Eigentlich ist es jedes Mal das gleiche: Sobald uns der Alltag in Canggu über den Kopf wächst und wir dringend einen Tapetenwechsel brauchen, zieht es uns nach Ubud. Die Fahrt dorthin ist meistens weit weniger „Zen“ als man denkt. Man verbringt zwei Stunden im Stop-and-Go, manövriert sich an Autos vorbei und düst durch enge Gassen kleiner Dörfer, die eigentlich nie für diesen Verkehr gedacht waren. Und dann: Willkommen in Ubud – dem Ort, der heute so vieles ist, nur nicht mehr das ruhige Künstlerdorf, das es einmal war.
Wir kommen seit 2017 immer wieder hierher und mit jedem Besuch merken wir deutlicher, wie sehr sich nicht nur dieser Ort, sondern die gesamte Insel verändert hat. Wir erinnern uns an ruhigere Natur, weniger Chaos und einen deutlicheren Kontrast zum touristischeren Süden. Die Realität heute sieht jedoch anders aus. Wo damals noch kaum Gebäude das Stadtbild prägten, stehen heute überall Hotels, Restaurants, Shops. Was jedoch über die Jahre geblieben ist, ist der Hype um Ubud. Damals wie heute ist der Ort ein obligatorischer Stop auf jeder Bali Rundreise. Womit du deswegen rechnen musst? Chaos auf den Straßen, unglaublich viel Tourismus und eine schiere Auswahl an Möglichkeiten.
Und trotzdem – oder vielleicht genau deswegen – zieht es uns immer wieder zurück. Wir fahren nicht nach Ubud, weil der Ort unser Ruhepol – dafür ist es doch zu kommerziell. Wir fahren hin, weil Ubud unsere Erholung von unserem vorübergehenden Alltag in Pererenan ist.

- Ist Ubud noch "authentisch" oder schon zu touristisch?
- Wann und wie lange solltest du nach Ubud reisen?
- Transport: So kommst du nach Ubud & bist mobil
- Was du in Ubud alles erleben kannst
- Tegallalang Reisterrassen: Der Pflichtbesuch mit Haken
- Tagesausflüge rund um Ubud
- Wo und was essen in Ubud
- Wo übernachten in Ubud?
- Fazit: Ubud ist touristisch, aber wir empfehlen es dennoch
- FAQ: Häufige Fragen zu Ubud
Ist Ubud noch „authentisch“ oder schon zu touristisch?
Wir mussten etwas länger über dies Frage nachdenken und kommen zu dem Schluss: Es kommt ganz darauf an, wo du hinschaust. Ubud gilt seit Jahrzehnten als das kulturelle und spirituelle Zentrum der Insel – mit einer langen Tradition in Malerei, Bildhauerei, Tanz und Musik. Eingebettet zwischen Reisfeldern, Dschungel und Flussschluchten, ist aus diesem einstigen Geheimtipp Balis bekannteste Destination abseits der Küsten geworden. Wir verstehen den Hype, bei all dem, was hier geboten wird: Tempel, Natur, Yoga-Studios, Kunstgalerien und einer Restaurantszene, die sich sehen lassen kann (wir hatten hier ungelogen das beste indonesische Essen so far!).
Der Stadtkern ist zu 100% touristisch. Rund um den Ubud Palace, den Monkey Forest und dem Art Market befindest du dich heute im Epizentrum. Selbst in der Nebensaison im Januar war es ordentlich voll. Das war vor 10 Jahren noch anders: Wo früher vielleicht eine kleine Galerie war, reihen sich heute hippe Lokale aneinander. Doch sobald du die Hauptstraßen verlässt und in die Außenbezirke vordringst, erinnert uns Ubud wieder mehr an das, was wir einmal erlebt haben. Nicht unberührt, aber ruhiger. Authentisch im Sinne von „unverfälscht“ würden wir es trotzdem nicht nennen, dafür ist der touristische Einfluss zu präsent. Aber angenehm? Durchaus.

