Mietwagen in Norwegen: 2 Monate E-Auto, Maut und alle Kosten

// Zuletzt aktualisiert am 7. Oktober 2026

Als wir unsere Norwegen Reise geplant haben, stand ziemlich schnell die Frage im Raum: Wie kommen wir eigentlich von A nach B? Fahren wir mit dem Auto von Deutschland hoch, mieten wir einen Camper oder nehmen wir einen Mietwagen in Norwegen? Und wie viel kostet uns der Spaß eigentlich? Je konkreter unsere Route wurde, desto mehr haben wir gerechnet, verglichen und überlegt, welche Variante für uns überhaupt Sinn ergibt.

Am Ende sind daraus zwei Monate und 6.300 Kilometer mit einem E-Auto bis in den hohen Norden geworden. Ob wir irgendwo mit leerem Akku gestrandet sind, ob unser Reisebudget gesprengt wurde und ob wir es wieder so machen würden, klären wir jetzt von unterwegs. Fangen wir doch von vorne an, bei der Frage, warum es überhaupt ein Mietwagen wurde.

Schwarzer Mietwagen in Norwegen vor nebelverhangenen Bergen auf einer Passstraße

Mietwagen in Norwegen: Warum es für uns kein Camper wurde

Für unsere Route durch Norwegen war ein Mietwagen* am Ende die flexibelste und für uns günstigste Lösung. Bei der Planung kamen zunächst drei Optionen infrage: ein Camper, ein Mietwagen oder öffentliche Verkehrsmittel.

Letzteres fiel für uns schnell raus, denn wir sind Mid-Budget unterwegs, haben als digitale Nomaden ohnehin immer unser halbes Leben dabei und wollten vor allem flexibel bleiben. Bis zwei Wochen vor Start unseres Roadtrips standen keine Details fest, nur eine grobe Route: von Oslo bis zum Nordkap und über die Lofoten zurück. Das mit Bus und Bahn zu planen, wäre für uns eher kompliziert als entspannt gewesen. Also blieb nur noch die Entscheidung zwischen Camper und Mietwagen.

Ein Camper hätte für unsere zwei Monate rund 10.000 € Miete gekostet und war damit ziemlich schnell vom Tisch. Gerade für den ersten Monat in Trondheim hätte sich das kaum gelohnt: Wir hatten eine feste Wohnung und nutzten den Mietwagen für Einkäufe und Ausflüge. Einen Camper daneben stehen zu haben, wäre ein ziemlich teurer Spaß gewesen. Kurz überlegten wir trotzdem, erst für den Roadtrip umzusteigen. Ein Fahrzeugwechsel mitten in Norwegen und die Rückgabe an einem anderen Ort hätten durch die Einweggebühren aber einen großen Teil der möglichen Ersparnis wieder aufgefressen.

Schlussendlich war klassischer Mietwagen* von Anfang bis Ende für unsere Norwegen Reise schlicht am unkompliziertesten: ohne Umbuchen, Fahrzeugwechsel und ständiges Gepäckumräumen.

Entscheidungsfindung: Welche Art von Transportmittel sich für dich lohnt?

❌ Für einen reinen Städtetrip (Oslo, Trondheim, Tromsø) brauchst du nichts, dort kommst du zu Fuß und mit dem Nahverkehr gut zurecht. Im Notfall kannst du immer noch spontan einen Mietwagen* vor Ort buchen.
🚐 Camper: Für längere Rundreisen, wenn du oft den Standort wechseln willst.
🚗 Mietwagen*: Wenn du länger an einem Ort bist sowie für kürzere Rundreisen.
Blick aus dem Mietwagen in Norwegen auf Berge und Fjord während der Fahrt

Elektroauto in Norwegen: alles, was du dazu wissen musst

„Ihr wollt das WIE weit fahren? Mit einem E-Auto? Bis zum Nordkap?“ Für einen sommerlichen Roadtrip ist ein Elektroauto in Norwegen aus unserer Erfahrung eine sehr gute Wahl: Die Reichweite reicht, das Ladenetz ist gut ausgebaut und bei uns war es sogar deutlich günstiger als ein Verbrenner.

