// Zuletzt aktualisiert März 23, 2026
Nachts um eins in Haneda gelandet, morgens um sieben weiter nach Sapporo, komplett übermüdet und das Erste, was wir in Hokkaido brauchten, war kein Kaffee, sondern ein Drucker. Ohne die japanische Führerscheinübersetzung kein Mietwagen. Ohne Mietwagen keine Rundreise. Klingt simpel. War es natürlich nicht.
Am Flughafen gab es nämlich keinen 7-Eleven, sondern nur einen Lawson. Unser Druck-Code funktionierte aber ausschließlich bei 7-Eleven. Also schrieb ich dem Anbieter der Übersetzung noch halb hoffnungsvoll eine Mail, während ich schon im Taxi zum nächsten 7-Eleven saß. Kaum waren wir losgerollt, kam tatsächlich die Antwort mit dem neuen Lawson-Code. Ergebnis: Wir sind für rund 7 Euro einmal sinnlos um den Flughafen gefahren, haben dann den Ausdruck bekommen, den Mietwagen abgeholt und sind direkt Richtung Utoro gestartet.
So hat unsere Hokkaido Rundreise begonnen: leicht chaotisch, komplett übermüdet und trotzdem mit diesem Gefühl von Jetzt geht es endlich los. Am Abend saßen wir dann in Utoro vor einer Spicy Miso-Ramen, die es bis heute in unsere persönlichen Top 3 aller Ramen geschafft hat. Genau das ist Hokkaido für uns in einem Satz: Rau, wild und dennoch herzlich und wunderschön.
Und rückblickend passt dieser Start sogar ziemlich gut. Hokkaido war für uns nicht dieses geschniegelt-glatte Japan, das viele zuerst im Kopf haben. Es war weiter, wilder, leerer, grüner und dadurch genau die Art von Reise, die sich nicht wie klassisches Sightseeing anfühlt, sondern wie ein echtes Abenteuer.
Unsere Hokkaido Rundreise in Kurzform
Reisezeit: 31 Tage im Oktober
Unterwegs: zu zweit mit Mietwagen
Route: New Chitose Airport > Shiretoko/Utoro > Kushiro, Tsurui & Lake Akan > Asahikawa mit Daisetsuzan, Biei & Furano > Noboribetsu > Otaru > Sapporo
Perfekt für: Naturmenschen, Fotografen, Roadtrip-Fans und alle, die Japan mal weniger geschniegelt erleben wollen
- Warum sich Hokkaido komplett anders anfühlt als der Rest von Japan
- Beste Reisezeit für Hokkaido: Für unseren Roadtrip war der Herbst ideal
- Wie viele Tage solltest du für eine Hokkaido Rundreise einplanen?
- Unsere Hokkaido Rundreise: Diese Route würden wir genau so wieder fahren
- Mietwagen oder ÖPNV? Für diese Hokkaido Rundreise gibt es für uns eine klare Antwort
- Essen in Hokkaido: Warum wir noch immer an Miso-Suppen denken
- Unterkünfte in Hokkaido: Früh buchen, wirklich früh
- Was kostet eine Hokkaido Rundreise? Unsere Ausgaben für 31 Tage
- Praktische Tipps für deine Hokkaido Rundreise
- Fazit: Für wen Hokkaido perfekt ist und für wen eher nicht
- FAQ zur Hokkaido Rundreise
Warum sich Hokkaido komplett anders anfühlt als der Rest von Japan
Hokkaido ist Japans nördlichste Hauptinsel und ja, das spürt man. Nicht nur klimatisch, sondern auch in der ganzen Stimmung. Alles wirkt weiter. Die Straßen sind breiter. Die Landschaften offener. Zwischen zwei Stopps fährst du nicht mal eben 20 Minuten, sondern oft deutlich länger. Dafür bekommst du aber etwas, das wir in anderen Teilen Japans so nicht erlebt haben: dieses Gefühl von echter Weite.
Was uns außerdem überrascht hat: wie grün und wild die Natur dort oben wirklich ist. Wenn man an Japan denkt, haben viele zuerst Tokio, Kyoto, Neonlichter, Tempel oder überfüllte Bahnsteige im Kopf. Hokkaido ist eher das Gegenteil davon. Wälder, Küsten, Berge, Nationalparks, Tiere. Und zwar nicht als hübscher Tagesausflug, sondern als eigentlicher Kern der Reise.

Noch etwas ist uns hängen geblieben: Die Menschen auf Hokkaido wirkten auf uns offener und herzlicher als in den ganz großen Städten. Nicht aufgesetzt, nicht übertrieben, einfach angenehm. Vielleicht auch, weil vieles dort oben weniger durchgetaktet und weniger touristisch wirkt. Diese Mischung aus Wildnis und Bodenständigkeit hat uns ziemlich schnell abgeholt.
