// Zuletzt aktualisiert Dezember 9, 2025
Otaru liegt an der Westküste von Hokkaido und ist deutlich lebendiger, als du, oder zumindest wir, es erwartet hatten. Die Hafenstadt zieht sich doch ein gutes Stück die Küste entlang und verbindet maritimes Flair mit Geschichte und einer entspannten Atmosphäre.
Bekannt ist Otaru vor allem für seinen Kanal, ein echter Touristenmagnet, keine Frage, aber die Stadt kann weit mehr. Abseits der typischen Spots rund um die Sakaimachi Street findest du ruhige Ecken, kleine Gassen und unglaublich gute Restaurants, die den Ort trotz der touristischen Atmosphäre richtig angenehm machen.
Die Stadt ist für uns genau diese Mischung aus entspannt, teils chaotisch und fast schon ein bisschen nostalgisch. Und weil sie mehr kann als nur den berühmten Kanal, nehmen wir dich mit zu den Spots, die wir erkundet und zu den Orten, die uns Locals in spannenden Gesprächen empfohlen haben und die du so sicher in keinem Reiseführer findest.
Beste Reisezeit für Otaru
Otaru kannst du das ganze Jahr über gut besuchen, aber jede Jahreszeit hat natürlich ihre eigenen Besonderheiten. Mal zeigt sich die Stadt sonnig, mal frisch und regnerisch und manchmal überrascht sie dich sogar mit einem frühen Schneeschauer. Auf Hokkaido kann das Wetter schnell umschlagen, noch schneller geht es dann am Meer, deswegen lohnt sich ein kurzer Blick auf die Saison, bevor du losziehst.
Frühling: Kirschblüte und milde Tage
Im April und Mai wird Otaru nach dem langen, kalten Winter endlich wieder milder. Die Temperaturen steigen auf 5 bis 15°C, es wird heller und die Stadt bekommt langsam wieder Farbe. Auch die Kirschblüte findet ihren Weg langsam nach Norden, sodass du sie hier oft noch erleben kannst, wenn sie im Rest des Landes schon vorbei ist. Für Spaziergänge entlang des Kanals oder durch die historischen Straßen ist der Frühling eine richtig schöne Zeit.
Warum blüht die Sakura in Otaru später?
Hokkaido liegt deutlich nördlicher als der Rest Japans, das bedeutet kühlere Temperaturen und einen verzögerten Frühling.
Sommer: angenehme Temperaturen und perfekt für Ausflüge
Im Juni bis August bleibt Otaru oft überraschend angenehm: Die Temperaturen liegen meist zwischen 18 und 25°C – deutlich kühler und weit weniger schwül als in Städten wie Tokio oder Osaka, wo der Sommer schnell drückend wird. Dadurch lässt sich die Stadt im Sommer entspannt erkunden, ohne dass dir die Hitze den Tag vermiest. Die langen Tage eignen sich perfekt für Spaziergänge am Wasser, Outdoor-Aktivitäten und Ausflüge nach Shakotan. Dazu kommen lokale Festivals, bei denen Otaru noch abwechslungsreicher wirkt.
Herbst: viel Farbe, frische Luft und wechselhaftes Wetter
Im September und November zeigt sich Otaru von seiner herbstlichen Seite. Wir waren Ende Oktober vor Ort und der Herbst hat uns richtig gut gefallen. Die Temperaturen lagen bei 5 bis 15°C, an manchen Tagen auch darunter. Das Wetter war typisch für Nordjapan im Herbst: mal angenehm, wenn die Sonne herauskam, dann wieder frisch, windig oder nass. Einmal hatten wir sogar leichten Schneefall.

