// Zuletzt aktualisiert September 16, 2026
Leichter Regen, graue Wolken und dann war Schluss: Hinter dem letzten Tunnel vor Å endet die E10 auf einem großen Parkplatz. Ab hier geht es nur noch zu Fuß weiter.
Vor uns warteten also noch ein Fischerdorf, noch ein kleiner Hafen und noch mehr rote Rorbuer. Davon hatten wir während unseres Roadtrips durch Norwegen bereits einige gesehen. Trotzdem tauchte Å i Lofoten bei unserer Routenplanung überall auf, ein Abstecher scheint einfach dazuzugehören. Und wenn wir schon einmal dort sind, machten wir es natürlich wie alle anderen und schauten vorbei.
Gleichzeitig hatte der Besuch etwas von einem kleinen Ende unserer Reise über die Lofoten. Ob Å uns nach all den Fischerdörfern davor noch überraschen konnte oder sein Reiz hauptsächlich in dieser besonderen Lage steckt? Let’s see.

Å im Schnelldurchlauf: Rorbuer, Hafen und sehr viele Möwen
Vom Parkplatz sind es nur ungefähr fünf Minuten bis ins Dorf. Der Weg ist kurz, leicht und verlangt dir keine sportlichen Höchstleistungen ab. Du kannst einfach zwischen den Gebäuden hindurchlaufen, dir den Hafen anschauen, ins Museum gehen oder in ein Restaurant einkehren. That’s basically it.

Früher am Tag waren wir bereits in Nusfjord und hatten wenig Motivation, direkt das nächste historische Fischerdorf ausführlich auseinanderzunehmen. Für uns blieb es deshalb bei einer kurzen, entspannten Runde. Shame on us, falls wir damit alles über einen Kamm scheren, doch viele Fischerdörfer auf den Lofoten unterscheiden sich aus unserer Sicht weniger stark, als es einzelne Social-Media-Posts vermuten lassen. Immerhin war der Spaziergang durch Å kostenlos.
Was uns vom Stadtbild im Gedächtnis geblieben ist: Unzählige Möwen auf dem Museumsgebäude. Seit unserer Zeit in Trondheim führen wir mit diesen Vögeln eine kleine Hassliebe. Dort gaben junge Möwen direkt neben unserem Schlafzimmer jeden Morgen akustisch ihr Bestes.

Unsere Highlights: Bäckerei und Museumsshop
Unser kulinarisches Highlight in Å war die historische Bäckerei Bakeriet på Å von 1878. Die Kanelsnurr (ein norwegischer Traum von Zimtschnecke) kamen bei unserem Besuch warm und fluffig aus dem Ofen. Genau so mögen wir sie. Ein wenig verdutzt war nur die Verkäuferin.
Marcel kam herein, warf einen Blick auf das Gebäck und verschwand direkt wieder durch die Tür. Die Verkäuferin sah mich irritiert an und meinte, noch nie habe jemand die Bäckerei betreten und sie ohne Einkauf wieder verlassen. Keine Sorge: Marcel steckte gerade mitten in einem Call und hatte mir seine Bestellung per Handzeichen durchgegeben.
⚠️ Die Bäckerei hat nur von Mai bis Oktober zwischen 9 und 14 Uhr geöffnet.