Wenn du bei Japan in erster Linie an Tokyo-Lifestyle, Shopping und Großstadt-Vibes denkst, ist Hokkaido wahrscheinlich nicht dein perfekter Start. Wenn du aber Lust auf Natur, Roadtrip-Tage, Outdoor-Momente und dieses „hier ist Japan plötzlich ganz anders“-Gefühl hast, dann ist Hokkaido ziemlich stark.
Beste Reisezeit für Hokkaido: Für unseren Roadtrip war der Herbst ideal
Warum wir uns für den Oktober entschieden haben
Wir waren im Herbst auf Hokkaido unterwegs und würden das für genau diese Route wieder so machen. Als wir ankamen, wurden wir erst einmal mit klassischem Herbstwetter begrüßt: Sonne, 18 bis 20 Grad, richtig gute Temperaturen zum Ankommen und Fahren. Kein Schwitzen, kein Frieren, kein nerviger Wetter-Stress.
Ein paar Wochen später, als wir am Ende unserer Rundreise wieder in Sapporo waren, war der Unterschied dann deutlich. Auf einmal lagen die Temperaturen unter 10 Grad, es gab wechselhaftes Wetter, leichter Regen und sogar den ersten Schnee – auch wenn er noch nicht liegen blieb. Genau das ist der Punkt bei Hokkaido im Herbst: Du bekommst oft wunderschöne Farben, das weltbekannte Herbstlaub und angenehmes Reisewetter, musst aber trotzdem auf schnelle Wetterwechsel vorbereitet sein.

Für uns war das ideal. Die Luft war klar, die Landschaft wirkte noch intensiver und gerade in den Bergen hatte das Ganze schon diesen Vorgeschmack auf den Winter. Gleichzeitig war es noch gut fahrbar und viele Outdoor-Aktivitäten waren problemlos möglich.
Und wenn du nicht im Herbst nach Hokkaido willst?
Dann kommt es stark darauf an, was du suchst. Im Sommer ist Hokkaido spannend, wenn du Wandern, grüne Landschaften und – je nach Region – Blumenfelder rund um Biei und Furano erleben willst. Im Winter wird die Insel zur Schneemaschine: Powder, Skigebiete, Onsen und natürlich das berühmte Snow Festival in Sapporo. Der Frühling startet auf Hokkaido später als im Rest Japans, was gerade für alle spannend ist, die die Kirschblüte ohne ganz große Massen erleben wollen.
Für unseren Roadtrip mit viel Natur, langen Fahrten und Wanderungen würden wir aber ganz klar wieder September oder Oktober wählen.
Wie viele Tage solltest du für eine Hokkaido Rundreise einplanen?
Ganz ehrlich? Weniger als zwei Wochen würden wir für eine richtige Hokkaido Rundreise nicht machen. Nicht, weil du sonst nichts sehen würdest, sondern weil du sonst ständig nur am Hetzen wärst. Die Insel ist groß, die Fahrzeiten ziehen sich und genau auf dem Land merkst du schnell, dass Hokkaido eben nicht Osaka oder Tokio ist.
Wenn du nur Sapporo, Otaru und vielleicht noch einen Onsen-Stopp mitnehmen willst, reichen ein paar Tage. Wenn du aber die Route fahren willst, die für uns Hokkaido wirklich ausmacht – also mit Shiretoko, Lake Akan, Daisetsuzan, Noboribetsu und den Städten im Westen – dann sind zwei bis drei Wochen das Minimum.
Wir selbst waren 31 Tage dort und fanden genau das richtig. Nicht, weil wir jeden einzelnen Tag komplett durchgeplant hatten, sondern weil Hokkaido von Zeit profitiert. Von Tagen, an denen du spontan an einem Fluss stehen bleibst. Von Wetter, das deine Pläne kurz umwirft. Von Abenden, an denen du lieber ein Onsen besuchst oder einfach noch eine Schüssel Ramen holst, statt noch „schnell“ irgendwas abzuhaken.
Unsere Hokkaido Rundreise: Diese Route würden wir genau so wieder fahren

Shiretoko & Utoro: Der wildeste Start, den wir uns wünschen konnten
Von Sapporo beziehungsweise dem Flughafen ging es für uns nach der langen Anreise direkt weiter nach Utoro im Shiretoko Nationalpark. Rückblickend ein ziemlich harter erster Tag, aber auch einer, der uns direkt in dieses von uns erwartete Hokkaido-Gefühl reingeworfen hat. Keine sanfte Eingewöhnung, kein langsames Herantasten – sondern direkt Küste, Wald, Tierwelt und dieses Gefühl, ziemlich weit weg von allem zu sein.