Unsere persönliche Version von Ubud-Feeling haben wir paradoxerweise am ehesten in unseren Unterkünften gefunden. Abgeschirmt, mit Blick ins Grüne und ohne den Lärm der Straße. Natürlich ist auch das nicht "echt“ im Sinne der lokalen Realität, aber diese naturverbundene Ruhe entspricht unserem Idealbild von einem Ubud vor 50 Jahren - nur eben heute mit dem Komfort eines schönen Zimmers und Infinity Pools.
Unser Fazit zur Authentizitätsfrage fällt daher zwiegespalten aus: Ubud ist touristisch, das sollte niemanden mehr überraschen. Aber es ist eben nicht nur das. Wenn du flexibel bist, den Wecker mal etwas früher stellst und bereit bist, das dichte Zentrum für ein paar Kilometer hinter dir zu lassen, findest du sie noch: die Ecken, die sich nicht wie eine Touristenfalle anfühlen.
Wann und wie lange solltest du nach Ubud reisen?
Beste Reisezeit für Ubud
Bali ist grundsätzlich in zwei Jahreszeiten unterteilt: Trockenzeit (April bis Oktober) und Regenzeit (November bis März). Da Ubud im Landesinneren liegt, ist das Klima hier deutlich feuchter und die Natur entsprechend grüner als in den Küstenregionen. Wir waren im Januar, also mitten in der Regenzeit und Nebensaison, vor Ort. Meist war es zwar bewölkt und es gab gelegentlich kurze, intensive Schauer – von grauem Dauerregen blieben wir jedoch verschont. Wenn du nun allerdings glaubst, dass die Reisfelder passend zum Regen überall knallgrün leuchten, dann müssen wir dich enttäuschen. Timing ist hier nämlich alles: Wenn die Felder gerade abgeerntet sind, blickst du nur auf braune Erde statt auf sattes Grün. Selbst die berühmten Tegallalang Reisfelder haben wir schon in schönerem Zustand erlebt.
Ähnlich verhält es sich mit den Besucherzahlen. Falls du hoffst, dass die Nebensaison absolute Leere bedeutet: Pustekuchen. Zwar merkst du einen leichten Rückgang der Massen, aber spätestens, wenn du wieder im Stau feststeckst, fragst du dich wirklich, ob Ubud so etwas wie „leere“ Reisezeiten überhaupt noch kennt.

