// Zuletzt aktualisiert August 26, 2026
Not gonna lie, unser erster Eindruck von Tromsø war ziemlich underwhelming. Wir hatten etwas anderes im Kopf: verträumte Gassen, spektakuläre Fjordkulisse und dieses Gefühl “jetzt endlich weit im Norden angekommen zu sein”. Stattdessen empfing uns eine geschäftige Hafenstadt mit Verkehr, Baustellen, Kreuzfahrtschiffen und jeder Menge Restaurants, Cafés und Souvenirshops.
Wir waren im August in Tromsø, mitten auf unserem Roadtrip Richtung Nordkap. Dass Nordlichter und verschneite Winterkulissen zu dieser Jahreszeit ausfallen würden, war uns natürlich bewusst. Trotzdem waren unsere Erwartungen nach all den Bildern, die wir vorher gesehen hatten, ziemlich hoch. Ob Tromsø denen am Ende gerecht wurde? Sagen wir mal so: Der große Wow-Moment kam bei uns nie wirklich auf.

- Tromsø im Sommer: Hafenstadt statt arktisches Wintermärchen
- Beste Reisezeit für Tromsø: Sommer oder Nordlichter?
- Tromsø Sehenswürdigkeiten: Unsere Highlights und Lowlights
- Wie viele Tage brauchst du für Tromsø?
- Anreise nach Tromsø und vom Flughafen in die Stadt
- Übernachten in Tromsø
- Essen gehen in Tromsø: Kaffee, Gebäck und ein Flop
- Kosten und praktische Tipps für Tromsø
- Rund um Tromsø: Sommarøy und der blaue See Blåisvatnet
- Fazit: Tromsø im Sommer fühlen wir nicht
- FAQ: Häufige Fragen zu Tromsø
Tromsø im Sommer: Hafenstadt statt arktisches Wintermärchen
Vielleicht lag unser Eindruck auch daran, wie anders Tromsø ohne sein berühmtes Winterimage wirkt. Bei der Reiseplanung begegnet dir die Stadt fast immer mit Nordlichtern, Schnee, Huskys und tief verschneiten Straßen. Im Sommer bleibt vom Winter Wonderland naturgemäß wenig übrig. Der Zauber ist dann einfach wie weggeschmolzen. Klingt abgedroschen, I know.
Dafür bekommst du eine ganz normale Stadt mit viel touristischem Betrieb und Reisegruppen, die von den Kreuzfahrtschiffen ins Zentrum und zu den Highlights strömen. Dazu hatten wir fast das Gefühl, dass der Sommer gleichzeitig Baustellensaison ist und genutzt wird, um einiges für die kommenden Monate in Schuss zu bringen. Macht irgendwo auch Sinn: Eine Brücke saniert sich bei Plusgraden vermutlich angenehmer als mitten im arktischen Winter. Im August 2026 wurde jedenfalls an mehreren Stellen fleißig gearbeitet, unter anderem an der Tromsøbrua und der oberen Station der Fjellheisen. Ruhige nordnorwegische Kleinstadt-Vibes, wie wir sie in Trondheim erlebt hatten, kamen dadurch kaum auf.


Der Sommer hat dafür ganz andere Vorteile: Die Tage sind im hohen Norden unglaublich lang und selbst spät am Abend bleibt noch jede Menge Licht. Perfekt für Wanderungen und ziemlich praktisch, wenn du den Reisegruppen aus dem Weg gehen möchtest: Während sich viele Kreuzfahrtgäste tagsüber durch die bekannten Highlights schieben, kannst du vieles einfach auf den Abend verlegen. Dazu sind die Temperaturen deutlich angenehmer für längere Touren als mitten im arktischen Winter.
Trotz des touristischen Betriebs empfanden wir Tromsø insgesamt auch nie als komplett überlaufen. Wie voll es während der Nordlichtsaison tatsächlich wird, können wir aus eigener Erfahrung nicht beurteilen. Im Sommer hatten wir jedenfalls selten das Gefühl, den Menschenmassen gar nicht entkommen zu können, spätestens außerhalb des Zentrums wurde es schnell deutlich ruhiger.