Vor allem im Herbst lohnt sich Otaru richtig: Die Farben des Laubs sind zu schön, um sie zu verpassen. Dazu kommen die klare, kühle Luft und die frische Brise vom Meer – perfekt, um die Stadt und die Küste in ihrem schönsten Licht zu erleben.
Winter: Schnee, Laternen und winterliche Atmosphäre
Im Dezember bis März zeigt sich Otaru von seiner winterlichsten Seite. Die Temperaturen fallen häufig auf -5 bis -10°C, Schnee liegt fast durchgehend und verwandelt die Stadt in eine ruhige, gedämpfte Winterkulisse. Besonders der Kanal wirkt in dieser Jahreszeit richtig stimmungsvoll – Laternen, Schnee und die alten Lagerhäuser haben dann ihren ganz eigene Atmosphäre, mit einer fast schon nostalgischen Wirkung.
Ein Highlight ist das Otaru Snow Light Path Festival, eines der atmosphärischsten Winterevents in Nordjapan. Und wenn du gerne Ski oder Snowboard fährst, findest du rund um die Stadt mehrere Skigebiete, die ab Dezember in die Saison starten.
Otaru Snow Light Path Festival (Yuki Akari no Michi)
Ein echtes Winter-Highlight in Otaru ist das Snow Light Path Festival, das jedes Jahr Anfang bis Mitte Februar stattfindet. Für 2026 liegen die erwarteten Termine zwischen 05.02. und 14.02. (die finalen Daten werden meist im Spätherbst bestätigt).
Hauptschauplätze sind der Unga-Bereich am Otaru-Kanal und der Temiyasen-Park, wo Kerzen, Laternen und Schneeskulpturen die Stadt in ein neues Licht setzen. Dich erwarten ruhige Lichtinstallationen, ruhige Pfade aus Kerzenlichtern und kleine Streetfood-Stände mit warmen Snacks - perfekt, um sich zwischendurch aufzuwärmen.
Aktuelle Infos findest du auf der offiziellen Website des Festivals.
Anreise nach Otaru
Otaru erreichst du von Sapporo schnell und unkompliziert. Je nachdem, wie lange du bleiben möchtest (wie lange du bleiben solltest, dazu kommen wir gleich) und wie du auf Hokkaido unterwegs bist, bieten sich entweder der ÖPNV, ein Mietwagen* oder sogar geführte Touren an. Hier die Optionen im Überblick:
Mit dem ÖPNV (empfohlen für Tagesausflüge)
Wenn du Otaru nur für einen Tag besuchen willst, ist der ÖPNV die unkomplizierteste Wahl. Am schnellsten geht es mit der JR Hakodate Line: Die Züge fahren mehrmals pro Stunde von Sapporo, die Fahrt dauert 30-40 Minuten und läuft super zuverlässig.
Es gibt auch Busverbindungen, die etwas länger brauchen (rund eine Stunde), aber ebenfalls direkt zwischen Sapporo und Otaru verkehren. Praktisch, wenn du keinen JR Pass nutzt oder lieber mit dem Bus fahren möchtest.
Mit dem Auto (ideal für Rundreisen durch Hokkaido oder mehrere Tage Vorort)
Wenn du, wie wir, mehrere Tage in Otaru bleibst oder allgemein mit dem Mietwagen* durch Hokkaido reist, ist ein Auto die flexibelste Option. Zwischen Sapporo und Otaru fährst du in der Regel über die Nationalstraße 5 oder über den Asari-Pass, der besonders im Sommer und frühen Herbst schön zu fahren ist. Gleichzeitig erreichst du viele der schönen Orte rund um Otaru, wie Cape Kamui oder die Shakotan-Halbinsel, deutlich leichter.
Was du wissen solltest, wenn du mit dem Auto unterwegs bist:
Parkplätze in Otaru sind teuer - rund um den Kanal kosten sie schnell bis zu 600 Yen pro Stunde.
Manche Hotels* bieten kostenlose Parkplätze, was sich nicht nur bei längeren Aufenthalten lohnt.
Geführte Tagestouren
Wenn du dich um nichts kümmern möchtest oder nur wenig Zeit hast, kannst du Otaru auch im Rahmen einer geführten Tour besuchen. Viele starten morgens in Sapporo, kombinieren Otaru mit Shakotan oder Yoichi und sind am späten Nachmittag wieder zurück. Praktisch, wenn du kein Auto hast und auch nicht mit dem Zug oder Bus fahren möchtest.
Wie lange solltest du in Otaru bleiben?
Otaru lässt sich als Tagesausflug problemlos abhaken: Kanal, Sakaimachi Street, ein Museum, gutes Essen – all das liegt nah beieinander und ist schnell gesehen. Wenn du aber nur diese typischen Spots rund um den Kanal mitnimmst, lernst du im Grunde nur die touristischste Seite der Stadt kennen. (Was nicht natürlich auch vollkommen okay ist.)