Nach der Bäckerei schauten wir noch im Museum Gift Shop nebenan vorbei. Vieles davon fiel in die Kategorie klassisches Lofoten-Souvenir, doch ich blieb ausgerechnet an einem Fischermann-Magneten hängen. Sein Kopf klebt am Kühlschrank, während der Körper darunter frei herumbaumelt. Völlig albern und genau deshalb musste er mit.
Kurz vor dem Rausgehen habe ich außerdem neben der alten Kasse einen Stempel entdeckt. Seit wir on the road sind, landen in meinem Reisejournal* neben Notizen auch allerlei alltägliche Dinge wie Stempel und Kassenbons. Papier gab es keines, also landete der Abdruck kurzerhand auf dem Kassenbon des Magneten. Kein spektakuläres Sammlerstück, aber für mich etwas sehr Wichtiges.
Praktische Reisetipps für Å i Lofoten
🚗 Anreise: Du folgst der E10 bis zum großen Parkplatz vor Å und gehst von dort ungefähr fünf Minuten zu Fuß. Die Straßen im Süden der Lofoten sind stellenweise eng und nicht jeder Urlauber scheint mit der Breite seines Mietwagens* vertraut zu sein. Wir hatten mehr als einmal eine Situation, in der es zwischen zwei Autos ziemlich knapp wurde. Fahr deshalb vorsichtig und halte die Ausweichbuchten frei.
🅿️ Parken: Es gibt einen großen Parkplatz, der kostenlos und die maximale Parkdauer ist auf sechs Stunden beschränkt – das ist auch mehr als ausreichend. Selbst mit Bäckerei, Souvenirshop, Fotostopps und einem Restaurantbesuch dürftest du das Limit kaum ausreizen.
⏰ Aufenthaltsdauer: Realistisch würden wir für Å i Lofoten etwa eineinhalb bis zwei Stunden einplanen. Mit Museum oder Restaurant entsprechend länger.
🍽️ Essen: Für einen Snack reicht die Bäckerei vollkommen aus, daneben gibt es einige Restaurants. Auf unserer Liste stand das Sild & Salmon, wir entschieden uns allerdings für Anita’s Sjømat in Reine.
😴 Übernachten: Für einen kurzen Besuch brauchst du nicht direkt in Å schlafen. Möchtest du das Ende der E10 ohne den größten Tagestrubel erleben, findest du im Dorf und der näheren Umgebung typische Rorbuer*. Für Camper bietet sich die Gegend rund um Moskenes* als Ausgangspunkt an, wenn du schnell dort sein willst. Das 50 Minuten entfernte Lofoten Beach Camp* war unsere Base. Von dort haben wir die Fischerdörfer im Süden bis nach Å abgeklappert.
Fazit zu Å i Lofoten: Kannst du machen, musst du aber nicht
Å ist ein süßer Roadtrip-Stopp am Ende der E10, für uns allerdings kein Must-see. Du kannst kostenlos parken, frei durchs Dorf laufen, eine richtig gute Kanelsnurr essen und nach eineinhalb bis zwei Stunden weiterfahren. Viel mehr Zeit würden wir dafür auch nicht einplanen. Verbinde den Abstecher am besten mit Reine, Hamnøy oder Nusfjord. Letzteres fanden wir am hübschesten, auch wenn du dort für den historischen Dorfkern Eintritt zahlen musst.
Enttäuscht waren wir von Å i Lofoten trotzdem nicht. Wir fanden den Besuch okay und können jetzt behaupten, am „Ende“ der Lofoten gewesen zu sein. Bei einem weiteren Roadtrip würden wir das Dorf allerdings auslassen und die Zeit lieber zum Wandern nutzen. Neben dem berühmten Reinebringen gibt es in der Gegend noch einige weniger bekannte Wanderungen. Auch eine Kanu- oder Bootstour würde bei uns weiter oben auf der Liste stehen. Nach all den Fischerdörfern, die wir bereits gesehen haben, reizen uns solche Erlebnisse inzwischen einfach mehr.
FAQ: Häufige Fragen zu Å i Lofoten
Lohnt sich die Fahrt nach Å auf den Lofoten?
Å lohnt sich als kurzer Abstecher, wenn du ohnehin rund um Reine oder Moskenes unterwegs bist. Müsstest du dafür eine längere Strecke fahren oder andere Pläne streichen, würden wir das Fischerdorf skippen.
Wie viel Zeit brauchst du für Å i Lofoten?
Für Å würden wir etwa eineinhalb bis zwei Stunden einplanen. Das reicht für den Rundgang, den Hafen, die Bäckerei und den Museum Gift Shop. Möchtest du zusätzlich ein Museum besuchen oder essen gehen, brauchst du entsprechend länger.
Was kannst du in Å i Lofoten machen?
In Å kannst du durch das Fischerdorf und am Hafen entlanglaufen, dir die roten Rorbuer ansehen und die historische Bäckerei besuchen. Außerdem gibt es mehrere Museen, einen Museumsshop und einige Restaurants.
Kannst du in Å kostenlos parken?
Ja, bei unserem Besuch im August 2026 war der große Parkplatz vor Å kostenlos. Die maximale Parkdauer betrug sechs Stunden.
Kostet der Besuch von Å Eintritt?
Nein, der Zugang zum Dorf und der Spaziergang zwischen den Fischerhütten waren kostenlos. Kosten fallen nur für optionale Museumsangebote, Essen und Souvenirs an.