Utoro war für uns die perfekte Base für Shiretoko. Und es war auch der Ort, an dem wir unser erstes richtiges Essen hatten: spicy Miso-Ramen bei Namishibuki – Sea Spray. Bis heute denken wir daran zurück. Nicht, weil wir völlig ausgehungert waren…okay, auch deshalb, sondern weil wir da zum ersten Mal gemerkt haben, dass Hokkaido kulinarisch nochmal eine ganz eigene Liga spielt.

Shiretoko hat uns insgesamt bis heute wohl am meisten begeistert. Die Five Lakes, die Wanderungen rund um den Furepe Wasserfall, die wilde Küste, die Lachse im Fluss, die Bärenglocken, die gefühlt überall bimmeln – das alles hatte so wenig mit dem Japan zu tun, das viele im Kopf haben, und genau deshalb war es so schön. Einer unserer liebsten Momente war ein Abend in Utoro, als die Sonne auf dem Meer unterging und wir vom Strand aus Lachse vor der untergehenden Sonne springen sahen. Das war einer dieser stillen Momente, bei denen du einfach kurz stehenbleibst und nichts sagen musst.
In Shiretoko gehören Bärenglocken ganz selbstverständlich dazu. Sie hängen an Rucksäcken, baumeln an Wanderstöcken und bimmeln an vielen Trailheads schon auf dem Parkplatz. Anfangs wirkt das fast ein bisschen kurios, irgendwann merkst du aber schnell: Die Dinger sind hier keine Deko, sondern gehören hier beim Wandern irgendwie dazu.
Und dann waren da noch die Bären. Erst sahen wir eine Bärenmutter mit zwei Jungen. Am nächsten Tag dann noch einen Bären beim Lachsefangen. Freie Wildbahn. Kein Zaun. Kein Zoo. Keine „Vielleicht sieht man heute mit Glück irgendwas“-Erwartung. Sondern einfach plötzlich da. Das war für uns der Moment, der sich am tiefsten eingebrannt hat und für uns bis heute (und wahrscheinlich noch sehr lange) Hokkaido ausmacht.


Shiretoko auf einen Blick
Fahrzeit von Saporro: Von Sapporo nach Utoro fährst du mit dem Auto je nach Route und Pausen rund 6 bis 7 Stunden.
Highlights & Aktivitäten: Shiretoko Five Lakes, Furepe Wasserfall, Shiretoko Pass, Kap Shiretoko (inkl. Bear Watching Cruise), Tierwelt von Shiretoko
Unsere Unterkunft in Utoro: Wir haben im Hotel Shiretoko* übernachtet - ein großes, etwas oberhalb von Utoro gelegenes Hotel.
Hier findest du unser ausführlicher Guide zu Shiretoko mit nützlichen Tipps und tiefere Einblicken in unsere Erlebnisse Vorort.
Zum Shiretoko Guide →
Kushiro, Tsurui & Lake Akan: Viel stiller, viel spiritueller als erwartet
Nach Shiretoko ging es für uns weiter Richtung Kushiro, Tsurui und Lake Akan. Und wenn Shiretoko für uns das wilde, raue Hokkaido war, dann hatte diese Ecke etwas deutlich Ruhigeres. Etwas, das weniger über große Landschafts-Wow-Momente kam und mehr über Atmosphäre.
Am Lake Akan sind wir ohne große Erwartungen angekommen und genau das war wahrscheinlich perfekt. Denn ausgerechnet an diesem Tag war Marimo Matsuri. Wir waren also plötzlich mitten in einer Stimmung, mit der wir überhaupt nicht gerechnet hatten: Tänze, traditionelle Gewänder, Menschen, die gemeinsam durch das Dorf am See zogen, und dieses Gefühl, dass hier gerade etwas stattfindet, das nicht für TouristInnen inszeniert wird, sondern wirklich gelebt ist.


Besonders spannend fanden wir dort die Begegnung mit der Ainu-Kultur. Nicht theoretisch, nicht museal abgearbeitet, sondern greifbarer. Abends haben wir dann noch Kamuy Lumina besucht – eine Lichtinstallation im Wald, bei der du ohne große Worte durch Projektionen, Sound und Atmosphäre in eine Geschichte gezogen wirst. Alles war auf Japanisch, aber das war in dem Fall völlig egal. Das Erlebnis hat auch so funktioniert.
Kushiro & Lake Akan auf einen Blick
Fahrzeit von Shiretoko: Von Utoro nach Shibecha fährst du mit dem Auto je nach Route etwas mehr als 2 Stunden. Nach Kushiro ist es nochmal eine weitere Stunde.
