Auf unserer Route über die Lofoten war Henningsvær zunächst als kurzer Zwischenstopp eingeplant. Das Bild vom Fußballfeld ist schließlich weit über Norwegen hinaus bekannt geworden, und natürlich wollten auch wir wissen, was es mit einem der beliebtesten Fotospots der Lofoten auf sich hat.
Unser Plan war einfach: einmal durch den Ort laufen, den Fußballplatz anschauen, Kaffee und Kanelsnurr holen und anschließend weiterfahren. Nach unserer Wanderung auf den Delpen wollten wir keine weitere Nacht auf dem Campingplatz verbringen, auf dem wir zuvor gestanden hatten. Der war so gut, dass wir dort nicht einmal duschen wollten. Also buchten wir spontan eine Hütte in Henningsvær und machten aus dem kurzen Abstecher eine Übernachtung. So konnten wir herausfinden, was Henningsvær abseits seines berühmtesten Fotomotivs zu bieten hat.

- Der Fußballplatz von Henningsvær: Warum das berühmte Foto nur von oben funktioniert
- Henningsvær Sehenswürdigkeiten: Was es im Ortskern zu sehen gibt
- Übernachten in Henningsvær: Unsere rote Fischerhütte
- Essen in Henningsvær: Kanelsnurr statt Restaurant-Hopping
- Anreise und Parken in Henningsvær
- Fazit zu Henningsvær: Schön gesehen zu haben, mehr aber auch nicht
- FAQ: Häufige Fragen zu Henningsvaer
Der Fußballplatz von Henningsvær: Warum das berühmte Foto nur von oben funktioniert
Der Fußballplatz von Henningsvær ist vermutlich das meistfotografierte Stück Rasen Norwegens. Auf den bekannten Aufnahmen liegt das Spielfeld auf einer kleinen Felseninsel, ringsum Wasser, dahinter die Berge. Das Motiv hast du wahrscheinlich schon einmal gesehen, auch wenn dir das Fischerdorf bisher nichts sagte. Was dabei schnell untergeht: Für diese Perspektive brauchst du eine Drohne*. Vom Boden aus bleibt von der spektakulären Aufnahme wenig übrig, denn dann ist es ein stinknormaler Fußballplatz. Der eigentliche Social-Media-Star ist der Kamerastandpunkt.
Die passende Technik allein reicht allerdings nicht. Das Wetter muss mitspielen und die vielen Bilder im Netz sind kein Beleg dafür, dass du jederzeit fliegen darfst. Prüf deshalb vorab, welche Flugbeschränkungen aktuell gelten. Der Drohnenandrang kommt bei einigen Locals außerdem alles andere als gut an, schließlich wohnen hier ganz normale Menschen. Ob du sie nach Prüfung der Regeln trotzdem startest? You do you.
Wir entschieden uns gegen den Flug: Das Wetter war usselig und wir hatten null Lust, sie unter diesen Bedingungen hochzuschicken oder im Zweifel Ärger zu bekommen. Also gingen wir gar nicht erst zum Platz, während gefühlt alle anderen genau dorthin unterwegs waren. Aufnahmen davon haben wir deshalb keine. Vermisst haben wir sie bis heute keine Sekunde, denn eine Reise wird für uns nicht schlechter, nur weil dieses eine Bild oder Video fehlt.
Henningsvær Sehenswürdigkeiten: Was es im Ortskern zu sehen gibt
Stattdessen schauten wir uns den Ortskern an. Henningsvær ist ein kleines Fischerdorf mit Hafen, Holzhäusern, Trockenfischgestellen, Galerien, Cafés und Restaurants. Alles liegt so nah beieinander, dass du das Zentrum in rund 30 Minuten einmal ablaufen kannst. Die hübsch hergerichtete Straße und die Lage zwischen Felsen und Wasser haben definitiv ihren Reiz. Kein Wunder also, dass es tagsüber richtig voll wird.

Spätestens als wir mit dem Auto über die Straße zu unserer Unterkunft mussten, war klar: Jetzt sind wir auf den touristischen Lofoten angekommen. Überall liefen Menschen eher gemütlich als aufmerksam über die Straße und die bekannten Fotospots waren belagert – teilweise erstaunlich lange für dieses eine perfekte Bild. Sieht ja auch schön aus, keine Frage. Geht aber auch alles ein bisschen schneller.
Ein paar Schritte weiter wirkte Henningsvær auf uns weniger idyllisch, als die Bilder vermuten lassen. An einigen Stellen wurde gebaut, andere Ecken waren sichtbar heruntergekommen und ganz so piekfein ist das Fischerdorf eben nicht. Kann ja auch nicht alles herausgeputzt sein, schließlich wird hier ganz normal gelebt.

Ein großes Highlight hatten wir hier nicht. Auch bekannte Anlaufstellen wie die Kunstgalerie Kaviar Factory ließen wir aus. Nach unserer Wanderung auf den Delpen fehlten uns dafür Energie und Lust. Wir liefen durch die Gassen, schauten uns den Hafen an, holten Gebäck und kauften beim Joker für den Abend ein. Am stärksten in Erinnerung blieb uns das spiegelglatte Hafenbecken, in dem sich Häuser, Berg und Nebel perfekt abzeichneten.
Für einen gemütlichen Spaziergang, ein paar Fotos und eine Pause im Café reichen zwei bis drei Stunden völlig aus. Mehr Zeit brauchst du nur, wenn du Galerien besuchen, ausgiebig essen gehen oder eine Wanderung auf den Festvågtinden machen möchtest.