Davon selbst überzeugt waren wir anfangs allerdings auch nicht. Aus Gewohnheit hätten wir vermutlich eher zum Vebrenner gegriffen. Tanken dauert ein paar Minuten, du brauchst keine App und musst dir über Reichweite oder Ladestopps erstmal keine Gedanken machen. Gerade bei einer so langen Route ist das doch die entspanntere Option. Vor allem nachdem unser letztes E-Auto, ein Fiat 500e, in Italien ein Flopp war.

Der Grund, warum ein E-Auto auf Reisen dann überhaupt noch zur Debatte stand, war ziemlich offensichtlich: Es war mit Abstand die günstigste Option. Der Mietpreis für einen Verbrenner lag ungefähr beim Fünffachen des E-Autos, dafür wäre das Fahrzeug kleiner gewesen. Bei diesem Unterschied haben wir uns die Mühe gemacht und alles über Elektroautos in Norwegen recherchiert: Akkugröße, Reichweite, Ladenetz, Spritkosten, Maut, Fähren.

Elektrischer Toyota als Mietwagen in Norwegen auf einer Bergstraße

Good News: Unsere gebuchte Fahrzeugklasse war ein Mittelklasse-E-Auto, konkret VW ID.4 oder ähnlich. Mit einer Akkuladung waren damit rund 500 Kilometer drin. Bei der Elektromobilität ist das Land weltweit ganz vorn mit dabei: Weit über 90 % der 2024 neu zugelassenen Autos waren dort vollelektrisch und öffentliche Ladesäulen gibt es überall.

Unsere Skepsis war damit ziemlich schnell verflogen. Bei dem Preisunterschied und den Voraussetzungen war die Entscheidung ein No-Brainer. Nach zwei Monaten können wir sagen: Wir würden für einen Norwegen-Roadtrip im Sommer jederzeit wieder ein E-Auto nehmen.

🚗⚠️ Heads Up für die Fahrzeugklasse: Für eine Norwegen Rundreise im Sommer empfehlen wir ein vollelektrisches mit großer Reichweite mindestens in der Mittelklasse. Denn ein Kleinwagen mit geringer Reichweite bringt dich bei den Strecken nicht weit. Du willst schließlich nicht ständig anhalten und stundenlang laden.

Fahren mit einem E-Auto im Alltag: Netz und Reichweite und Laden

Vor Ort haben wir auch nach unserer Detail-Recherche nicht schlecht gestaunt, wie unkompliziert alles funktioniert. Sei es in großen Städten wie Trondheim und Tromsø oder an abgelegenen Orten mitten im Nirgendwo: Ladesäulen gab es erstaunlich oft. Und obwohl in Norwegen so viele Autos elektrisch unterwegs sind, hatten wir nur ein einziges Mal den Fall, dass alle Säulen belegt waren und wir rund 30 Minuten warten mussten. Allerdings auch nur, weil jemand sein Auto dort geparkt hatte, ohne zu laden. Finden wir alles andere als cool.

Sonst haben wir unseren Toyota einfach geladen, wenn es gerade passte: beim Einkaufen, während wir essen waren, nachts an der Unterkunft* oder wenn wir nach stundenlangem Autofahren sowieso eine Pause machen wollten. Beim Schnellladen standen wir dabei so gut wie nie länger als 30 Minuten an der Säule.

Mit 90 % Akku kamen wir in der Praxis mehr als 400 Kilometer weit und hatten danach häufig noch 50 bis 70 Kilometer Restreichweite. An längeren Fahrtagen haben wir meistens einmal geladen, selten zweimal. Wenn wir uns nur in einer Region bewegt haben, gab es auch Tage ganz ohne Ladestopp. Nach 61 Tagen und rund 6.300 Kilometern sind wir kein einziges Mal mit leerem Akku liegengeblieben. Angst vor zu wenig Reichweite hatten wir vor allem in den ersten Tagen, danach wurde das Laden ziemlich schnell zur Routine.