Beste Reisezeit für Tromsø: Sommer oder Nordlichter?
Welche Reisezeit für Tromsø die beste ist, hängt ziemlich stark davon ab, wofür du überhaupt kommst. Wir waren im August 2026 dort, weil der Monat perfekt in unseren Roadtrip durch Norwegen passte. Nach sechs Monaten in Asien hatten wir richtig Lust auf einen EuroSummer: viel draußen sein, wandern und beim Zelten möglichst frei bleiben. Ganz so sommerlich wie erhofft wurde es zwar nicht, dafür war es doch häufiger grau und regnerisch. Die Sonnentage waren dafür Zucker. Und gerade für unsere Pläne waren die langen hellen Tage perfekt. Die echte Mitternachtssonne hatten wir allerdings bereits verpasst: Sie scheint in Tromsø ungefähr von Ende Mai bis Ende Juli. Im August geht die Sonne wieder unter, hell bleibt es trotzdem noch verdammt lange.

Wenn du Tromsø vor allem wegen der Nordlichter besuchen möchtest, solltest du später kommen. Die ersten Polarlichter können ab Ende August wieder sichtbar werden, die eigentliche Saison reicht ungefähr bis Anfang April. Eine Garantie bekommst du natürlich auch dann nicht: Es muss dunkel genug sein, der Himmel mitspielen und die Aurora überhaupt aktiv sein. Wie sich die Jahreszeiten in Tromsø unterscheiden:
- Sommer (Juni bis August): mild mit durchschnittlich etwa 12 Grad, sehr lange helle Tage und gute Bedingungen für Wanderungen und Roadtrips. Mitternachtssonne ungefähr von Ende Mai bis Ende Juli.
- Herbst (September bis Oktober): deutlich kühler, grob zwischen 3 und 11 Grad, kürzere Tage und bereits gute Chancen auf Nordlichter.
- Winter (November bis April): durchschnittlich etwa -4 Grad, Schnee und rund um Dezember Polarnacht. Gleichzeitig Hochsaison für Nordlichter und klassische Winteraktivitäten.
- Frühling (Mai): kurze Übergangsphase zwischen Winter und Sommer. Die Tage werden rasant länger, in den Bergen liegt teilweise noch Schnee und gegen Ende des Monats beginnt bereits die Zeit der Mitternachtssonne.
Würden wir Tromsø noch einmal besuchen, dann am ehesten im Winter. Die Stadt selbst hat uns im Sommer zu wenig gegeben, um genau denselben Trip ein zweites Mal zu machen. Gegen Schnee, Dunkelheit und mit etwas Glück ein paar Nordlichter hätten wir dagegen absolut nichts einzuwenden.