Wie viele Tage brauchst du wirklich?
Wir waren bei unseren letzten Besuchen jeweils für eine bis zwei Nächte in Ubud. Für uns reicht das, um immer wieder etwas Neues zu entdecken. Aber für First-Timer finden wir es ein bisschen zu wenig. Denn sobald du über das Stadtzentrum hinaus willst, ziehen sich die Strecken. Was auf Google Maps nach 15 Minuten aussieht, kann mit Stau und Bergstraßen locker doppelt so lang dauern. Unsere Empfehlung: Mindestens zwei-drei Nächte einplanen. Dann kannst du die Zeit auch für Ausflüge in die Umgebung nutzen: Reisfelder, Tempel, Wasserfälle, Mount Batur – ohne das Gefühl zu haben dich permanent hetzen zu müssen.
No-Go auf deiner Bali Reise: Ubud als Ausgangspunkt für alle Ausflüge auswählen.
Das hab ich beim ersten Mal gemacht und komplett unterschätzt, wie lang die Strecken auf Bali wirklich sind, wenn man Stau, Serpentinen und schmale Bergstraßen mitrechnet. Auch wenn die Strecken kilometer-technisch ok sind, in der Realität bist du teilweise Stunden dafür unterwegs.
Transport: So kommst du nach Ubud & bist mobil
Vom Ngurah Rai International Airport nach Ubud sind es etwa 40 Kilometer – klingt überschaubar, ist es aber nicht. Mit einem Taxi oder Grab-Auto musst du je nach Tageszeit und Verkehrslage mit 1,5 bis 2,5 Stunden rechnen. Von Canggu bis nach Ubud sind es auch nur knapp 40 Kilometer, dauert aber mindestens genauso lange. Die Straßen nach Ubud sind überall eng, die Zufahrt ins Zentrum ist oft verstopft und Google Maps führt einen fast immer über denselben Weg – was dazu führt, dass sich der Verkehr an denselben Punkten staut.
Deswegen fahren wir am liebsten per Roller nach Ubud. Damit kannst du Staus umfahren und bis flexibel. Ein Auto dauert in Ubud gefühlt dreimal so lang, weil du damit auch nicht einfach auf den Bürgersteig oder in den Gegenverkehr ausweichen kannst. Was du unbedingt beim Rollerfahren in Ubud wissen musst: Hier wird deutlich stärker kontrolliert als in Canggu. Helm tragen und Führerschein mitführen ist Pflicht – und zwar den richtigen. Für klassische Bali-Roller wie eine Scoopy oder NMax brauchst du offiziell einen Motorradführerschein, nicht nur den Autoführerschein. Je nach Kontrolle nehmen die Beamten das sehr genau. Wer sich beschwert, hat rechtlich gesehen keinen guten Stand.
Unser Tipp für alle, die mit Gepäck anreisen: Selbst mit dem Roller fahren, Gepäck per Grab-Auto vorausschicken. So kommt alles an und ihr steckt nicht unnötig länger im Verkehr fest.
Innerhalb von Ubud gilt: Grab funktioniert, zu Fuß kommst du im Zentrum gut voran, aber es kann hügelig werden und für Ausflüge in die Umgebung ist der Roller klar die schnellste Option.
Parken in Ubud
Einfach am Straßenrand parken ist in Ubud keine gute Idee, weder für Autos noch für Roller. Nutze ausgewiesene Parkplätze oder parke direkt vor Lokalen, die einen eigenen Parkplatz haben. Alles andere kann teuer werden und ist verbunden mit dem Aufwand dein Transportmittel wiederzubekommen.
Was du in Ubud alles erleben kannst
Ubud hat relativ viel zu bieten: von Kultur über Natur bis hin zu Action und Wellness – wir glauben, dass hier jeder auf seine Kosten kommen kann.
Ubud Palace und Taman Saraswati Tempel
Den Ubud Palace (Puri Saren Agung) haben wir beim letzten Mal nur von außen gesehen, aber er gehört irgendwie auf die Sehenswürdigkeiten-Liste. Der Palast liegt direkt im Herzen Ubuds, an der Kreuzung der Hauptstraßen, und ist der Sitz der lokalen Königsfamilie. Das Gelände ist tagsüber zugänglich, abends finden hier regelmäßig traditionelle Tanzaufführungen (Ubud Palace Legong Dance Show*) statt. Direkt daneben liegt der Water Palace (Taman Saraswati Tempel). Beide Sehenswürdigkeiten lassen sich gut kombinieren und liegen so zentral, dass man sie fast zwangsläufig passiert.
Auf einen Blick: Ubud Palace
Eintritt: kostenlos
Wie viel Zeit einplanen? ca. 30 Minuten
Wichtig: Nicht alle Teile auf dem Gelände sind begehbar.
Auf einen Blick: Water Palace
Eintritt: 60.000 IDR pro Person (ca. 3 €)
Öffnungszeiten: samstags-donnerstags 8:00-19:00 Uhr und freitags 8:00-21:30 Uhr
Ubud Monkey Forest: unser ehrliches Urteil
Beim letzten Besuch waren wir nicht mehr im Monkey Forest – bewusst. Ich war 2017 dort, Marcel 2022. Beide Male war das Erlebnis noch im Rahmen: Die Tempelanlage ist tatsächlich urig und verwachsen, die Makaken laufen frei herum und haben keinerlei Scheu vor Menschen. Damals war das noch irgendwo faszinierend, aber noch nicht so penetrant. Was wir seitdem auf Social Media sehen, klingt deutlich intensiver. Die Affen sind mittlerweile so an Touristen gewöhnt, dass Essen und glitzernde Gegenstände wirklich gut verstaut sein müssen – sonst sind sie weg.



Wegen der Affen allein würden wir nicht dorthin fahren. Die laufen nämlich auch einfach so durch die Stadt. Wenn du noch nie so eine Anlage gesehen hast und Tempelarchitektur im Dschungel interessant findest, kann sich ein Abstecher lohnen. Als Highlight würden wir es nicht verkaufen.
Auf einen Blick: Ubud Monkey Forest
Eintritt: 130.000 IDR (ca. 6,50 €)
Öffnungszeiten: täglich 9:00-18:00 Uhr
Wie viel Zeit einplanen? ca. 1-2 Stunden
Wichtig: Die Affen schnappen sich alles, also gut verstauen. Da es sich um einen heiligen Ort handelt, ist angemessene Kleidung Pflicht.