How to: E-Auto Laden in Norwegen

Fürs Laden reichte uns fast die komplette Reise über die Elton-App. Sie deckte rund 90 % der Ladesäulen ab, die für uns unterwegs relevant waren, zeigte freie Stationen an und wir konnten direkt darüber bezahlen. An einzelnen Säulen funktionierte Elton nicht, dort konnten wir meistens einfach mit Kreditkarte zahlen.

⚡️ Achte auf die Ladeleistung: Nicht jede Ladesäule lädt gleich schnell. Entscheidend ist die angegebene Leistung in kW. An einer 22-kW-Säule dauert ein Ladestopp deutlich länger als an einem Schnelllader mit beispielsweise 150 kW. Voraussetzung ist aber, dass dein Auto diese Ladeleistung überhaupt aufnehmen kann. Gerade auf langen Fahrtagen würden wir deshalb immer kurz schauen, wie schnell die Säule tatsächlich lädt.
Norwegen Elton App Mietwagen in Norwegen: 2 Monate E-Auto, Maut und alle Kosten

Was du vor deiner Reise machen solltest: Elton herunterladen und direkt eine funktionierende Zahlungsmethode hinterlegen. Du kannst bspw. mit Apple Pay oder einer Kreditkarte bezahlen. Bei der Übernahme des Mietwagens auch kurz prüfen, ob ein Ladekabel im Auto liegt. An den Schnellladesäulen ist das Kabel fest verbaut, an langsameren Ladepunkten haben wir unser eigenes Kabel dagegen ein paar Mal gebraucht.

Auf Reisen sollter immer eine zuverlässige Kreditkarte dabei sein. Egal ob für Mietwagen, Unterkünfte oder Zahlungen unterwegs. Welche wir nach drei Jahren Vollzeitreisen selbst nutzen und warum, zeigen wir dir in unserem Kreditkarten-Vergleich →

Was uns beim E-Auto genervt hat

Was uns tatsächlich öfter genervt hat, war die Position des Ladeanschlusses am Auto. Bei unserem Toyota saß er vorne links, während er bei vielen anderen Fahrzeugen hinten links war. Gerade bei Säulen mit kurzen Kabeln kann das dazu führen, dass theoretisch noch ein Ladeplatz frei ist, du mit deinem Auto aber trotzdem nicht an den Stecker kommst. Uns ist das vor allem an Tesla-Säulen aufgefallen. Dann hilft manchmal nur umparken oder die nächste Säule nehmen.

Dazu kommen die kleineren Dinge: Je nach Ladegeschwindigkeit, Anbieter und Ort unterscheiden sich die Preise pro Kilowattstunde teilweise deutlich. An abgelegenen Stationen einmal kurz checken, ob die Säule tatsächlich lädt und keine Störung anzeigt. Aber komplett nach dem Prinzip „einfach einstöpseln und fertig“ funktioniert auch das Laden in Norwegen noch nicht, aber zu 99 %.

☃️ Wie sieht es im Winter aus?
Unsere Erfahrungen stammen ausschließlich aus dem Sommer, bei Temperaturen meist zwischen 10 und 20 Grad. Wenn du in der kalten Jahreszeit unterwegs bist, solltest du auf jeden Fall mehr Reserve einplanen, da unter anderem Kälte, Heizung, Schnee und Gegenwind den Verbrauch erhöhen.
Leere Landstraße durch Norwegens Berglandschaft bei einer Rundreise mit dem Mietwagen

Was unser Mietwagen in Norwegen gekostet hat

Für unseren Mietwagen in Norwegen haben wir für 61 Tage 2.635 € bezahlt. Mit Laden, Maut und Fähren kamen wir am Ende auf rund 3.500 € für zwei Monate und 6.300 Kilometer.

Mietwagenpreise in Norwegen schwanken stark nach Saison, Buchungszeitpunkt, Abholstation und Fahrzeugklasse. Für deinen Reisezeitraum kann der Preis also ganz anders aussehen. Was sich bei unserer Suche aber deutlich gezeigt hat: Früh buchen kann sich lohnen.