Tromsø Sehenswürdigkeiten: Unsere Highlights und Lowlights
In Tromsø kannst du deutlich mehr machen, als wir während unserer Tage vor Ort untergebracht haben: ins Polarmuseum gehen, durch den botanischen Garten laufen, mit dem Kajak aufs Wasser, eine Fjordtour machen oder dich anschließend in einer Sauna wieder aufwärmen. Das volle Tromsø-Programm haben wir allerdings bewusst geskippt – vor allem, weil das das Wetter bei einigen Outdoor-Aktivitäten nicht immer mitspielte.
Also haben wir uns auf die Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten konzentriert, die uns wirklich interessiert haben und gefühlt auf jeder Bucket-List stehen: ein bisschen Innenstadt, die bekannten Wahrzeichen und vor allem rauf auf den Berg. Teilweise haben wir den Hype aber nicht verstanden. Genau deshalb findest du hier keine Liste mit 25 Dingen, die du in Tromsø angeblich unbedingt gesehen haben musst, sondern nur das, was wir selbst erlebt haben.
Und was ist eigentlich mit den ganzen Elchen? Wenn man Social Media glaubt, spazieren die rund um Tromsø gefühlt an jeder zweiten Straßenecke vorbei. Wir wohnten sogar etwas außerhalb des Zentrums nahe der Sherpatreppen, genau dort, wo die Häuser langsam weniger werden und die Natur beginnt. Unsere Wildtiersichtung nach mehreren Tagen: exakt null. Vielleicht hatten wir einfach Pech, vielleicht wird die Häufigkeit solcher Begegnungen online auch ein kleines bisschen geschönt.
Unser Highlight: Über die Sherpatrappa auf den Stadtberg
Die Wanderung über die Sherpatrappa hat uns in Tromsø mit Abstand am meisten Spaß gemacht. Schon bei der Abholung unseres Mietwagens* in Oslo hatte uns eine Mitarbeiterin den Weg ans Herz gelegt. Vor Ort wurde allerdings schnell klar, dass wir mit dieser Idee alles andere als allein waren. Besonders mittags, wenn die Kreuzfahrtschiffe in Tromsø liegen, kann es ziemlich voll werden. Aber hey, Sehenswürdigkeiten sind für alle da. Wenn du mehr Ruhe möchtest, geh direkt morgens oder später am Tag los, um den größten Andrang zu umgehen.
Fast der komplette Aufstieg besteht aus Stufen, die von Sherpas aus Nepal angelegt wurden. Etwa 1.200 davon bringen dich auf ungefähr einem Kilometer rund 300 Höhenmeter nach oben. Das geht irgendwann ordentlich in die Beine, technisch ist der Weg aber easy. Unterwegs gibt es außerdem immer wieder Sitzmöglichkeiten für eine kurze Verschnaufpause.

Auf einigen Stufen verraten dir kleine Markierungen sogar, wie viele du bereits geschafft hast – und damit indirekt auch, wie viel Quälerei noch vor dir liegt. Für den Aufstieg brauchten wir ungefähr eine Stunde. Wir würden die Wanderung als moderat einordnen, solange deine Knie mit vielen Treppen klarkommen.
Oben auf dem Storsteinen wirst du dafür mit dem bekannten Panorama über Tromsø, die Tromsøbrua, den Fjord und die umliegenden Berge belohnt. Ist schon nice. Für eine kleine Stärkung oder bei miesem Wetter kannst du ins Fjellstua Café Og Restaurant gehen. Und wenn die 1.200 Stufen noch nicht gereicht haben, kannst du von hier weiter zur kleinen DNT-Steinbøhytta oder Richtung Fløya wandern.
Sherpatrappa auf einen Blick: Rund 1 Kilometer, etwa 300 Höhenmeter und ungefähr 1.200 Stufen. Wir brauchten für den Aufstieg etwa eine Stunde und für den Abstieg rund 45 Minuten. Festes Schuhwerk ist aus unserer Sicht kein Muss: Die Treppen sind gut begehbar und auch die Wege oben auf dem Berg technisch nicht besonders anspruchsvoll - außer du willst weiterwandern

Fjellheisen: Mit der Gondel auf den Storsteinen
Und wenn du nach 1.200 Stufen keine Lust mehr hast, den ganzen Spaß wieder runterzulaufen, kannst du für den Rückweg auch die Fjellheisen nehmen. Die Gondel verbindet Tromsø mit dem Storsteinen und bringt dich natürlich genauso bequem nach oben. Allerdings kostet diese Gemütlichkeit stolze 45 € für Hin- und Rückfahrt, selbst für eine einfache Fahrt werden noch 29 € fällig.

Eismeerkathedrale: Tromsøs bekanntestes Wahrzeichen
Wenn du wieder unten bist, liegt die nächste bekannte Sehenswürdigkeit praktisch auf dem Weg: die Eismeerkathedrale. Von unserer Unterkunft konnten wir täglich beobachten, wie Reisebusse vorfuhren und Besucher für das obligatorische Foto ausstiegen. Entsprechend gespannt waren wir, als wir schließlich selbst davorstanden.
Aus der Entfernung und im Stadtpanorama macht das Gebäude mit seiner markanten Form durchaus was her. Direkt davor waren wir allerdings ziemlich underwhelmed und fragten uns kurz, ob wir gerade das Falsche anschauen. Auch das große verzierte Fenster auf der Rückseite hat uns in echt deutlich weniger abgeholt als auf den Picture-Perfect-Bildern. Deshalb haben wir uns die rund 8 € Eintritt für das Innere am Ende gespart.