Wir waren drei volle Tage in Otaru und haben schnell gemerkt, dass genau das den Unterschied macht. Einen Tag waren wir klassisch unterwegs, haben die bekannten Ecken abgeklappert und uns durchs Zentrum treiben lassen. Am zweiten Tag sind wir runter zum Cape Kamui gefahren, wenn du ohnehin in der Region bist, lohnt sich das. Und am dritten Tag haben wir uns bewusst Zeit genommen, Otaru abseits der Touristenströme zu erkunden. Genau dort hat uns die Stadt am besten gefallen: kleine Gassen, ruhige Viertel, gute Restaurants, exzellente Cafés und ein bisschen von dem Alltag, den du an einem Tag kaum mitbekommst.
Otaru ist insgesamt nett, aber nicht wow und sobald du die touristische Meile verlässt, wirkt vieles eher funktional und trotzdem mochten wir die Stadt. Tagsüber kann es durch Kreuzfahrtschiffe und Tagesgäste aus Sapporo schnell voll werden, und die Preise rund um den Kanal sind entsprechend hoch. Ein paar Straßen weiter sieht es ganz anders aus: entspannter, günstiger, authentischer.
Wenn du also nur die „Postkartenmotive“ mitnehmen willst, reicht ein Tag völlig aus.
Wenn du aber entspannt reisen möchtest, dir ein eigenes Bild von der Stadt machen willst oder das Umland einbauen möchtest, dann lohnen sich zwei bis drei Nächte. Nicht, weil Otaru so viel mehr Sehenswürdigkeiten hätte, sondern weil du der Stadt mit etwas mehr Zeit eine faire Chance gibst, sie mehr als nur Kreuzfahrt-Touristen-Ort abzustempeln. Gleichzeitig hast du so auch die Gelegenheit mehr als nur ein oder zwei der herausragenden Restaurants zu besuchen.
Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten in Otaru
Auch wenn Otaru keine Stadt ist, in der du eine Sehenswürdigkeit nach der anderen jagst, gibt es rund um den Kanal und die Altstadt ein paar Spots, die du dir anschauen kannst und auch solltest. Ein paar sind wirklich schön, andere eher „kann man machen“. Hier findest du eine ehrliche Übersicht inklusive unsere persönlichen Eindrücke.
Otaru-Kanal: das Wahrzeichen der Stadt
Der Kanal ist ohne Frage der bekannteste Ort in Otaru. Schön ist er vor allem dann, wenn die Sonne scheint oder am späten Nachmittag – das warme Licht lässt die alten Lagerhäuser weicher wirken, die Spiegelungen im Wasser werden klarer und die ganze Szenerie bekommt eine ruhige, fast nostalgische Stimmung. Tagsüber kann es hier allerdings richtig voll werden, besonders wenn Kreuzfahrtschiffe im Hafen liegen.


Unser Tipp: Lauf einfach ein paar Meter weiter den Kanal entlang Richtung Ironai Futo Park. Je weiter du dich von der Brücke am Touristen Center entfernst, desto entspannter wird es. Am Hokkai Seikan Otaru Warehouse No. 3, was an sich bereits ein sehr cooles Fotomotiv ist, war gar nichts mehr los. Der fotogenste Teil bleibt jedoch direkt an den alten Lagerhäusern in denen sich nun Restaurants, Bars und Cafés niedergelassen haben.
Wenn du den Kanal nicht nur entlanglaufen, sondern auch vom Wasser aus erleben möchtest, kannst du eine Bootstour machen. Die kleinen Boote fahren regelmäßig vom zentralen Anleger ab und bringen dich einmal durch den historischen Teil des Kanals.
Hokkai Seikan Otaru Warehouse No. 3: Street-Foto-Flair
Wenn du Street Photography magst, ist das alte Lagerhaus ein spannender Ort. Der Mix aus rostigem Stahl, Wasser und den leicht abgeblätterten Fassaden hat etwas. Für alle anderen ist es eher ein Spot, den du ohne große Bedenken überspringen kannst.


Sakaimachi Hondori Street: Touristischer geht es kaum
Die Sakaimachi ist die klassische Shopping-Meile: viele Souvenirs, Desserts, Glasbläser-Kunst und entsprechend viele Touristen. Die meisten Läden öffnen zwischen 9 und 10 Uhr und schließen zwischen 17 und 18 Uhr. Die Öffnungszeiten werden an die Landgänge der Kreuzfahrtschiff-Touristen angepasst.