Campuhan Ridge Walk: am besten früh morgens
Der Campuhan Ridge Walk ist kostenlos, führt über einen Kamm zwischen zwei Flusstälern und bietet Ausblicke auf Reisfelder und Dschungel. Am Anfang des Weges liegt der Mount Lebah Temple, dann geht es bergauf auf den eigentlichen Pfad – machbar, aber bei 80% Luftfeuchtigkeit eine schweißtreibende Aktion. Der Weg ist beliebt bei Joggern, Locals und Touristen, die mal etwas raus wollen aus dem trubeligen Zentrum. Wir fanden es ganz nett, aber nicht spektakulär – die Aussicht hat uns jetzt nicht vom Hocker gehauen. Wer einfach einen ruhigen Spaziergang abseits der Hauptstraßen sucht, ist hier aber richtig.

Auf einen Blick: Campuhan Ridge Walk
Eintritt: kostenlos
Wie lang? Der Weg ist ca. 1,2km lang-
Wichtig: Mückenspray einpacken. Besonders am Anfang des Weges ist die Mückendichte hoch.
Wenn du mit dem Roller kommst: Sei nicht wie wir und park oben bei den Geschäften, wo du 5.000 IDR (ca. 0,25 €) zahlen musst. Sondern fahr den Weg hinunter Richtung Campuhan Ridge Wandergebiet, auch wenn es abgesperrt wirkt – es gibt zwei kostenlose Schotterparkplätze.


Sweet Orange Walk und Kajeng Rice Field
Wenn du etwas mehr Zeit hast und die Tegallalang Reisfelder zu voll findest, kannst du das Kajeng Rice Field als Alternative in Betracht ziehen. Der Weg führt an Reisfeldern entlang, vorbei an kleinen Restaurants, und lässt sich zum Sweet Orange Trail erweitern – einem Rundweg, der weniger überlaufen ist. In den Boden eingelassene Steinplatten mit Gravuren machen den Weg interessanter als erwartet.


Jl. Goutama: klein aber fein
Wenn du in Ubud was zu Fuß erkunden willst, dann ab in die Jl. Goutama. Die kleine Gasse ist gesäumt von Restaurants, Cafés, Massagesalons und kleinen Shops – und hat dabei noch eine gewisse Leichtigkeit, die der Hauptstraße fehlt. Wir sind von der Ubud Coffee Roastery am Ende der Straße losgelaufen und einmal durch. Klar, auch hier ist es touristisch – aber ohne das klassische Scam-Feeling.
Hinweis: Mopeds dürfen hier (mittags) auch durch. Also nicht komplett entspannt flanieren, sondern immer ein Auge offen halten.


Street Markets in Ubud: klassisch touristisch
Es gibt den Ubud Art Market, aber ehrlicherweise ist das lediglich ein Gebäude mit Ständen, die die gleichen massenproduzierten (und teilweise importierten) Souvenirs, Klamotten und Holzschnitzereien verkaufen. Und dann musst du hier noch feilschen, um nicht komplett abgezockt zu werden. Wenn du auf der Suche nach wirklich handgemachten oder lokalen Produkten bist, wirst du hier zu 99% enttäuscht.
Ubud ist touristisch - und wo viele Touristen sind, gibt es auch Versuche, daraus Kapital zu schlagen. Pass also auf und wenn dein Bauchgefühl dir sagt "Es ist ein Scam", dann solltest du vielleicht darauf hören.
Dann lieber über den PRIANKA UBUD ART MARKET fahren. Hier ist es wenigstens etwas angenehmer, weil es draußen ist. Aber auch hier ähneln sich die Stände stark – das Angebot ist überall mehr oder weniger dasselbe.
Für ein Mitbringsel reicht es, aber als Hauptprogrammpunkt würden wir einen Markt in Ubud nicht einplanen. Dafür gibt es in schlicht zu viel anderes zu sehen.