Highlights & Aktivitäten: Kushiro-Shitsugen (Kushiro Marsh Observatory, Onnenai Boardwalk), Mandschurenkraniche, Lake Akan, Kamuy Lumina, Lost Kamuy
Unsere Unterkunft in der Nähe von Kushiro: Wir haben im FLEXWORK tawa* bei Shibecha übernachtet - gemütliche Tinyhouses mit modernen Einrichtung in ruhiger Lage.
Hier geht es zu unser ausführlicher Guide zu Kushiro & Lake Akan mit nützlichen Tipps und spannenden Begegnungen mit Mandschurenkranichen und den Ainu.
Zum Kushiro & Lake Akan Guide →
Asahikawa: Unsere perfekte Base zwischen Alltag und Bergen
Asahikawa war für uns so ein Ort, den viele wahrscheinlich nur kurz mitnehmen würden. Wir waren insgesamt zehn Tage dort – länger als die meisten – uns hat die Stadt gut gefallen. Nach mehreren Tagen in sehr ländlichen Regionen war es plötzlich wieder möglich, einfach zu Fuß einkaufen zu gehen, spontan in ein Café zu gehen oder abends noch Restaurants offen zu haben.
Und gleichzeitig waren wir morgens in weniger als einer Stunde mitten in den Bergen. Genau diese Kombination macht Asahikawa als Base so stark. Du hast Alltag, Infrastruktur und trotzdem Natur direkt vor der Tür. Wenn du die Region rund um den Daisetsuzan Nationalpark, aber auch Biei und Furano erkunden willst, ist das aus unserer Sicht eine ziemlich clevere Wahl.
Was uns dort zusätzlich positiv überrascht hat, waren die Begegnungen. In einem kleinen Café, NIDO Coffee Roastery, kamen wir mit einem älteren Paar ins Gespräch, das dort in einer Art Pop-up selbst gebackenes Brot verkauft hat – beziehungsweise uns einfach welches geschenkt hat. Dazu kam ein junger Künstler aus Higashikawa, der sogar eine Ausstellung in Düsseldorf hatte. Solche Gespräche planst du nicht. Aber genau solche Momente machen einen Ort dann plötzlich persönlicher. Gleichzeitig hast du so die Chance noch mehr über die Kultur und das Leben auf Hokkaido zu lernen.

Daisetsuzan Nationalpark & Asahidake: Unser stärkster Naturmoment der Reise
Wenn wir nur einen Landschaftsmoment aus Hokkaido herauspicken müssten, wäre es wahrscheinlich der Asahidake. Wir sind mit der Gondel hochgefahren, erst mitten hinein in eine Wolken- und Nebelwand und oben war plötzlich strahlender Sonnenschein. Vor uns lag dieser Gipfel, auf dem schon Schnee lag, kleine Seen, in denen er sich spiegelte, und eine Kulisse, die fast gezeichnet aussah. Wirklich so kitschig schön, dass es fast unverschämt war.

Spannend war dort auch, wie schnell das Wetter kippen kann. Auch wenn wir tagsüber echt Glück hatten, wurde gegen Ende sehr deutlich, wie schnell es von Sonne zu Schnee und Nebel umschwenken kann. Genau deshalb würden wir die Berge dort nie unterschätzen, auch wenn viele der Wege technisch gar nicht so schwer sind.
Kurodake und Sounkyo konnten für uns leider nicht mehr ganz mithalten. Wir waren einfach ein paar Tage zu spät dort und haben das Herbstlaub verpasst. Die Landschaft war immer noch schön, klar, aber im direkten Vergleich zu Asahidake konnten uns die kahlen Bäume dann nicht mehr richtig abholen. So ehrlich müssen wir leider sein.
Und noch etwas ist uns in dieser Region wieder einmal aufgefallen: dieses Geräusch der Bärenglocken und das damit verbundene permanente Klingeln von Wanderern, das dich in Hokkaido ständig daran erinnert, dass du eben nicht allein in der Natur unterwegs bist.
Daisetsuzan Nationalpark auf einen Blick
Fahrzeit von Shibecha: Von Shibecha nach Asahikawa fährst du mit dem Auto je nach Route (und Stopps entlang des Weges) zwischen 4 und 5 Stunden.
Highlights & Aktivitäten: Asahidake, Kurodake & Sounkyo, Furano, Farm Tomita , Biei
Unsere Unterkunft in Asahikawa: Wir haben in Asahikawa ein ruhiges Townhouse über Airbnb gemietet, das wir für uns alleine hatten inkl. Pakrplatz direkt vor der Tür.