Vor 9 Uhr ist die Straße fast leer und richtig schön, nur hat dann eben alles geschlossen. Ideal für einen ruhigen Spaziergang oder Fotos ohne Menschenmassen, weniger für einen richtigen Bummel. Auch wenn alle Preise deutlich teurer sind als zwei Straßen weiter und die Straßen geflutet werden von Touristen, solltest du zumindest einmal über diese Straße laufen. Hat uns ein wenig an die Sannenzaka Straße in Kyoto erinnert – nur nicht ganz so voll.
Otaru Steam Clock: viel Dampf am Ende der Sakaimachi
Die Steam Clock ist eine nette Kuriosität, aber kein Must-See. Du findest sie am Ende der Sakaimachi Hondori Street, direkt beim Music Box Museum. Sie erinnert an andere Dampfuhr-Modelle, die wir selbst zum Beispiel aus Vancouver kennen. Vielleicht hast du ja auch schon mal eine irgendwo gesehen?!
Richtig interessant wird sie alle 15 Minuten, wenn sie ihre Dampffontänen ausstößt und ein kleines Pfeifkonzert gibt. Für eine kurze Pause und ein Foto gut, mehr aber nicht. Aber was sollten wir auch mehr von einer Dampfuhr erwarten?

Sankaku Market: Sehr touristisch und für Locals nicht die erste Wahl
Wir sind einmal durchgelaufen und ehrlich gesagt: Der Markt ist zu 110 % auf Touristen ausgelegt. Nach Gesprächen mit Locals wurde uns mehrfach bestätigt, dass die beste Ware direkt an Restaurants geht (man kennt sich eben). Welche Restaurants hiermit gemeint sind, dazu kommen wir gleich noch.


Atmosphärisch hat der Markt etwas Eigenes, die kleinen Donburi-Lokale haben schon ihren Charme. Wenn du aber wirklich gutes Seafood willst, solltest du, in eines der lokalen Restaurants zu gehen – preislich und qualitativ ein besserer Deal. Darüber hinaus auch deutlich ruhiger und bequemer.
Otaru Denuki Koji: Kleine Food-Gasse
Auch touristisch, aber irgendwie ziemlich cool. Die kleinen Häuschen, die engen Wege, die Lichter – das hat seinen ganz eigene Flair und lässt dich kurz in eine andere Welt entfliehen. Als wir abends dort essen wollten, war es allerdings so voll, dass die kleinen Läden teils früh dicht gemacht hatten, da sie bereits ausverkauft waren.


Wenn du am Abend unterwegs bist, ist die Denuki Koji ein schöner Spot, um den Tag ausklingen zu lassen. Gleichzeitig sollte dir jedoch bewusst sein, dass es in Buden aufgrund ihrer Größe schnell kuschlig wird. Viel Platz ist nicht vorhanden.Selbstverständlich bezahlst du hier auch den klassischen Hotspot-Aufschlag.
Den Turm an der Straße kannst du kostenlos besichtigen und über eine Treppe (erst außen, dann im Inneren) bis nach ganz oben laufen.
Museen in Otaru
Otaru ist bekannt für seine Glas- und Spieluhr-Kultur, entsprechend findest du in der Stadt eine ganze Reihe kleiner Museen: vom Music Box Museum über das Stained Glass Museum bis hin zum Kitaichi Venezia Museum und einigen kleineren Ausstellungen. Wir sind selbst nicht die größten Museumsgänger und haben diese Stops daher ausgelassen. Mit einem Tag mehr vor Ort hätten wir uns sicher das ein oder andere Museum angesehen, schließlich ist genau diese Handwerkskunst ein Teil von Otarus Identität. Wenn du dich für Glasbläserei oder Kunsthandwerk interessierst, kannst du hier gut ein paar Stunden verbringen.
Temiya Line: Ein ruhiger Spaziergang entlang der alten Bahntrasse
Ein kurzer Abschnitt der alten Bahntrasse ist erhalten und heute ein kleiner Spazierweg. Nett anzusehen, ideal für Fotos und vor allem: deutlich ruhiger als der Bereich rund um den Kanal. Ob es ein absolutes Highlight ist? Wahrscheinlich nicht. Aber wenn du etwas Ruhe brauchst oder gerne fotografierst, lohnt sich ein kurzer Abstecher.