Sämtliche Aktivitäten: ATV-Tour, Rafting und so vieles mehr
Ubud ist nicht nur der Ort für Yoga-Matten und Reisfeld-Spaziergänge – wenn du willst, kannst du hier auch ordentlich Adrenalin tanken. Das Angebot an Outdoor-Aktivitäten ist mittlerweile riesig und reicht von Rafting auf dem Ayung River* bis hin zu geführten Bike-Touren* durch die Dörfer.
Ein echter Klassiker sind die ATV-Touren* durch den Schlamm und den Dschungel. Marcel hat das damals ausprobiert und hatte einen Heidenspaß! Wenn man erst mal den Kopf ausschaltet und mit Vollgas durch die Wasserlöcher brettert, vergisst man den Trubel im Zentrum ganz schnell. Wer also Lust hat, sich mal so richtig dreckig zu machen und die Umgebung auf eine etwas wildere Art zu erkunden, sollte sich das definitiv auf die Liste setzen. Es ist der perfekte Ausgleich, wenn du genug vom Sightseeing hast und einfach mal ein bisschen Action brauchst.


Tegallalang Reisterrassen: Der Pflichtbesuch mit Haken
Tegallalang ist wohl genau das Bild, das die meisten von uns im Kopf haben, wenn sie an Ubud denken: Diese ikonischen, steil abfallenden Stufen, gesäumt von Palmen und tiefgrünen Hängen. Und ja, es sieht vor Ort tatsächlich so aus wie auf den Postkarten – inklusive der unzähligen Schaukeln, die inzwischen an wirklich jeder Ecke hängen. Wir sind gegen zehn Uhr morgens hingefahren, direkt nach unserer Rückkehr vom Mount Batur, und hatten Glück: Zu diesem Zeitpunkt war es noch herrlich leer. Das ist auch unser wichtigster Rat, denn ab der Mittagszeit rollen die großen Reisebusse an und die schmale Straße verwandelt sich in ein Nadelöhr.

Früh morgens ist auch die einzige Zeit, in der du die Felder noch halbwegs für dich genießen kannst, bevor die Hitze in den Hängen gnadenlos zuschlägt. Da es dort ständig steil rauf und runter geht, kann die Wanderung durch die Terrassen – besonders wenn dort kein Lüftchen weht – nämlich eine echte körperliche Herausforderung werden.
Hinweis: Die Erntezeit entscheidet über die Kulisse. Es kann Picture-Perfect sein, bis der Reis geerntet wird. Danach blickst du auf braune Stufen oder trostlose, gerade heranwachsende Setzlinge.
Am Ende bleibt ein gemischtes Urteil. Wenn du ohnehin in Ubud bist und Reisterrassen noch nie IRL gesehen hast, solltest du Tegallalang mitnehmen, denn die Optik ist unbestreitbar schön. Du musst dir jedoch bewusst sein, dass du hier durch eine sehr gut organisierte Fotokulisse läufst als durch unberührte Natur. Wenn du das etwas „echtere“ Bali suchst, solltest du besser die Jatiluwih Reisterrassen ansteuern. Dort gibt es keine Schaukeln und keine Cafés, die den Blick versperren. Während Tegallalang wie eine Inszenierung wirkt, ist Jatiluwih weitläufiger, offener, weniger kommerzialisiert – mehr Landwirtschaft.


Wichtig: Was du über den Eintritt wissen musst
Du kaufst einmal ein Bändchen für 50.000 IDR (ca. 2,50 €) – zum Beispiel am Sai Mai Warung, wo du auch praktischerweise kostenlos parken kannst. Mit diesem Bändchen kommst du von jedem Café auf der Strecke auf die Felder. Du musst nicht jedes Mal neu zahlen! Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht: Als wir später beim Uma Ceking reinwollten, versuchte man unser vorhandenes Bändchen in Frage zu stellen und stattdessen ein neues, extra-teures Swing-Tickets aufzuschwatzen. Das ist Unsinn. Davon solltest du dich nicht verunsichern lassen: Einmal bezahlt, hast du Zugang zu den gesamten Terrassen! Schaukeln, Zipline und sonstige Aktivitäten kosten natürlich extra, aber das ist eine bewusste Entscheidung, keine Pflicht.
Auf einen Blick: Tegallalang Rice Terraces
Eintritt: 50.000 IDR pro Person (ca. 2,50 €), Bändchen gilt für alle Zugänge
Beste Zeit: früh morgens, vor 9 Uhr
Parken: kostenlos beim Sai Mai Warung
Schaukeln und Zipline: kostenpflichtig extra, kein Muss
Wichtig: Das Gelände ist bergig, mittags sehr heiß - Wasser und Sonnenschutz einpacken.



