// Zuletzt aktualisiert Juli 3, 2025
Du stehst vor den ikonischen, lebhaft bunten Häusern in Kapstadt und fragst dich, was diesen Stadtteil so einzigartig macht? Lass uns dir das Wichtigste zu Bo-Kaap in Kapstadt erzählen. Das bunteste und farbenfrohste viertel hat eine lange, faszinierende Geschichte und eine lebendige Gemeinschaft. Ob sich ein Besuch lohnt? Wir haben eine gespaltene Meinung.
Bo-Kaap Geschichte: Ein Blick in die Vergangenheit
Bo-Kaap, einst bekannt als das Malay Quarter, trägt eine faszinierende Geschichte, die sich über Jahrhunderte erstreckt. Während der Kolonialzeit im 18. Jahrhundert wurde dieses Viertel zum Zuhause von Sklaven, die aus verschiedenen Teilen der Welt, darunter Asien, Afrika und Indonesien, nach Kapstadt gebracht wurden. Die Bewohner entwickelten im Laufe der Zeit eine eigene Identität, bekannt als Cape Malays, die eine Mischung aus malaiischen, afrikanischen und indonesischen Einflüssen repräsentiert.

In den Gassen von Bo-Kaap spiegelt sich nicht nur die koloniale Geschichte wider, sondern auch der Widerstand und die Stärke der Gemeinschaft. Während der Apartheid war das Stadtviertel von Restriktionen betroffen. Doch die Bewohner hielten an ihrer Kultur fest und kämpften für ihre Identität. Heute ist Bo-Kaap in Kapstadt nicht nur ein historisches Viertel, sondern auch ein Symbol für kulturelle Vielfalt und die Überwindung von Unterdrückung. Die Straßen mit den farbenfrohen Häusern erzählen eine Geschichte der Freiheit, Resilienz und des Zusammenhalts, die Besucher dazu einlädt, tief in die reiche Vergangenheit dieses einzigartigen Stadtteils einzutauchen.
Die bunten Häuser: Ein Symbol der Freiheit und Vielfalt
Ein Schlüsselmoment in der Geschichte von Bo Kaap war die Abschaffung der Sklaverei im Jahr 1834. Denn die leuchtenden Farben der Häuser haben eine tiefere Bedeutung und sind mehr als nur eine ästhetische Entscheidung. Nach der Abschaffung der Sklaverei und als Zeichen dieser neuen Unabhängigkeit erlaubten die ehemaligen Sklavenbesitzer den Bewohnern, ihre Häuser in beliebigen Farben zu streichen (davor durfte es nur weiß sein). Die bunten Fassaden sind somit ein Symbol der Freiheit und der Vielfalt, die Bo-Kaap charakterisieren. Jede Farbe erzählt ihre eigene Geschichte, sei es über die Herkunft der Bewohner oder ihre individuellen Träume und Hoffnungen. Zusammen bilden sie ein atemberaubendes Mosaik, das die kulturelle Bedeutung dieses Stadtteils unterstreicht.



Wer lebt hier heute? Die lebendige Gemeinschaft von Bo Kaap
Das bunte Viertel in Kapstadt ist heute ein Schmelztiegel verschiedener Kulturen und Gemeinschaften. Die Nachkommen der ursprünglichen Bewohner, den Cape Malays, leben hier neben Menschen mit indischer, afrikanischer und europäischer Abstammung. Diese vielfältige Mischung spiegelt sich in der Küche, den Traditionen und der lebhaften Atmosphäre des Viertels wider. Du wirst von den Aromen exotischer Gewürze und den freundlichen Grüßen der Einheimischen umgeben sein.
Was du beachten solltest: Respekt und Kultur
Bevor du dich allerdings auf deinen Streifzug durch Bo-Kaap machst, sei dir bewusst, dass dieses Viertel mehr als nur eine touristische Attraktion ist. Hier leben richtige, echte Menschen! Respektiere ihr Zuhause und ihre Privatsphäre. Wir finden es unfassbar, wenn sich Menschen einfach auf die Terrasse stellen, um für Social Media das perfekte Foto zu schießen. Wenn du unbedingt so ein Foto machen möchtest, klopf an und frag höflich nach. Ansonsten begnüge dich mit Fotos von der Straße aus! Und bitte versuche nicht im Weg zu stehen. Denn diese Menschen haben ein ganz normales Leben, da sind wir Reisende oder Touristen manchmal etwas lästig.
Wenn wir schon von Respekt sprechen - sei dir bewusst, dass du dich in einem muslimischen Viertel befindest. Du solltest nicht allzu knapp bekleidet hier herumlaufen.