Mehr dazu? Hier geht es zu Unser ausführlicher Guide zu Asahikawa und unseren Highlights, Tipps und unseren Erlebnissen im Daisetsuzan Nationalpark.
Zum Daisetsuzan Nationalpark Guide →
Noboribetsu: Schwefel, Dampf und eine Landschaft wie von einem anderen Planeten
Noboribetsu ist so ein Ort, den du erst riechst und dann siehst. Der Schwefelgeruch – beziehungsweise dieser klassische Geruch nach faulen Eiern – zieht sich durch ganz Noboribetsu Onsen. Schon bevor du das Höllental überhaupt vor dir hast, weißt du also ziemlich genau, worauf du dich einlässt.
Und dann stehst du dort plötzlich zwischen dampfenden Quellen, karger Landschaft und diesem Gefühl, dass die Erde hier gerade sehr aktiv daran erinnert, was alles unter ihr brodelt. Surreal trifft es am besten. Das Gute: Du gewöhnst dich überraschend schnell an den Geruch und kannst dich dann einfach auf diese ziemlich irre Szenerie einlassen.

Noboribetsu auf einen Blick
Fahrzeit von Asahikawa: Von Asahikawa nach Noboribetsu brauchst du mit dem Auto auf der schnellste Route über Saporro ca. 3 Stunden. Auf der Route über Furano eher. 4 Stunden.
Highlights & Aktivitäten: Noboribetsu Jigokudani Valley, Oyunuma, Okunoyu Pond & Oyunuma River Foot Bath, sowie Besuche im Onsen
Unsere Unterkunft in der Nähe von Noboribetsu: Wir haben im Kojohama Onsen Hotel* an der Küste und ca. 15 Minuten Fahrt mit dem Auto entfernt Noboribetsu Jigokudani Valley übernachtet.
Lohnt sich Noboribetsu? Zwischen Touristenmassen und Schwefelgestank - hier geht es zu unserem ausführlichen Artikel mit allem was du wissen solltest.
Zum Noboribetsu Guide →
Otaru: Der richtige Zwischenstopp vor dem Stadtfinale
Nach so viel Natur war Otaru für uns genau der richtige Übergang zurück Richtung Stadt. Kein kompletter Stilbruch, eher ein ruhiges Zurückkommen. Rund um den Kanal und die bekannten Straßen ist es zwar schnell voll, aber ein paar Schritte weiter wird es deutlich entspannter. Wir haben dort bewusst Tempo rausgenommen, gut gegessen und die Zeit einfach laufen lassen, bevor es weiter nach Sapporo ging. Wenn du deine Route im Westen von Hokkaido ausklingen lassen willst, funktioniert Otaru dafür ziemlich gut.

Otaru auf einen Blick
Fahrzeit von Noboribetsu: Von Noboribetsu nach Otaru fährst du mit dem Auto ca. 2 Stunden auf dem direkt Weg nach Otaru.
Highlights & Aktivitäten: Otaru-Kanal, Hokkai Seikan Otaru Warehouse No. 3, Sakaimachi Hondori Street, Otaru Steam Clock, Sankaku Market, Otaru Denuki Koji, Temiya Line
Unsere Unterkunft in Otaru: Wir haben im Stay’s OTARU* übernachtet – ein modernes Apartment, das für uns perfekt zu Otaru gepasst hat und eine perfekte Lage hatte.
Hier geht es zu unser ausführlicher Guide zu Otaru und Umgebung mit nützlichen Tipps und spannenden Begegnungen.
Zum Otaru Guide →
Sapporo: Ein starker Schlusspunkt nach vier Wochen Natur
Sapporo war bei uns tatsächlich der letzte Stop der Reise. Und obwohl wir bis dahin schon fast vier Wochen lang so viel Natur, Tiere und Landschaft gesehen hatten, hat uns die Stadt direkt abgeholt. Nicht auf diese brachiale Art wie Tokio, sondern eher so, dass wir dachten: Ah, okay – ein bisschen Osaka-Gefühl, aber auf Hokkaido-Art.
Besonders cool fanden wir die vielen unterirdischen Shoppingstraßen. Im Herbst waren sie schon praktisch, im Winter müssen sie absolut Gold wert sein. Dazu hatten wir timingtechnisch Glück und konnten noch das Herbstlicht-Festival mitnehmen, was der Stadt am Abend nochmal eine ganz andere Stimmung gegeben hat.


Sapporo war für uns nicht die Hauptsache der Reise, aber ein richtig guter Schlusspunkt. Eine Stadt, in der du nochmal gut essen, durchatmen und Hokkaido urban ausklingen lassen kannst.