Otaru abseits der Touristen: Unsere Eindrücke
Wir haben es oben schon erwähnt: Die touristischen Ecken von Otaru sind schnell erkundet. Richtig gut gefallen hat uns die Stadt aber dort, wo es ruhiger wurde.
Es gibt in Otaru keine „geheimen Gassen“, die du unbedingt sehen musst. Aber wenn du dich ein bisschen treiben lässt, findest du kleine Straßen, überdachte Shopping-Passagen und entspannte Viertel, in denen kaum Touristen unterwegs sind. Vieles wirkt bodenständig, teils auch schon etwas in die Jahre gekommen, aber dennoch irgendwie angenehm authentisch. Genau bei diesem Schlendern durch die Stadt haben wir unglaubliche leckere Restaurants und kleine gemütliche Cafés gefunden, uns mit Locals unterhalten und so weitere Einblicke in die Stadt und das Leben Vorort bekommen.

Unser Tipp: Trau dich in die kleineren, unscheinbaren Restaurants und Cafés. Genau dort haben wir die besten Tipps bekommen, von guten Gerichten bis hin zu Infos über Skigebiete und schöne Orte im Umland.
Restaurants, Cafés und mehr
Wenn du gerne gut isst, bist du in Otaru gut aufgehoben. Die Stadt ist kulinarisch richtig stark – vor allem, wenn du dich ein bisschen von den Hauptstraßen wegbewegst. Ein paar unserer besten Tipps kamen aus Gesprächen vor Ort – über gute Restaurants, spannende Läden und was man in Otaru probieren sollte. Vieles davon hätten wir ohne diese Zufälle gar nicht entdeckt. Andere haben wir durch Zufall selbst entdeckt.

Otaru ist bekannt für frische Meeresfrüchte, Sushi, Hokkaido-Milchprodukte, süße Spezialitäten und natürlich Sake – die Tanaka Sake Brewery ist hier wohl die bekannteste Adresse. Hier kommen unsere Favoriten und ehrlichen Eindrücke:
Restaurants in Otaru
ISO: Japanisch-italienische Küche in historischem Ambiente
Ein interessanter Mix aus italienischen Gerichten und japanischem Seafood – viel roh, extrem hochwertig, sehr gut zubereitet. Besonders die Krabbengerichte waren herausragend. ISO liegt in einem alten, historischen Gebäude und kombiniert gehobene Küche mit einer entspannten Atmosphäre.
Wichtig zu wissen: Der Laden ist sehr beliebt. Mittags kannst du mit etwas Wartezeit Glück haben, abends solltest du besser reservieren.

麺 晄進: Der unscheinbare Laden mit den besten Ramen der Stadt
Eigentlich wollten wir zu Ramen Tokaiya, dem Laden, en wir auf Social Media gefunden haben und oft schon mittags ausverkauft ist. Als wir abends vor verschlossenen Türen standen, sind wir ein paar Meter weiter in einen unscheinbaren kleinen Ramen-Shop gegangen und was soll ich sagen? Die Spicy-Miso-Ramen dort waren vermutlich die besten, die ich auf ganz Hokkaido gegessen habe.
Der Laden ist winzig (etwa zehn Plätze), wird fast ausschließlich von Locals besucht und ist genau deshalb so gut. Bezahlt wird ausschließlich bar, dafür bekommst du Ramen auf einem hohen Niveau.
Im Nachhinein wurde uns 麺晄進 sogar als bester Ramen-Laden der Stadt empfohlen. Wenn du nur einen einzigen Ramen-Spot testen willst: geh hierhin.
Edakan: Izakaya-Geheimtipp mit Sushi-Meister
Edakan ist ein echter Geheimtipp. Wir sind durch einen Tipp aus einem Café auf den Laden aufmerksam geworden. Der Inhaber hat bei seinem Vater gelernt, der ein paar Meter weiter selbst ein kleines Restaurant führt.Auch der Sohn ist Sushi-Meister geworden, und das schmeckst du sofort.
Das Essen war herausragend: superfrisches Sushi, präzise Zubereitung und eine Qualität, die du in den touristischen Ecken von Otaru selten findest. Wir haben hier sogar Seeigel (Uni) probiert – sehr gut gemacht, geschmacklich okay, die Konsistenz von Seeigel bleibt Geschmackssache. Am Ende einfach nicht ganz unser Fall, aber wenn wir es schon mal probieren, dann da wo sie es wirklich können.
Edakan ist klein, unscheinbar und wird fast nur von Locals besucht. Wir waren die einzigen Touristen im Raum, was vieles erklärt: Komm früh, sonst sind die Plätze weg. Andern falls kannst du mit ein paar Tagen Vorlauf auch reservieren.
Kurz zum Konzept: Ein Izakaya ist eine japanische Kneipe mit vielen kleinen Gerichten und einer entspannten Atmosphäre.
Sankaku Market
Der Sankaku Market ist einer der bekanntesten Food-Märkte in Otaru, aber stark auf Touristen ausgelegt. Für frisches Seafood empfehlen wir eher die lokalen Restaurants in der Stadt. Darüberhinaus ist der Markt nicht gerade sonderlich groß und du bist in weniger Minuten durchgelaufen.
Otaru Beer: Deutsches Brauhaus in Japan
Ein etwas kurioser Ort mitten in der Stadt: deutsches Bier, rustikales Essen und Roboter, die das Essen bringen. Das Bier war solide, das Essen ok – kein Must, aber nett, wenn du Lust auf Pub-Feeling hast.
Cafés in Otaru
Coffee House CHAFF: Specialty Coffee auf hohem Niveau
Einer unserer Lieblingsorte in Otaru. Hier bekommst du extrem guten Specialty Coffee, der mit viel Leidenschaft zubereitet und sogar selbst geröstet wird. Wenn du Kaffee liebst, ist dieses Café ein absoluter Pflichtstop.