Bei Mietwagen gehen wir deshalb meistens gleich vor: Sobald die Reise feststeht, buchen wir einen passenden Wagen, den wir (ganz wichtig) kostenlos stornieren können. In den letzten vier Wochen vor der Reise behalten wir die Preise auf Vergleichsplattformen wie Check24* oder sunnycars* noch einmal im Auge. Finden wir ein deutlich besseres Angebot, buchen wir einfach um, wir haben ja schließlich nichts zu verschenken. Unsere Kosten geben dir eine gute Größenordnung dafür, womit du bei einer längeren Rundreise rechnen kannst.

Was wir bezahlt haben (2 Monate) Betrag
Mietwagen (E-Auto, Toyota C-HR+ 72 kWh) ~2.635 €
Laden ~485 €
Parken, Maut, Autofähren & Scooter ~380 €
Gesamt ~3.500 €

Reisedauer: 61 Tage · Gefahrene Strecke: ~6.300 km

Was im Mietpreis enthalten war

  • unbegrenzte Kilometer
  • Haftpflichtversicherung
  • Vollkasko- und Diebstahlschutz ohne Selbstbeteiligung (durch Rückerstattung)
  • Zusatzschutz für Glas, Reifen, Unterboden und Dach

Einen Zusatzfahrer hatten wir nicht gebucht. Reserviert hatten wir ursprünglich einen VW ID.4 oder ein vergleichbares Fahrzeug, vor Ort bekamen wir stattdessen den Toyota C-HR+.

Was uns die Alternativen gekostet hätten

Haben wir uns angeschaut und wieder verworfen. Beide hätten den Roadtrip deutlich teurer gemacht:

  • Verbrenner (Kleinwagen): Rund 14.000 € reine Miete für zwei Monate, also etwa das Fünffache unseres E-Autos. Sprit, Parken, Maut und Autofähren wären noch dazugekommen.
  • Camper: Rund 10.000 € reine Miete für zwei Monate. Unsere Kombination aus Mietwagen, sämtlichen Unterkünften inklusive Campingplätzen und neu gekaufter Campingausrüstung lag dagegen bei 8.650 €. Darin sind auch Laden, Parken, Maut, Autofähren und die paar Scooterfahrten bereits enthalten. Damit lagen wir 1.350 € unter der reinen Campermiete. Beim Camper hätten wir Sprit, Campingplätze und mögliche Mehrkosten für das größere Fahrzeug noch obendrauf rechnen müssen.

⛽️ Sprit kommt noch obendrauf: Für den Verbrenner-Kleinwagen haben wir mit 7 bis 8 Litern Verbrauch auf 100 Kilometer gerechnet. Bei rund 2 € pro Liter wären für unsere 6.300 Kilometer allein 900 bis 1.000 € fürs Tanken zusammengekommen. Unser E-Auto lag dagegen bei 485 € fürs Laden. Auch beim Camper kämen zur Miete noch Spritkosten dazu – abhängig vom Fahrzeug und seinem Verbrauch.

Im Detail: Was uns das Laden in Norwegen gekostet hat

Beim Laden hatten wir vor der Reise tatsächlich mit etwas weniger gerechnet. An Schnellladesäulen zahlten wir unterwegs meist zwischen 0,50 und 0,60 € pro Kilowattstunde. Bei den langsameren Ladesäulen (ca. 0,30 und 0,40 € pro Kilowattstunde) ist sowie an den heimischen Wallbox (ca. 0,15 und 0,25€ pro Kilowattstunde) ist es günstiger.

Für die Sparfüchse unter euch: Ein bisschen hätten wir noch sparen können, wenn wir häufiger langsam geladen hätten. Über zwei Monate wären dabei vielleicht 20 bis 40 € zusammengekommen. Das war es uns nicht wert. Slow Travel heißt für uns, sich Zeit für ein Land zu nehmen, nicht stundenlang neben einer Ladesäule zu sitzen, um ein paar Euro zu sparen. Wo wir aber immer zugeschlagen haben: auf Campingplätzen. Wenn du dort die Möglichkeit zum Laden hast, frag nach dem Preis. Wir haben oftmals nur 5-10 € langsam laden können. Gerade mit einem leere Akku kann das eine günstige Alternative sein.

