einkaufen und such dir gezielt ein paar Restaurants raus. So gibst du dein Geld für die Dinge aus, die es wirklich wert sind, statt für Kaffee und Gebäck, die nur so lala sind.

 Good to know: Geschäfte schließen relativ früh und Teile des Zentrums sind spürbar auf Tagesgäste und Kreuzfahrtschiffe ausgerichtet. Sobald die Besucher abends gegen 17 Uhr zurück aufs Schiff gehen, wird es in der Innenstadt schnell ruhig.

Unser Fazit: Es fühlt sich gut an in Trondheim zu sein

Nach einem Monat können wir sagen: Trondheim fühlt sich einfach gut an. Die Stadt ist gemütlich, niemand ist in Eile, und die Menschen, allen voran unsere Nachbarn, waren durchweg gastfreundlich. Diese ruhige, unaufgeregte Art hat unseren ganzen Aufenthalt geprägt.

Als reines Reiseziel ist Trondheim trotzdem mehr als ein schneller Fotostopp, aber eben auch keine Stadt, die dich wochenlang mit Highlights bei Laune hält. Die großen Sehenswürdigkeiten hast du an einem Tag gesehen, der Rest lebt von Spaziergängen, Fjordblick und dem entspannten Tempo drumherum. Bleib drei bis vier Tage und du weißt, wovon wir sprechen. Es war bestimmt nicht unser letztes Mal.

Sonnenuntergang über dem Trondheimer Fjord

FAQ: Häufige Fragen zu Trondheim

Wie weit ist Trondheim von Oslo entfernt?

Zwischen Oslo und Trondheim liegen rund 500 Kilometer. Mit dem Auto oder dem Zug bist du je nach Route etwa sechs bis sieben Stunden unterwegs. Wir selbst kamen nicht direkt aus Oslo, sondern über Dombås auf dem Landweg nach Trondheim.

Was ist ein Geheimtipp für Trondheim?

Unser klarer Tipp ist, das Zentrum schnell hinter sich zu lassen. Der Ladestien am Wasser, ein Nachmittag in der Bymarka oder die schwimmende Sauna im HAVET haben uns deutlich mehr gegeben als die klassischen Sehenswürdigkeiten.

Was ist besser, Tromsø oder Trondheim?

Das kommt ganz darauf an, wonach dir ist. Tromsø liegt deutlich weiter nördlich und ist der Klassiker für Nordlichter und arktisches Flair. Trondheim ist gemütlicher, grüner und im Sommer eine entspannte Studentenstadt mit viel Natur drumherum.

Kann man in Trondheim Nordlichter sehen?

Grundsätzlich ja, im Winter und bei guter Aktivität stehen die Chancen nicht schlecht. Trondheim ist aber kein typisches Nordlicht-Ziel, dafür liegt es zu weit südlich. Wenn dir die Polarlichter besonders wichtig sind, bist du weiter im Norden, etwa in Tromsø, klar besser aufgehoben.

Brauchst du in Trondheim ein Auto?

Für einen Kurztrip ins Zentrum nicht, dort erreichst du alles gut zu Fuß. Sobald du aber außerhalb wohnst oder die Wanderungen rund um die Stadt machen willst, ist ein Auto* praktisch. Beachte nur, dass Parken in der Innenstadt teuer wird.

11a53eb30d8745f5882f8d86c4f7539b Ein Monat Trondheim: Sehenswürdigkeiten, Natur und Tipps aus dem Alltag

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Close

Nomads Hit The Road

Reiseblog mit Tipps & Reiseberichten

Unser Reiseblog rund ums Reisen, Arbeiten und Fotografieren. Mit Erfahrungen, Reisetipps & ehrlichen Einblicken - entdecke die Welt mit uns! Copyright © 2026 Nomads Hit the Road.
Close