Tromsø Innenstadt: Hafen, Einkaufsstraße und viel Tourismus
Für die Innenstadt brauchst du nicht besonders viel Zeit. Das Zentrum ist kompakt und lässt sich problemlos zu Fuß erkunden. Die bekanntesten Straßen rund um die Storgata, der Hafen und die kleinen Gassen dazwischen liegen ziemlich nah beieinander.
Am stärksten haben wir den Tourismus entlang der zentralen Einkaufsstraße gemerkt: Souvenirshops, Restaurants und Reisegruppen prägen hier das Bild und stellenweise erfüllte Tromsø das Klischee einer Kreuzfahrt-Stadt. Viel lieber waren wir an der Hafenpromenade unterwegs, da hatten wir immerhin einen schönen Blick auf das Gebirge. An einigen Ecken fanden wir Tromsø durchaus schön, insgesamt hat uns das Stadtbild aber weniger abgeholt als beispielsweise Trondheim.


Wie viele Tage brauchst du für Tromsø?
Für Tromsø selbst reichen aus unserer Sicht ein voller Tag und maximal zwei Nächte. Wir blieben drei Nächte und fanden das rückblickend schon etwas zu lang, obwohl wir normalerweise zur Slow-Travel-Fraktion gehören und Sehenswürdigkeiten garantiert nicht im Akkord abhaken.
Die Innenstadt ist überschaubar, die Eismeerkathedrale schnell abgehakt und die Wanderung auf den Stadtberg passt locker in einen halben Tag. Mit einer halbwegs vernünftigen Planung bekommst du die wichtigsten Punkte an einem Tag zusammen, ohne morgens loszurennen und abends völlig erledigt ins Bett zu fallen.

Mehr Nächte lohnen sich erst, wenn du zusätzliche Wanderungen, Fjordtouren oder Ausflüge in die Umgebung planst. Dafür muss deine Base aus unserer Sicht aber nicht zwingend mitten in der Stadt liegen. Gerade auf einem Roadtrip bist du flexibler, wenn du nach dem Stadtbesuch weiterziehst und näher an den jeweiligen Ausgangspunkten übernachtest.
Unsere Empfehlung zur Aufenthaltsdauer: ein bis zwei Nächte. So hast du einen vollen Tag für Innenstadt und Sherpatrappa und gleichzeitig genug Puffer, falls Wetter oder Kreuzfahrttourismus deine Pläne etwas durcheinanderbringen.
Anreise nach Tromsø und vom Flughafen in die Stadt
Wir kamen mit dem Mietwagen* nach Tromsø, weil die Stadt Teil unseres Roadtrips Richtung Nordkap war. Wenn du fliegst, liegt der Flughafen nur rund 15 Minuten vom Zentrum entfernt. Ein Freund von uns nahm dafür einfach ein Uber und zahlte etwa 40 € – bequem, für die kurze Strecke aber schon ziemlich happig. Günstiger geht es mit dem Airport Express (~11 bis 19 €) oder den regulären Stadtbussen.
Mit dem Auto solltest du vor allem die Parkkosten deiner Unterkunft* im Blick haben. Wir hatten zuerst überlegt, direkt in der Innenstadt zu schlafen. Die verfügbaren Parkplätze hätten uns zusätzlich rund 30 bis 50 € pro Tag gekostet, womit sich diese Idee ziemlich schnell von selbst erledigt hatte.