Was du fürs Zelten brauchst und wie viel wir für Campingplätze und Ausrüstung bezahlt haben, zeigen wir im Norwegen-Campingguide →

Frau im Mietwagen in Norwegen während eines Roadtrips durch die Berglandschaft

Zu schnell fahren kann sehr teuer werden

Tempolimits solltest du in Norwegen ernst nehmen. Stationäre Kontrollen und Abschnittsmessungen werden zwar angekündigt, mobile Polizeikontrollen dagegen nicht. Schon geringe Überschreitungen können hohe Bußgelder nach sich ziehen, die deutlich höher ausfallen als in Deutschland.

🚓 Was kostet zu schnelles Fahren in Norwegen? Schon 5 km/h über dem Limit können dich rund 115 € kosten. Die Bußgeldsätze findest du bei Lovdata.

Wir würden uns deshalb gar nicht erst auf Diskussionen über Toleranzwerte oder ein paar Kilometer pro Stunde einlassen. Halte dich an die ausgeschilderte Geschwindigkeit, nutze auf langen Etappen den Tempomat und fahr im Zweifel lieber etwas langsamer. Das ist entspannter – vor allem für deine Reisekasse.

Maut beim Mietwagen in Norwegen: AutoPASS

AutoPASS ist das elektronische Mautsystem in Norwegen. Statt physische Mautstellen oder Schranken erfassen Kameras beziehungsweise ein Transponder das Fahrzeug beim Durchfahren und die Kosten werden später abgerechnet.

Bei unserem Mietwagen* war der AutoPASS-Transponder bereits eingebaut. Wir mussten also weder etwas anmelden noch unterwegs bezahlen und bekamen die Kosten später über den Mietwagenanbieter abgerechnet. Ehrlich gesagt ziemlich angenehm, weil wir uns während der gesamten Reise um nichts kümmern mussten. Prüf bei deiner Buchung trotzdem, wie dein Vermieter die Maut abrechnet und ob zusätzliche Verwaltungsgebühren dazukommen. Das unterscheidet sich je nach Anbieter und Tarif.

Mit unserem E-Auto war die Maut teilweise zusätzlich günstiger, denn für emissionsfreie Fahrzeuge gelten je nach Strecke reduzierte Tarife. Auch bei einigen Autofähren gibt es Vergünstigungen. Wie hoch der Vorteil tatsächlich ausfällt, hängt von der jeweiligen Mautstrecke beziehungsweise Fährverbindung ab.

Etwas anders sieht es aus, wenn du mit dem eigenen Auto nach Norwegen fährst. Dann solltest du dich vorab unbedingt rechtzeitig um die passende Registrierung oder einen AutoPASS-Vertrag kümmern. Damit bekommst du je nach Strecke Rabatte. Für Vergünstigungen auf Fähren ist teilweise zusätzlich eine AutoPASS-for-ferje-Vereinbarung nötig.

⚠️ Heads-up: Stadtmaut läppert sich schneller, als du denkst

In Städten merkst du oft gar nicht direkt, wie häufig du durch einen Mautpunkt fährst, weil du nirgendwo anhalten oder bezahlen musst. In Trondheim führte unsere knapp zwei Kilometer lange Strecke zum Gym jedes Mal durch einen Mautpunkt. Hin und zurück kamen so pro Training rund drei Euro zusammen. Genau solche kleinen Fahrten können sich über mehrere Wochen summieren. Der Preis hängt unter anderem von Fahrzeugtyp, Antriebsart und teilweise auch der Tageszeit ab und was am Ende zusammengekommen ist, siehst du oft erst auf der späteren Abrechnung.

Fähren mit dem Mietwagen: einfacher als gedacht

Bei unseren Fährfahrten war das Ganze ziemlich unkompliziert: vorfahren, in die passende Spur stellen und aufs Schiff fahren. Das Kennzeichen wurde erfasst und die Kosten landeten später automatisch in der AutoPASS-Abrechnung.