Tagesausflüge rund um Ubud
Ubud eignet sich gut als Ausgangspunkt für weitere Touren:



Wo und was essen in Ubud
Ubud hat kulinarisch einiges zu bieten: klassische Warungs mit Nasi Goreng und Mie Goreng, aber auch eine Restaurantszene, die sich wirklich sehen lassen kann. Unser klarer Favorit: Nusantara by Locavore Group. Das Restaurant bietet gehobene indonesische Küche in einem schicken, aber entspannten Ambiente – kein Dresscode, aber Badelatschen und Badeshorts würden wir trotzdem zu Hause lassen. Wir haben das Menü genommen, das einmal durch die indonesische Küche führt, und haben dafür inklusive Getränke rund 90 € für zwei Personen bezahlt. Für Bali-Verhältnisse viel – für das Erlebnis absolut gerechtfertigt. In der Nebensaison ist eine Reservierung nicht zwingend notwendig, aber früh kommen schadet nicht.
Für etwas gediegeneres Essen empfehlen wir das Melali Ubud (gute Auswahl, nettes Ambiente), Pizzeria Monello + Italian Kitchen (römische Pizza, solide) und FLOCK BALI (typisch Bali-fancy, trotzdem gutes Essen). Bei den Warungs halten wir uns zurück, weil wir eine wenig appetitliche Begegnung mit Ameisen im Essen hatten. Das ist natürlich kein repräsentatives Urteil. aber wenn du in einem Warung isst, schau dir das Lokal vorher kurz an. Sauberkeit und Qualität variieren stark. Und zu guter Letzt: Kaffee. Da sind wir sehr picky, aber die Ubud Coffee Roastery am Ende der Jl. Goutama hat uns überzeugt.



Wo übernachten in Ubud?
Die Unterkunftswahl in Ubud ist eine der wichtigsten Entscheidungen, die du treffen kannst – und eine, bei der du einige Fehler machen kannst. Wir wissen: Es gibt unzählige Optionen, aber wirklich gute herauszufiltern, ist aufwendiger als du denkst. Unser dringlicher Tipp: Bewertungen gründlich lesen, besonders in Bezug auf Geruch. Aufgrund der Feuchtigkeit und der klimatischen Bedingungen riechen viele Unterkünfte in Ubud modrig – das ist leider kein Einzelfall.
Lage ist alles: Wenn du zum ersten Mal in Ubud bist, solltest du dir überlegen, ob du im Zentrum oder außerhalb schlafen willst. Im Zentrum hast du alles fußläufig – Restaurants, Tempel, Markt. Dafür ist es lauter und die Hotels haben oft weniger Platz. Außerhalb schläft du ruhiger, hast mehr Natur um dich und bekommst für dasselbe Geld oft deutlich mehr. Der Nachteil: Jede Fahrt ins Zentrum kostet Zeit.
Wir haben immer etwas außerhalb geschlafen - und das war jedes Mal die richtige Entscheidung.
Villa SUMIKA*: Wir haben diese große, private Villa mit Blick auf den Dschungel, fünf Schlafzimmer + Bädern, Küche und Wohnzimmer und Infinity Pool zu Weihnachten mit Freunden geteilt. Und wir hätten es nicht besser haben können! Ja, es ist pricey, aber absolut lohnenswert. Ideal für Gruppen oder alle, die Privatsphäre und Natur suchen. Tagsüber ist Personal auf dem Grundstück. Der Zufahrtsweg ist ein Schotterweg – kein Problem mit dem Roller, aber mit einem Auto etwas holprig.



Dinara Ubud*: Schönes Hotel mit Pool, Melali Ubud Restaurant nebenan, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis (inkl. Frühsück). Für alle, die etwas Abstand vom Trubel wollen, aber trotzdem schnell im Zentrum sein möchten (etwa 10 Minuten Fahrt). Unbedingt eine Suite mit Balkon nehmen – der Blick in den „Garten“ ist wirklich schön. Es liegt zwar direkt an der Straße, aber im Zimmer kriegt man das nicht mit.