In der Stadt selbst brauchst du kein Auto. Wir waren hauptsächlich zu Fuß unterwegs und nutzten für einzelne Strecken einen E-Scooter von Ryde. Für Ausflüge in die Umgebung und die Weiterfahrt Richtung Nordkap war das Auto dagegen unverzichtbar.
Übernachten in Tromsø
Bei der Unterkunft in Tromsø* würden wir zwischen zwei Lagen wählen: direkt in der Innenstadt oder auf der anderen Seite der Tromsøbrua in Tromsdalen rund um die Eismeerkathedrale. Im Zentrum bist du natürlich mitten im Geschehen. Tromsdalen ist etwas ruhiger, dafür liegst du näher an der Sherpatrappa und bist trotzdem in rund 20 Minuten zu Fuß über die Brücke im Zentrum
Für ein oder zwei Nächte ohne Auto hätten wir uns tatsächlich im The Dock 69 39 by Scandic* einquartiert. Ein Freund von uns hat dort übernachtet und fand’s mega. Für einen längeren Aufenthalt bevorzugen wir dagegen immer ein Apartment mit etwas mehr Platz und eigener Küche. Unsere Ferienwohnung* lag direkt gegenüber der Eismeerkathedrale und nur wenige Minuten von der Sherpatrappa entfernt.

Essen gehen in Tromsø: Kaffee, Gebäck und ein Flop
Nach sechs Wochen in Norwegen hatten wir kulinarisch ehrlich gesagt keine riesigen Erwartungen mehr. Tromsø hat zwar einige ziemlich gehobene Restaurants zu bieten, bei den Preisen waren wir dafür allerdings raus. Also hielten wir uns an die normaleren Läden, wobei selbst spontanes Essen gehen gar nicht so einfach war. Zwei Restaurants hatten bei uns schlicht keinen Tisch mehr frei. Wenn du einen bestimmten Spot ausprobieren willst, reservier also lieber vorher.
Dazu kam, dass überraschend viele Restaurants sonntags geschlossen hatten oder abends relativ früh dichtmachten. Bei einer Stadt mit so vielen Besuchern hatten wir ehrlich gesagt mit längeren Öffnungszeiten gerechnet.



Deutlich besser lief es dafür beim Thema Kaffee und Gebäck. Im Vervet Bakeri haben wir so far das beste Gebäck der Stadt gefunden. Das Café liegt etwas abseits der klassischen Einkaufsstraße auf dem alten Werftgelände Vervet, das uns insgesamt richtig gut gefallen hat.
Am besten war der Specialty Coffee bei Risø mat og kaffebar. Das kleine Café liegt ebenfalls etwas abseits des größten Trubels und war genau unser Ding – eine kleine Kaffee-Nerd-Empfehlung von uns. Und dann gab es noch das Sumo Restaurant Vervet. Das Essen war durchschnittlich, die Preise dafür überdurchschnittlich. Wir würden kein zweites Mal hingehen und bei der großen Auswahl in Tromsø unser Geld lieber woanders lassen.
Kosten und praktische Tipps für Tromsø
Dinge, die wir vor unserem Besuch gern gewusst hätten. Nichts Weltbewegendes, aber vor Ort durchaus praktisch.
- Nimm im Sommer eine Schlafmaske mit: Auch nach der Mitternachtssonne bleibt es im August noch verdammt lange hell. Wir haben damit deutlich besser geschlafen.
- Bleib bei Outdoor-Plänen flexibel: Das Wetter kann auch im Sommer schnell wechseln. Wir würden Wanderungen deshalb nicht zu eng durchplanen und Regen- sowie Windschutz immer dabeihaben.
- Tromsø ist kein günstiger Zwischenstopp: Die größten Kostentreiber waren für uns Unterkunft* und Essen gehen. Wenn du etwas außerhalb übernachtest und nicht jeden Abend schick essen gehst, lässt sich der Aufenthalt deutlich günstiger gestalten.
Rund um Tromsø: Sommarøy und der blaue See Blåisvatnet
Außerhalb von Tromsø haben uns vor allem zwei Orte interessiert: Sommarøy mit seiner kleinen Inselwelt sowie der eisblaue Gletschersee Blåisvatnet mitten in den Lyngenalpen. Landschaftlich könnten die beiden kaum unterschiedlicher sein und wir sind froh, beides gemacht zu haben.
Sommarøy: Insel-Vibes und ein Hike auf den Nordkollen
Sommarøy ist wirklich winzig: Ein Hotel*, ein Campingplatz, ein paar Restaurants und Strände – viel mehr erwartet dich hier nicht. Uns hatten vor allem die Wanderung auf den Nordkollen und die ziemlich paradiesischen Bilder auf Social Media hergelockt. Mitte August zeigte sich die Insel bei uns allerdings eher grau als türkisblau. Und für einen Sprung ins Meer war es uns dann doch deutlich zu kalt.