Bei längeren oder stark nachgefragten Verbindungen, beispielsweise zwischen Bodø und den Lofoten, würden wir vorher trotzdem prüfen, ob eine Reservierung sinnvoll oder notwendig ist. Bei den kleineren Fjordfähren sind wir dagegen einfach hingefahren und fast immer direkt mitgekommen.

🤑 Resümee Zusatzkosten: Nach zwei Monaten lagen wir bei rund 370 € für Parken, Maut und Autofähren zusammen. Wie hoch die Kosten bei dir ausfallen, hängt natürlich stark von deiner Route, den genutzten Fähren und den Parkplätzen ab.

Fahren in Norwegen: was im Alltag auffällt

Manche Dinge beim Autofahren in Norwegen fallen dir erst auf, wenn du selbst ein paar Tage unterwegs bist. Vieles ist unkompliziert, anderes funktioniert ein bisschen anders als zu Hause und gerade auf schmalen Landstraßen oder beim Parken lohnt es sich, ein paar Eigenheiten vorher zu kennen.

Straßen: Gut ausgebaut, teilweise sehr schmal

Die Landstraßen, Autobahn und weitere mautpflichtige Strecken fanden wir insgesamt sehr gut ausgebaut. Abseits davon kann es aber schnell deutlich enger werden. Gerade auf den Lofoten und kleineren Küstenstraßen passen teilweise kaum zwei Autos entspannt aneinander vorbei. Nicht selten sind hier Autos dauerhaft mittig gefahren oder haben nicht einsehbare Kurven geschnitten.

Normalerweise gibt es für diese Situationen in ganz Norwegen Ausweichbuchten, die unbedingt freigehalten werden. Wir haben trotzdem immer wieder gesehen, dass sie als Parkplatz oder Fotostopp genutzt wurden. Fahr deshalb vorausschauend, rechne jederzeit mit Gegenverkehr und verlasse dich nicht auf die anderen Autofahrenden.

Was für uns anfangs gewöhnungsbedürftig war: mehrspurige Kreisverkehre. Wer eine spätere Ausfahrt nehmen möchte, blinkt häufig bereits beim Einfahren links und beim Verlassen rechts.

Parken: einfach mit ein paar Regeln

Beim Parken solltest du genau darauf achten, ob die Plätze kostenlos sind oder nicht. Denn meistens wird dein Kennzeichen beim Reinfahren gescannt und du musst selbst dafür sorgen vor dem Rausfahren zu bezahlen. Wir haben dafür entweder die EasyPark App genutzt oder haben ganz klassisch am Parkautomat unser Kennzeichen eingegeben und den angezeigten Betrag bezahlt.

Und wenn der Parkplatz voll ist, heißt das nicht automatisch, dass die nächste Ausweichbucht zur Parkfläche wird.

Fußgänger & Tiere: beides selbstverständlich auf den Straßen

An Zebrastreifen solltest du aufmerksam sein: Fußgänger in Norwegen gehen immer davon aus, dass die Fahrzeuge anhalten und überqueren entsprechend selbstverständlich auf die Straße.

Und dann wären da noch die Tiere. Gerade im Norden standen bei uns immer wieder Rentiere auf oder direkt neben der Fahrbahn, abseits größerer Straßen auch Schafe und Kühe. Warnschilder solltest du deshalb ernst nehmen, das Tempo in unübersichtlichen Bereichen reduzieren und immer damit rechnen, dass plötzlich etwas auf der Straße steht.

Rentiere gehen über eine Straße während Autos warten

Unsere Tipps für eine Mietwagen-Rundreise durch Norwegen

Bei unserer Norwegen-Rundreise haben wir ziemlich schnell gemerkt, dass ein guter Plan vor allem eins braucht: Zeitpuffer. Fähren, Wetter, Wanderungen oder ein spontaner Stopp sorgen sowieso dafür, dass nicht jeder Tag so läuft wie gedacht. Wir würden deshalb heute noch etwas weniger fest einplanen und lieber mehr Puffer lassen. Gerade die Tage, an denen wir spontan länger geblieben sind oder einfach irgendwo angehalten haben, waren am Ende oft die entspanntesten.