Sapporo auf einen Blick
Fahrzeit von Otaru: Von Otaru nach Sapporo kommst du mit dem Auto (und ausnahmsweise auch mit dem Zug) ungewohnt schnell. Bis zum Stadtkern brauchst du ca. 40-50 Minuten.
Highlights & Aktivitäten: Odori Park inkl. Fernsehturm, Nijo Market, Uhrenturm von Sapporo, Susukino, Sapporo Fushimi Inari Shrine, Mount Moiwa, Nakajima Park, Hokkaido Red Brick Building, Sapporo Beer Museum
Unsere Unterkunft in Sapporo: Für unseren Aufenthalt in Sapporo haben wir uns für das Hotel Sosei – MGallery Collection* entschieden. Schicker, netter und ein besonderer Abschluss der Reise.
Mehr dazu? Hier geht es zu Unser ausführlicher Guide zu unserer Zeit in Sapporo, den Highlights, Tipps und Restaurant Empfehlungen.
Zum Sapporo Guide →
Mietwagen oder ÖPNV? Für diese Hokkaido Rundreise gibt es für uns eine klare Antwort
Schon allein wegen unseres kleinen Flughafen-Dramas mit der Führerscheinübersetzung hätten wir kurz denken können, dass der Mietwagen vielleicht doch keine gute Idee war. War er aber. Im Gegenteil: Jeden einzelnen Tag haben wir gemerkt, wie richtig diese Entscheidung war.
Direkt aufgefallen ist uns das in Utoro. Und zwar nicht mal auf der langen Fahrt dorthin – da hätten wir nach der Anreise eine Zugfahrt mit geschlossenen Augen vermutlich sogar willkommen geheißen. Nein, richtig klar wurde es dann vor Ort. Denn in Utoro geht ohne Auto mal so gar nichts, außer du bist sehr gut zu Fuß. Öffentliche Verkehrsmittel sind dort eher theoretisch vorhanden und Taxis haben wir praktisch keine gesehen.

Und das zieht sich mehr oder weniger durch große Teile von Hokkaido. Klar, es gibt Züge und Busse. Aber sie fahren deutlich, deutlich seltener, als du es aus Tokio, Osaka oder Kyoto kennst. Sapporo ist hier die klare Ausnahme. Auch in anderen Städten geht es noch halbwegs. Aber sobald du ländlicher unterwegs bist, wird aus einem kleinen Ausflug mit dem Mietwagen schnell ein kompletter Tagestrip, wenn du auf Öffis setzt.
Für unsere Route wäre ein JR Pass deshalb keine echte Alternative gewesen. Wenn du nur Sapporo und vielleicht Otaru machen willst, sieht das anders aus. Für eine echte Hokkaido Rundreise mit Shiretoko, Lake Akan, Daisetsuzan und Noboribetsu würden wir aber jederzeit wieder zum Auto greifen.
Wenn du die Insel wirklich sehen willst und nicht nur ein paar Städte abklappern möchtest, nimm einen Mietwagen. Ohne Auto würden wir unsere Route nicht nachbauen. Dann lieber bewusst kleiner planen und dich auf Orte konzentrieren, die gut per Zug erreichbar sind.
Wichtig ist nur: Die japanische Führerscheinübersetzung musst du vorher organisiert haben und spätestens für die Anmietung in ausgedruckter Form zur Hand haben. Nicht erst am Flughafen improvisieren, so wie wir. Das klappt zwar manchmal irgendwie, nervt aber unnötig.
Japan Rail Pass kaufen? Warum sich der JR Pass nicht immer lohnt →
Essen in Hokkaido: Warum wir noch immer an Miso-Suppen denken
Wir hätten vor der Reise nicht gedacht, dass uns ausgerechnet die Suppen bzw. Ramen so hängen bleiben. Aber doch – die Miso-Suppen und Ramen in Hokkaido sind bei uns im Grunde zum Grundnahrungsmittel geworden. Schon unsere erste richtige Mahlzeit in Utoro, diese Spicy Miso-Ramen, war so gut, dass wir noch Wochen später darüber gesprochen haben. Und es folgten noch viele weitere.



Generell hatten wir das Gefühl, dass Hokkaido kulinarisch nochmal ein bisschen anders tickt als der Rest Japans. Natürlich ist die Insel für Seafood bekannt, und ja, auch das lohnt sich. Aber was uns wirklich überrascht hat, war, dass selbst einfache, bodenständige Gerichte oft nochmal besser geschmeckt haben. Nicht fancy, nicht überinszeniert – einfach richtig gut.