Cloud Nine Estate*: Ein kleines Boutique-Hotel mit wenigen Zimmern, sehr ruhig gelegen und mit besonders gutem Service. Etwas teurer als die anderen Optionen, aber jeden Cent wert – wenn dir Atmosphäre und persönliche Betreuung wichtig sind.

Fazit: Ubud ist touristisch, aber wir empfehlen es dennoch
Ubud ist ein Ort, an dem die Erwartungen und die Realität heute oft weit auseinander klaffen. Wenn du die unberührte Stille eines kleinen Künstlerdorfes suchst, wirst du im hupenden Dauerstau des Stadtzentrums erst einmal schlucken müssen. Die Insel hat sich seit unserem ersten Besuch 2017 massiv verändert und der enorme Tourismus ist heute in jeder Gasse spürbar. Und dennoch: Ubud hat uns auch dieses Mal wieder gekriegt. Es ist diese spezielle Mischung aus dem besten indonesischen Essen, das wir bisher hatten , den tiefgrünen Dschungel-Panoramen und der Tatsache, dass man hier so viel erleben kann – von Adrenalin bei einer ATV-Tour bis hin zur völligen Ruhe in einer abgeschirmten Villa.
Unser Gefühl: Damit der Funke überspringt, musst du das dichte Zentrum hinter dir lassen. Plane mindestens zwei bis drei Nächte ein, such dir eine Unterkunft etwas außerhalb und stell früh den Wecker, um die Reisfelder ohne die großen Menschenmassen zu erleben. Wenn du lernst mit dem Chaos zu leben, bleibt Ubud eine grüne Oase – die für uns auch in Zukunft ein fester Bestandteil jeder Bali-Reise sein wird.
FAQ: Häufige Fragen zu Ubud
Was sollte man in Ubud gemacht haben?
Neben den klassischen Sehenswürdigkeiten wie dem Ubud Palace oder den Tegallalang Reisterrassen lohnt es sich, die Gegend aktiv zu erkunden. Ein Heidenspaß ist zum Beispiel eine ATV-Tour* durch den Dschungel. Wenn du es ruhiger magst, solltest du mal durch die Jl. Goutama flanieren oder einen Spaziergang wie den Campuhan Ridge Walk machen.
Wie weit ist Ubud vom Meer entfernt?
Ubud liegt etwa 25 bis 40 Kilometer im Landesinneren, weit weg von den typischen Strandregionen. Für die Strecke vom Flughafen oder von Canggu musst du aufgrund der engen Straßen und des hohen Verkehrsaufkommens jedoch mit 1,5 bis 2,5 Stunden Fahrtzeit rechnen.
Wie sicher ist Ubud?
Ubud ist grundsätzlich ein sicheres Reiseziel. Ein wichtiges Thema sind jedoch die Verkehrssicherheit und Polizeikontrollen. Es wird deutlich strenger kontrolliert als in anderen Regionen wie Canggu; Helm und der korrekte Führerschein sind Pflicht. Zudem solltest du im Monkey Forest auf deine Wertsachen aufpassen, da die Affen sehr flink und penetrant sein können.
Welche Kleidung sollte ich in Ubud tragen?
Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit ist leichte, luftige Kleidung ratsam. Da Ubud jedoch das spirituelle Zentrum Balis ist und viele heilige Stätten wie den Monkey Forest oder Tempel beherbergt, ist dort angemessene Kleidung (bedeckte Schultern und Knie) Pflicht.
Ist das Leitungswasser in Ubud trinkbar?
Wie überall auf Bali solltest du das Leitungswasser nicht trinken. Selbst beim Zähneputzen greifen wir auf gefiltertes Wasser zurück.
Wie bewege ich mich in Ubud am besten fort?
Innerhalb des Zentrums kommst du gut zu Fuß voran, auch wenn es hügelig ist. Für alles andere ist der Roller die schnellste Option, um die täglichen Staus zumindest ein bisschen zu umfahren. Autos brauchen aufgrund der engen Gassen oft dreimal so lange.
Gibt es eine „leere“ Reisezeit für Ubud?
Ehrlich gesagt: kaum. Selbst in der Nebensaison im Januar war es bei unserem Besuch ordentlich voll. Man merkt zwar einen leichten Rückgang der Massen, aber das Verkehrschaos im Zentrum ist mittlerweile ein Dauerzustand.