Der Laden ist klein, hat keine zehn Sitzplätze und lebt genau von diesem warmen, persönlichen Charakter. Kommst du zu spät oder während der Stoßzeiten, musst du, wie in Japan üblich, etwas warten.
B3 COFFEE OTARU: Guter Kaffee & leckeres Sandwich
B3 COFFEE ist ein kleiner, cooler Laden mit gutem Kaffee und einem richtig soliden Cheese-Ham-Sandwich. Wir sind mit dem Inhaber und seiner Frau ins Gespräch gekommen, ganz ohne großes Drumherum, und haben dabei nebenbei einiges über das Leben in Otaru, die Region und japanischen Alltag erfahren.
Der Kaffee ist top, das Essen lecker und die Atmosphäre Snowboard-Like-cool. Ein Ort, an dem du dich sofort willkommen fühlst.
Cafe & Bar LAMP AND BELL: Kaffee & Kuchen mit Blick auf den Kanal
Dieses Café liegt etwas versteckt in den alten Lagerhäusern direkt am Kanal. Innen gemütlich und schick, dazu guter hausgemachter Apple Pie und leckerer Tee – perfekt für eine kleine Auszeit nach dem Sightseeing. Der Blick über den Kanal macht es zu einem dieser Orte, an denen du kurz runterkommen kannst, bevor es weitergeht.
Fromage Danish Dani LeTAO: Süßes fürs Frühstück
Viele Cafés öffnen hier erst spät – dieses nicht. Dani LeTAO liegt schräg gegenüber der Steam Clock und ist ideal, wenn du früh unterwegs bist und die Stadt noch schläft. Das Gebäck ist lecker, der Kaffee ok, aber vor allem praktisch, wenn du vor 9 Uhr etwas suchst. Kein „must“, aber morgens definitiv einen Stopp wert. LeTAO ist eine der beliebtesten Konditoreien in Otaru – vielen Touristen gefällt vor allem der Double-Fromage-Cheesecake, das süße Geschenk-Sortiment und die zentrale Lage.