Und dann gab es noch unseren simplen Spar-Hack für unterwegs: reduziertes Fertigessen aus dem Supermarkt. Wichtig: nicht 7-Eleven, sondern richtige Supermärkte. Gerade ab etwa 18 Uhr werden dort viele Gerichte reduziert. Wenn du also keinen Nerv mehr auf Restaurant hast oder einfach günstiger essen willst, kannst du damit richtig gut fahren.
Food is life und Hokkaido hat uns in der Hinsicht definitiv glücklich gemacht.
Unterkünfte in Hokkaido: Früh buchen, wirklich früh
Wenn wir eine Sache bei einer zweiten Hokkaido Rundreise noch konsequenter machen würden, dann wäre es das: Unterkünfte früher buchen. Gerade in ländlicheren Regionen ist die Auswahl überschaubar. Gleichzeitig sind die Unterkünfte nicht unbedingt günstig und oft auch nicht super modern. Sauber? Immer. Charmant? Mal so, mal so. Aber Schnäppchen solltest du nicht automatisch erwarten.
Das gilt vor allem für Orte wie Utoro oder andere abgelegenere Stopps. Wenn du dort zu spät suchst, bleibt oft nur noch teuer oder ziemlich mittelmäßig übrig. Asahikawa war in der Hinsicht deutlich entspannter, weil die Stadt größer ist und du dort einfach mehr Auswahl hast.
Unser Tipp wäre deshalb: Die Unterkünfte für die ländlichen Stops zuerst fixieren und die Städte danach. Sapporo und Asahikawa lassen sich deutlich leichter spontan oder später planen als Shiretoko oder andere kleinere Orte.
Was wir vor einer zweiten Hokkaido Rundreise sofort wieder machen würden
Unterkünfte in ländlichen Regionen deutlich früher buchen
Die Führerscheinübersetzung schon vor Abflug ausdrucken und den Druck-Code doppelt checken
Immer im Zwiebellook packen – Hokkaido wechselt schneller die Stimmung als man denkt
Übersetzungs-App und eSIM schon vor der Ankunft einrichten
Was kostet eine Hokkaido Rundreise? Unsere Ausgaben für 31 Tage
Hokkaido ist kein klassisches Low-Budget-Reiseziel. Vor allem dann nicht, wenn du mit dem Mietwagen unterwegs bist und regelmäßig in ländlichen Regionen übernachtest. Gleichzeitig haben uns ein paar Dinge positiv überrascht: Viele Nationalparks kosten fast nichts oder gar keinen Eintritt. Dafür war die Maut deutlich teurer, als wir es aus anderen Ländern kennen.
Das hier sind unsere Ausgaben für 31 Tage Hokkaido zu zweit:
| Kategorie | Kosten |
|---|---|
| Wohnen | 3.164,58 € |
| Transport | 1.279,97 € |
| Essen gehen | 659,70 € |
| Lebensmittel | 589,81 € |
| Barausgaben | 462,08 € |
| Shoppen | 200,97 € |
| Sonstiges | 118,79 € |
| Aktivitäten | 110,05 € |
| Gesamt | 6.585,95 € |
Runtergebrochen sind das etwa 212 € pro Tag für zwei Personen, also rund 106 € pro Person und Tag. Der größte Block waren ganz klar die Unterkünfte, direkt danach Transport. Dass unsere Aktivitäten im Vergleich so niedrig ausfallen, liegt vor allem daran, dass viele Naturhighlights auf Hokkaido eben nicht jeden Tag Eintritt kosten.
Wenn du sparen willst, helfen dir aus unserer Sicht vor allem drei Dinge: nicht zu spät buchen, bei den Supermärkten auf Abend-Reduzierungen achten und nicht jeden Stop zu luxuriös planen.
Praktische Tipps für deine Hokkaido Rundreise
Internet, eSIM und Übersetzungs-App
Mit unserer Airalo eSIM hatten wir auf Hokkaido fast überall stabiles und schnelles Netz. Auch in abgelegeneren Regionen war die Verbindung meistens besser, als wir es erwartet hatten. Zusätzlich war auch das WLAN in Unterkünften und Cafés fast immer zuverlässig und schnell.
Was wir aber wirklich nicht missen wollten, war eine Übersetzungs-App. Ohne gute Japanischkenntnisse bist du gerade außerhalb der Städte sonst schnell aufgeschmissen. Viele Dinge funktionieren zwar irgendwie, aber entspannter wird es mit Übersetzungs-App definitiv.