Vom Parkplatz starteten wir links herum und hatten zunächst einen richtig idyllischen Aufstieg vor uns. Der Weg wurde mit jedem Meter steiler, blieb aber gut machbar. Auf halber Strecke zog dann eine Regenwolke über uns hinweg. Der Regen selbst war halb so wild, der Nebel klaute uns allerdings die komplette Aussicht. Also machten wir uns schnurstracks auf den Rückweg, diesmal über den steileren Abschnitt mit Seilunterstützung. Das macht bei Regen, Nebel und Wind keinen Spaß und stellenweise war es ziemlich rutschig. Beim nächsten Mal würden wir genau diesen Part lieber hochlaufen und auf der anderen Seite wieder runter.
Quick Facts Nordkollen: Rund 4 Kilometer, etwa 200 Höhenmeter und ungefähr zwei Stunden. Wir würden die Tour als moderat einordnen: Der Anstieg ist überschaubar, durch den seilunterstützten Abschnitt aber fordernder als ein normaler Wanderweg. Bei Nässe solltest du hier besonders vorsichtig sein.


Für den Nordkollen kannst du direkt am Trail parken. Der kleine Parkering Nordkollen kostete bei unserem Besuch 50 NOK (~5 €), bezahlt wird per App oder bar über einen Briefkasten. Am Steinsvika parkering sah es sogar nach kostenlosem Parken aus. Wir kombinierten das Ganze mit einer Ladepause an der Ladesäule am Anne-Grete Jensen Havfrua Kro (Restaurant) und ließen unseren E-Mietwagen* dort stehen.
Wenn du anschließend mit der Fähre Richtung Senja weiterwillst, plane deutlich mehr Puffer als wir ein. Bei unserer Überfahrt fuhr sie nur alle zwei Stunden und nach etwa 40 bis 50 Autos war Schluss – wir standen direkt hinter dem Cut und durften entsprechend zwei Stunden warten.
Und noch ein Tipp für den Weg zwischen Tromsø und Sommarøy: Im Sjøtun Brygge haben wir richtig guten selbstgeräucherten Lachs gegessen. Die Bedienung versorgte uns nebenbei noch mit Tipps für Senja. Wenn du vorbeikommst, unbedingt reinschauen.


Blåisvatnet: knallblauer Gletschersee in den Lyngenalpen
Der Blåisvatnet liegt mitten in den Lyngenalpen und sieht fast ein bisschen zu blau aus, um echt zu sein. Der Hike dorthin war allerdings nicht unser persönliches Highlight. Du läufst einen Großteil der Strecke über Geröll entlang bzw. durch das trockene Flussbett des Gletscherflusses und das geht irgendwann ordentlich auf die Gelenke. Lass dich außerdem nicht vom hübsch hergerichteten Anfang mit Bohlenwegen, Brücken und Rindenmulch täuschen. Das ändert sich klammheimlich: Erst kommen ein paar Steine, dann immer mehr und irgendwann nur noch. Und genau wenn du denkst, hinter dem letzten Felsen müsste jetzt endlich der See liegen, wartet noch einmal eine Landschaft aus deutlich größeren Brocken auf dich.


Der Moment, in dem du den Blåisvatnet zum ersten Mal siehst, macht die Mühe ziemlich schnell vergessen. Dieses Blau. Selbst bei unserem eher usseligen Wetter leuchtete der See komplett surreal. Zwischendurch löste sich sogar der Nebel rund um den Gletscher und wir bekamen kurz einen Glimpse auf das ganze Spektakel dahinter. Einfach nur der Wahnsinn.
Und was natürlich sein musste: Füße rein. Saukalt, aber nach dem Geröllweg erstaunlich angenehm. Der Rückweg war danach entsprechend meh, weil wir ziemlich genau wussten, was noch vor uns lag. Hier ist der Weg definitiv nicht das Ziel, der See ist es dafür sowas von wert.