Übernachten in Henningsvær: Unsere rote Fischerhütte
Wir haben spontan in Henningsvær in einer der roten Hütten der Henningsvær Rorbuer* übernachtet. Unsere Unterkunft war einfach eingerichtet, aber großzügig geschnitten. Mit zwei Schlafzimmern, eigener Küche und einem Parkplatz direkt vor der Tür hatten wir alles, was wir für eine Nacht brauchten. Außerdem lag sie abseits vom größten Trubel. Bezahlt haben wir rund 230 €, was für die Lofoten und diese Ausstattung absolut in Ordnung geht.

Natürlich gibt es auch zentralere Adressen. Die Lage bezahlst du allerdings gleich mit – günstig waren die Optionen bei unserer Suche jedenfalls nicht. Welche Unterkünfte wir noch gesehen hatten:
- Villa Bluebird*: komplette Villa mit Blick auf den Fjord
- Rorbuleilighet Lysøya*: Ferienwohnung direkt am Wasser
- Villa Bryggekanten*: zentral gelegen, wenn du zu Fuß überall sein willst
- Henningsvær Bryggehotell*: klassisches Hotel direkt am Hafen
Essen in Henningsvær: Kanelsnurr statt Restaurant-Hopping
Restaurant-Hopping fiel bei uns aus. Wir kauften im Supermarkt ein und kochten abends in unserer Hütte selbst – nach einem Wandertag genau die richtige Entscheidung. Joker ist für seine Größe ganz ok sortiert, preislich lag er allerdings einen Tacken über dem, was wir aus Nord- und Mittelnorwegen kannten.
Für eine süße Pause können wir dir das Henningsvær Lysstøperi and Cafe empfehlen. Die Kanelsnurr waren richtig gut und bei dem usseligen Wetter genau das, was wir brauchten. Würden wir noch einmal hier landen, wäre das Café ziemlich sicher unser erster Stopp.
Eine bekannte Alternative für Kaffee, Essen und Drinks ist die Trevarefabrikken, eine Kombination aus Hotel*, Café und Restaurant. Die hintere Terrasse blickt Richtung Sonnenuntergang und steht auch Gästen offen, die nicht im Hotel übernachten.



Anreise und Parken in Henningsvær
Die Anfahrt nach Henningsvær führt über eine schmale Küstenstraße und ist landschaftlich fast spannender als vieles, was später im Ortskern kommt. Sie verläuft am Wasser, schlängelt sich zwischen Felsen hindurch und führt über mehrere Brücken. Schon auf der Zufahrt war klar: Im Ort wird es voll. Reisebusse kamen uns entgegen, die regulären Parkbuchten waren belegt und teilweise standen sogar Autos in den Ausweichbuchten.
Good to know: Du kannst Henningsvær auch mit dem Bus erreichen. In der Hauptsaison wahrscheinlich auch praktischer, um so volle Parkplätze oder lange Wege bis in den Ort zu vermeiden.
Das muss wirklich nicht sein, egal wie sehr ein Spot gehypt wird. Auf den schmalen Straßen werden diese Flächen dringend gebraucht, damit der Gegenverkehr passieren kann. Es passen ja gerade so zwei Autos nebeneinander. Kommt dir dort ein Wohnmobil entgegen und die nächste Bucht ist blockiert, wird es schnell zu einer ziemlich heiklen Angelegenheit.
Im Ort selbst kannst du das Auto stehen lassen: einmal abstellen, den Rest zu Fuß. Dafür gibt es mehrere ausgewiesene Parkplätze.

Fazit zu Henningsvær: Schön gesehen zu haben, mehr aber auch nicht
Wären wir noch nie dort gewesen, würden wir Henningsvær aus Neugier vermutlich wieder in unsere Route einbauen. Bei einem weiteren Lofoten Roadtrip würden wir dann allerdings vorbeifahren. Einen größeren Umweg würden wir für den Ort ebenfalls nicht machen.
Enttäuscht waren wir trotzdem nicht. Wir hatten eine gute Zeit, doch als wir am nächsten Tag weiterfuhren, gab es kein „Schade, hier wären wir gerne länger geblieben“. Auch der Gedanke, irgendwann unbedingt zurückkommen zu wollen, stellte sich nicht ein. Vielleicht lag es am grauen Wetter, vielleicht am Trubel oder an den zu hohen Erwartungen. Wahrscheinlich war es eine Mischung aus allem. Henningsvær ist schön, keine Frage. Ein Muss wird daraus für uns trotzdem nicht. Einmal hat uns vollkommen gereicht.

FAQ: Häufige Fragen zu Henningsvaer
Wie viel Zeit brauchst du für Henningsvær und lohnt sich eine Übernachtung?
Zwei bis drei Stunden reichen für einen Spaziergang, ein paar Fotos und eine Café-Pause. Wir haben eine Nacht dort verbracht und hätten bei einem zweistündigen Stopp nichts Wesentliches verpasst.
Ist das Fußballfeld in Henningsvær sehenswert?
Der Fußballplatz wirkt fast ausschließlich aus der Drohnenperspektive besonders. Vom Boden aus bleibt es ein normaler Fußballplatz, weshalb wir den Weg bei schlechtem Wetter bewusst ausgelassen haben.
Wo kannst du in Henningsvær parken?
Im Dorf gibt es ausgewiesene Stellplätze, die Flächen entlang der Zufahrtsstraße waren bei unserem Besuch dagegen bereits stark belegt.
Wie kommst du nach Henningsvær?
Am einfachsten kommst du mit dem Auto über die Küstenstraße nach Henningsvær. Es gibt auch eine Busverbindung, deren Taktung du vorab prüfen solltest. Einen eigenen Flughafen hat der Ort nicht, die nächsten liegen in Svolvær und Leknes.