🗺️ Route nicht überladen: Plane lieber weniger Stopps und dafür genug Zeit vor Ort ein.

⏱️ Zeitpuffer einbauen: Fähren können voll sein, das Wetter kann kippen und manchmal willst du einfach länger bleiben als gedacht.

🔋 Laden mit dem Alltag verbinden: Nutze Essenspausen, Einkäufe oder kurze Spaziergänge für den Ladestopp. So fühlt sich die Zeit an der Säule kaum wie Wartezeit an.

🚧 Straßenlage prüfen: Für saisonale Sperrungen, Baustellen und aktuelle Verkehrsbedingungen haben wir die App Vegvesen trafikk von Statens vegvesen genutzt. Dort findest du Verkehrsmeldungen, den Status von Bergpässen und wetteranfälligen Straßen sowie teilweise Webcams entlang der Strecke.

Fazit: In Norwegen würden wir wieder zum E-Auto greifen

Wenn wir heute auf die zwei Monate zurückblicken, würden wir vor allem eins genauso wieder machen: Norwegen mit dem Auto bereisen. Diese Freiheit, einfach irgendwo anzuhalten, spontan die Route zu ändern oder noch einen Tag länger zu bleiben, war für uns einfach Gold wert. Und das E-Auto? Würden wir sofort, ohne groß drüber nachzudenken, wieder nehmen. Für unseren Sommer-Roadtrip hat das einfach gepasst und sich unterwegs nie wie die schlechtere oder kompliziertere Lösung angefühlt.

Was wir beim nächsten Mal vielleicht anders machen würden: Für einen Teil der Strecke doch mal einen Camper ausprobieren. Einfach, um noch spontaner zu sein und abends nicht immer überlegen zu müssen, auf welchem Campingplatz wir schlafen. Wildcampen mit dem Zelt war nämlich weniger unkompliziert als gedacht oder wir haben uns einfach ein bisschen angestellt. Aber komplett ohne eigenes Fahrzeug durch Norwegen? Für uns eher nicht.

FAQ: Häufige Fragen zu Mietwagen in Norwegen

Lohnt sich ein E-Auto als Mietwagen in Norwegen?

Ja, für unsere zweimonatige Sommerreise hat sich ein E-Auto klar gelohnt. Das Laden funktionierte auch außerhalb größerer Städte problemlos, und mit gut 500 Kilometern Reichweite hatten wir im Alltag keine Angst stehen zu bleiben.

Wie funktioniert die Maut bei einem Mietwagen in Norwegen?

Die Maut wird elektronisch über Kameras oder einen AutoPASS-Transponder erfasst und später über den Vermieter abgerechnet. Bei unserem Mietwagen* war der Transponder bereits eingebaut; du solltest vor der Buchung trotzdem mögliche Verwaltungsgebühren prüfen.

Kann ich mit einem Mietwagen norwegische Fähren nutzen?

Ja, wir nutzten mit unserem Mietwagen zahlreiche kleinere Autofähren ohne Probleme. Das Kennzeichen wurde erfasst und viele Überfahrten erschienen später automatisch in der AutoPASS-Abrechnung.

Brauche ich für eine Norwegen-Rundreise einen SUV oder Allrad?

Für unsere Reise im Juli und August hätten wir keinen Allradantrieb gebraucht. Die Straßen waren überwiegend in sehr gutem Zustand, und Schotterstraßen begegneten uns nur wenige Male; im Winter oder auf speziellen Bergstrecken kann die Lage anders aussehen.

Was kostet das Laden eines E-Autos in Norwegen?

An Schnellladesäulen zahlten wir meist rund 0,50 bis 0,60 Euro pro Kilowattstunde. Über zwei Monate und 6.300 Kilometer kamen bei uns grob 485 € fürs Laden zusammen; zu Hause an der eigenen Wallbox ist es für Einheimische deutlich günstiger.

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