Solltest du dich gerade fragen, ob eine eSim auch für deine Japan Reise past, dann haben wir hier was für dich. eSIM vs. SIM Karte: Was ist besser auf Reisen? Unterschiede, Kosten & Tipps →
Packliste: Was bei uns wirklich unverzichtbar war
Wanderschuhe waren für uns Pflicht. Nicht, weil jede Route herausfordernd gewesen wäre, sondern weil Wege, Wetter und Untergrund auf Hokkaido oft einfach unberechenbarer sind. Dazu kamen Regenjacken, die wir ständig benutzt haben – mal gegen Regen, mal gegen kalten Wind. Und ganz generell: Zwiebellook funktioniert auf Hokkaido deutlich besser als hübsch geplante Outfit-Ideen.
Was du nicht unterschätzen solltest
Unterschätze auf Hokkaido weder die Distanzen noch das Wetter. Und bitte auch nicht die Tierwelt. Diese Insel ist nicht gefährlich im klassischen Sinne, aber sie erinnert dich ziemlich direkt daran, dass du viel in echter Natur unterwegs bist. Genau deshalb fanden wir das auch so gut.
Außerdem: Geh nicht davon aus, dass die Infrastruktur auf Hokkaido genauso funktioniert wie in Tokio oder Osaka. Sie funktioniert – aber eben anders. Langsamer, weiter, weniger dicht. Wenn du das vorher einplanst, reist es sich direkt entspannter.
Fazit: Für wen Hokkaido perfekt ist und für wen eher nicht
Wenn ich heute an Hokkaido denke, denke ich nicht zuerst an Sapporo, nicht an den Mietwagen und auch nicht an die Maut. Ich denke an einen Bären im Fluss, an Asahidake über den Wolken und an diese Spicy Miso-Ramen von denen wir immer wieder exzellente über ganz Hokkaido verteilt hatten. Das ist wahrscheinlich das größte Kompliment, das wir einer Reise machen können: Dass am Ende nicht die To-dos bleiben, sondern die Bilder.
Hokkaido ist perfekt für Abenteurer, Fotografen und alle, die gern draußen sind. Für Menschen, die Lust auf Roadtrip-Tage, Nationalparks, Wetterumschwünge und echte Natur haben. Für alle, die Japan mal nicht nur als Großstadt- oder Kulturreise erleben wollen.
Weniger ideal ist Hokkaido wahrscheinlich für alle, die bei Japan vor allem an Tokyo-Lifestyle, Shopping, schnelles Stadtleben und möglichst wenig Fahrerei denken. Das ist nicht schlimm – aber dann würde ich eher woanders anfangen.
Für uns ist Hokkaido eine Reise, die wir gerne im Gedächtnis behalten und uns gleichzeitig auf einen weiteren Besuch mit weiteren Abenteuern und Erlebnissen freuen.
FAQ zur Hokkaido Rundreise
Wann ist die beste Reisezeit für Hokkaido?
Für unseren Roadtrip ganz klar der Herbst, also um den Oktober. Dann hast du oft angenehme Temperaturen, schönes Licht und weniger drückende Hitze. Wenn du wegen Schnee, Ski und Snow Festival nach Hokkaido willst, ist natürlich der Winter spannender. Für Blumenfelder und grüne Landschaften eher der Sommer.
Wie viele Tage sollte man für eine Hokkaido Rundreise einplanen?
Für eine echte Rundreise mit mehreren Regionen würden wir mindestens zwei Wochen sagen, schöner sind drei Wochen oder mehr. Wir waren 31 Tage unterwegs und fanden das ideal. Weniger geht natürlich, aber dann musst du deutlich stärker priorisieren.
Braucht man auf Hokkaido einen Mietwagen?
Für unsere Route: ja, absolut. Vor allem im Osten und in ländlicheren Gegenden ist ein Mietwagen aus unserer Sicht die beste Entscheidung. Ohne Auto würdest du viel Zeit verlieren oder manche Stops gar nicht sinnvoll unterbringen können.
Was ist der schönste Teil von Hokkaido?
Für uns ganz klar Shiretoko. Die Mischung aus Wildnis, Tierwelt und Abgeschiedenheit war für uns unschlagbar. Direkt dahinter kommt Asahidake im Daisetsuzan Nationalpark – landschaftlich einfach brutal schön.
Für wen lohnt sich Hokkaido besonders?
Für Naturfans, Fotografen, Roadtrip-Liebhaber und alle, die gern draußen sind. Wenn du Lust auf Nationalparks, Tiere, Küsten, Berge und weniger touristisch überfrachtete Orte hast, dann wird dir Hokkaido sehr wahrscheinlich gefallen.
Für wen ist Hokkaido eher nicht das richtige Reiseziel?
Wenn du bei Japan vor allem an Tokyo, Neon, Shopping und möglichst wenig Fahrerei denkst, dann ist Hokkaido wahrscheinlich nicht dein perfekter Einstieg. Die Insel ist weitläufiger, ruhiger und deutlich naturfokussierter.