Unterkünfte in Otaru: Wo du gut schlafen kannst
Otaru hat eine solide Auswahl an Unterkünften – von günstigen Unterkünften über klassische Mittelklasse-Hotels bis hin zu Apartments und kleineren Boutique-Unterkünften. Die Stadt ist zwar kleiner als Sapporo, aber denn lohnt es sich, bei der Lage genau hinzuschauen: am besten wohnst du in der Nähe des Kanals oder der Sakaimachi Hondori Street, damit du keine unnötigen Wege (und Parkgebühren!) hast. Otaru ist außerdem sehr hügelig – je weiter du vom Zentrum entfernt übernachtest, desto mehr Höhenmeter sammelst du auf dem Rückweg.
Wichtig: Parkplätze sind in Otaru teuer. Wenn du mit Mietwagen* unterwegs bist, achte darauf, dass deine Unterkunft einen Parkplatz inkludiert.
Budget: Hostels & einfache Hotels
Wenn du günstig unterwegs bist, findest du rund um Otaru Station mehrere Hostels und Business-Hotels. Sie sind ideal, wenn du mit dem Zug anreist. Die Zimmer sind meist klein, aber sauber und absolut ausreichend für ein bis zwei Nächte.
Preise: ca. 3.500–7.500 Yen pro Nacht (20-45 €)
Mittelklasse: Hotels & moderne Unterkünfte in Zentrumsnähe
In der Mittelklasse findest du klassische Hotels und kleine Boutique-Unterkünfte, oft nur ein paar Gehminuten vom Kanal oder der Sakaimachi Hondori Street entfernt. Ausgezeichnet, wenn du alles bequem zu Fuß erreichen willst.
Granbell Hotel Otaru*: Stilvolles Hotel mit Sauna, Restaurant und gemütlichen Zimmern. Gute Lage zwischen Bahnhof und Kanal – bestens geeignet, wenn du Komfort willst, ohne ins Luxussegment zu gehen.
Preise: ca. 8.000–15.000 Yen (50-95 €)
Unsere Unterkunft: Stay’s OTARU
Wir haben im Stay’s OTARU* übernachtet – ein modernes Apartment, das für uns perfekt zu Otaru gepasst hat. Du wohnst 5 Gehminuten von der Sakaimachi Hondori Street und Steam Clock entfernt, hast einen eigenen Parkplatz und genug Platz, um ein paar Tage wirklich entspannt zu bleiben. Die Ausstattung ist praktisch und durchdacht, ideal für dich, wenn du nicht nur eine Nacht bleiben willst.

Tagesausflug ab Otaru: die Shakotan-Halbinsel
Die Shakotan-Halbinsel ist einer dieser Orte, an denen Hokkaido zeigt, was die Insel landschaftlich draufhat: steile Klippen, tiefblaues Wasser, kleine Fischerdörfer und Ausblicke, die komplett anders wirken als das städtische Otaru. Wenn du einen halben Tag Zeit hast und gerne mit dem Auto unterwegs bist, lohnt sich der Abstecher – vor allem bei gutem Wetter.
Neben kurzen Spazierwegen wie am Cape Kamui gibt es auch für richtige Wanderungen. Als Teil des Niseko-Shakotan-Otaru Kaigan Nationalparks findest du hier Küstenpfade, die über Klippen, durch naturbelassene Abschnitte und zu spektakulären Aussichtspunkten führen – darunter Routen rund um Cape Ogon und die Shimamui Coast. Wenn du Lust auf Wanderurlaub hast, kannst du in Shakotan problemlos auch mehrere Halb- oder Ganztagestouren kombinieren und erlebst dabei Hokkaidos raue Küstenlandschaft aus einer völlig anderen Perspektive.
Von Otaru brauchst du etwa eine Stunde bis ans westliche Ende der Halbinsel. Die Straßen sind gut zu fahren, aber im Herbst und Winter oft nass, windig oder glatt. Parken ist am Cape Kamui kostenlos.
Cape Kamui: Küstenlandschaft vom Feinsten
Der berühmteste Spot ist Cape Kamui, ein Aussichtspunkt, den du über einen kurzen Weg erreichst. Die Küste hier ist beeindruckend, und an sonnigen Tagen leuchtet das Meer in einem fast unwirklichen Blau („Shakotan Blue“).