Quick Facts Blåisvatnet: Pro Strecke rund 4 Kilometer und etwa 170 Höhenmeter. Wir brauchten ungefähr 1,5 Stunden hin und eine Stunde zurück. Die Steigung hält sich in Grenzen, der steinige Untergrund macht die Tour aber anstrengender, als die Zahlen vermuten lassen.
Der Parkplatz kostete 54 NOK (~5 €) für die erste Stunde und anschließend 33 NOK (~3 €) je weitere Stunde, maximal 272 NOK (~25 €) für 24 Stunden (Stand: August 2026). Bezahlen kannst du am Automaten oder per EasyPark-App. Was du sonst noch wissen solltest.
- Toiletten sind vorhanden, auch wenn sie ein bisschen an Festival-Toiletten erinnern.
- Für 10 NOK (~1 €) kannst du Feuerholz kaufen: QR-Code scannen, zahlen, mitnehmen oder direkt in der Feuerschale nutzen.
- Mit Zelt oder Camper war eine Übernachtung auf dem Gelände möglich, die Parkgebühren fallen entsprechend weiter an.
- Mit Bojo Burgers gibt es vor Ort sogar einen Burger-Truck. Bei unserer Rückkehr gegen 21 Uhr hatte er allerdings schon geschlossen.
- Wichtig für alle mit Drohne: Fliegen ist am Blåisvatnet verboten.
- Wenn du mit der letzten Fähre zurück nach Tromsø willst, solltest du die Uhr im Blick behalten: Bei unserem Besuch im August 2026 fuhr sie um 21:50 Uhr.



Fazit: Tromsø im Sommer fühlen wir nicht
Unterm Strich hat uns Tromsø im Sommer einfach nicht überzeugt. Als Zwischenstopp auf einer längeren Reise durch Nordnorwegen würden wir die Stadt trotzdem wieder einplanen, für einen eigenen Citytrip ist sie zu dieser Jahreszeit aber nicht unsere erste Wahl.
Vielleicht waren unsere Erwartungen nach all den Bildern vorher zu hoch, vielleicht ist Tromsø im Winter einfach besser. Das würden wir irgendwann gern noch einmal herausfinden – mit Schnee, einem Wintermärchen und Polarnächten. Für den Sommer zieht es uns im Norden Norwegens dagegen eher an die Orte, an denen die Natur stärker im Vordergrund steht.
FAQ: Häufige Fragen zu Tromsø
Wie weit liegt Tromsø nördlich des Polarkreises?
Tromsø liegt rund 350 Kilometer nördlich des Polarkreises und damit ziemlich eindeutig in der Arktis. Genau diese Lage sorgt unter anderem für die extremen Unterschiede beim Tageslicht zwischen Sommer und Winter.
Warum ist es in Tromsø trotz der nördlichen Lage nicht extrem kalt?
Für eine Stadt auf 69 Grad Nord sind die Winter in Tromsø überraschend mild. Verantwortlich dafür ist vor allem der Golfstrom, der das Küstenklima deutlich abmildert. Die durchschnittliche Wintertemperatur liegt laut Visit Tromsø bei rund -4 Grad, im Landesinneren kann es allerdings deutlich kälter werden.
Welcher Monat ist in Tromsø am kältesten?
Im langjährigen Durchschnitt ist der Februar der kälteste Monat in Tromsø. Trotzdem sind die Winter für die Lage weit nördlich des Polarkreises vergleichsweise mild, auch hier macht sich der Einfluss des Meeres deutlich bemerkbar.
Ist Tromsø teuer?
Ja, Tromsø haben wir selbst für norwegische Verhältnisse als teuer empfunden. Vor allem Unterkünfte*, Essen gehen, Parken und touristische Aktivitäten können schnell ins Geld gehen. Sparen kannst du unter anderem mit einer Unterkunft etwas außerhalb des Zentrums und kostenlosen Aktivitäten wie der Sherpatrappa.