Wir waren Ende Oktober dort und standen vor einem verschlossenen Tor: Der Weg zur Spitze ist von Mitte Oktober bis April geschlossen, weil Schnee, Eis und starker Wind die Strecke gefährlich machen. Ob Cape Kamui ein absolutes Must-See ist? Schwer zu sagen. Die Aussicht ist schön, keine Frage aber wenn du wenig Zeit hast, gibt es auf Hokkaido definitiv Orte, für die wir eher ein paar Stunden einplanen würden.
Wie gerade schon erwähnt findest rund um das Cape Kamui noch weitere und längere Wanderwege – wir selbst haben diese jedoch nicht getestet.
Wenn du Zeit hast, halte auf dem Rückweg in der Kamui Farm. Ein kleiner Hof mit Kaffee und Gebäck – perfekt für eine Pause. Bei unserem Besuch war zwar geschlossen (auf Google-Öffnungszeiten ist hier wenig Verlass), aber der Besitzer hätte uns trotzdem einen Kaffee gemacht. Solche Momente zeigen ganz gut, wie herzlich viele Menschen auf Hokkaido sind.
Nikka Whisky Yoichi Distillery
Die Nikka-Destillerie liegt quasi auf dem Weg von Otaru nach Shakotan und ist für viele ein Highlight. Wir selbst waren nicht drin, weil wir es mittags war und wir noch fahren mussten (in Japan gilt 0 Promille beim Fahren), aber die Brennerei ist bekannt für Führungen und Tastings sowie die Geschichte von Nikka-Gründer Masataka Taketsuru.
Wie viel Zeit brauchst du für Shakotan?
Für die wichtigsten Spots reicht ein halber Tag völlig aus - ideal als entspannter Roadtrip von Otaru aus. Wenn du wandern willst (außerhalb der Wintersperrung), plan lieber etwas mehr Zeit ein.
Unser Fazit zu Otaru
Otaru ist kein Ort, der dich sofort umhaut – aber einer, der sich mit der Zeit öffnet. Die bekannten Spots wie der Kanal und die Sakaimachi Street gehören dazu, sind tagsüber aber schnell voll und sehr touristisch. Spannender wird die Stadt, wenn du ein paar Straßen weitergehst und die ruhigeren Ecken entdeckst. Uns haben vor allem das Essen, die kleinen Cafés und die entspannte Küstenlage überzeugt. Für einen Tagesausflug funktioniert Otaru gut, doch wenn du die Stadt ohne Hektik erleben oder Ausflüge wie Shakotan einbauen möchtest, lohnt sich ein längerer Aufenthalt definitiv.
Otaru ist insgesamt nett, wenn auch nicht überall schön, und abseits der touristischen Meile wirkt vieles eher funktional. Trotzdem mochten wir die Stadt – auch wegen der Momente, die du nicht auf Postkarten findest: ruhigere Viertel, faire Preise und kleine Läden, die eine überraschend persönliche Seite zeigen.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Otaru auf Hokkaido
Lohnt sich ein Besuch in Otaru?
Ja, ein Besuch in Otaru lohnt sich. Die Stadt ist bekannt für ihren historischen Kanal, alte Lagerhäuser, die gemütliche Sakaimachi-Altstadt und zahlreiche kleine Cafés und Geschäfte. Otaru bietet eine entspannte Atmosphäre und lässt sich sehr gut an einem oder zwei Tagen erkunden.
Wofür ist Otaru in Japan bekannt?
Otaru ist vor allem bekannt für seinen Kanal, die ehemaligen Handelshäuser entlang der Sakaimachi Street, traditionelle Glasbläserei und kunsthandwerkliche Shops. Die nostalgische Architektur aus Meiji- und Taishō-Zeiten prägt das Stadtbild und macht Otaru zu einem der charmantesten Küstenorte Hokkaidos.
Wie komme ich am besten von Sapporo nach Otaru?
Die bequemste Verbindung von Sapporo nach Otaru ist der Zug: JR Rapid Airport und lokale JR-Linien fahren alle 15-30 Minuten, die Fahrt dauert rund 30-35 Minuten. Wenn du mit dem Auto unterwegs bist, brauchst du je nach Startpunkt 30-60 Minuten. Die Route über den Küstenabschnitt ist landschaftlich schöner, aber Parken in Otaru ist teuer – rund um den Kanal zahlst du schnell 500-600 Yen pro Stunde.
Wie touristisch ist Otaru wirklich?
Otaru ist tagsüber sehr touristisch, vor allem rund um den Kanal und die Sakaimachi Street. Zwischen 9 und 17 Uhr kommen viele Tagesgäste aus Sapporo und Kreuzfahrtschiffe legen regelmäßig an. Abseits dieser Achse wirkt die Stadt jedoch deutlich ruhiger, bodenständiger und entspannter. Wenn du früh morgens oder am späten Nachmittag unterwegs bist, erlebst du Otaru von seiner angenehmsten Seite.
Wie viele Tage sollte ich für Otaru einplanen?
Ein Tag reicht, um die Klassiker wie Kanal und Altstadt zu sehen. Für entspannteres Reisen, gutes Essen und Ausflüge wie die Shakotan-Halbinsel lohnen sich zwei bis drei Nächte.
Wie viele Einwohner hat Otaru?
Otaru hat rund 111.299 Einwohner (Stand 2020).