Was du unternehmen kannst
Wenn du mehr über die Kultur erfahren möchtest, bietet sich der Besuch des Bo-Kaap Museums an. Es liegt mitten im Viertel in einem der ältesten Häuser von Bo-Kaap und gibt einen authentischen Einblick in das Leben der Kap-Malaien im 19. Jahrhundert. In den originalgetreu eingerichteten Räumen erfährst du mehr über die Geschichte, Kultur und Traditionen der muslimischen Gemeinschaft – von Alltagsgegenständen bis hin zu religiösen Bräuchen.
Interessierst du dich für Religionen, kannst du die älteste Moschee des Landes besuchen: Auwal-Moschee. Mitten in Bo Kaap gelegen erinnert sie an die religiösen Wurzeln der Cape Malays. Der schlichte Bau aus dem 18. Jahrhundert erzählt eine starke Geschichte von Widerstand und Glaube – sie ist bis heute aktiv im Gemeindeleben verwurzelt. Besucher sind herzlich willkommen, du solltest wie bei vielen religiösen Stätten auf angemessene Kleidung achten und außerhalb der Gebetszeiten kommen.
Nach so viel Kultur kannst du dich bei lokalen Köstlichkeiten in den kleinen Cafés und Restaurants stärken – ein kulinarisches Abenteuer hat noch keinem geschadet. Oder mach doch mal was ganz Neues und belege einen Malay Kochkurs oder bestaune die Kunst, um noch tiefer in die Kultur einzutauchen.
Wanderung auf den Lion’s Head oder zum Signal Hill
Wenn du nach deinem Spaziergang durch Bo-Kaap noch Lust auf Bewegung hast, kannst du zu zwei der schönsten Aussichtspunkte Kapstadts wandern: Lion’s Head und Signal Hill. Beide erreichst du in etwa 20–30 Minuten zu Fuß.
Der Lion’s Head* ist vor allem bei Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang beliebt. Aber Vorsicht: Genau dann ist die Wahrscheinlichkeit ausgeraubt zu werden sehr hoch. Wir kennen in der Tat welche, denen es leider passiert ist. Besser du gehst tagsüber hoch. Denn den Rundumblick vom Gipfel auf den Tafelberg, die Innenstadt und den Atlantik willst du dir nicht entgehen lassen. Der Weg ist zwar steil, aber gut machbar, wenn du trittsicher bist und keine Höhenangst hast.
Etwas gemütlicher ist der Spaziergang zum Signal Hill. Von dort aus hast du ebenfalls einen traumhaften Blick über Kapstadt, besonders bei Sonnenuntergang. Viele Einheimische bringen Snacks und Decken mit und genießen dort oben den Tagesausklang.

Tipps für deinen Besuch
Anreise & Parken
Bo-Kaap liegt zentral in Kapstadt, nur wenige Gehminuten von der Bree Street – unsere liebste Gegend für Restaurants und Cafés – entfernt. Am einfachsten erreichst du das Viertel zu Fuß oder per Uber, denn Parkplätze sind in den engen Straßen oft schwer zu finden. Wenn du dennoch mit dem Auto kommst, achte unbedingt auf die Anwohnerparkzonen.
Sicherheit
Wie in vielen touristischen Gegenden in Kapstadt gilt: Wertsachen am besten dicht am Körper tragen und nicht offensichtlich mit Schmuck oder teuren Sachen herumhantieren. Bo Kaap ist tagsüber gut besucht und sicher, dennoch kann es besonders in ruhigeren Gassen zu Taschendiebstählen kommen. Nach Einbruch der Dunkelheit solltest du besser andere Gegenden ansteuern. Uns wurde direkt vor Ort von einer Anwohnerin geraten, aufmerksam zu sein, da es in ihrer Straße kürzlich vermehrt zu Überfällen kam.
Beste Besuchszeit
Für ein besonders schönes Erlebnis empfehlen wir den Besuch am frühen Vormittag oder späten Nachmittag. Dann ist das Licht ideal für Fotos, die Farben der Häuser wirken besonders intensiv – und es ist noch nicht allzu viel los. An Wochenenden, insbesondere sonntags, kann es durch Reisegruppen schnell voll werden – komme lieber unter der Woche.
Wie viel Zeit einplanen?
Für einen entspannten Spaziergang durch Bo Kaap mit Fotostopps, einem kurzen Besuch im Museum und einem Kaffee brauchst du nicht mehr als 1 bis 2 Stunden einplanen. Wenn du aber zusätzlich noch einen Kochkurs machst, kannst du dich auch problemlos einen halben Tag aufhalten.

Fazit: Unser Eindruck von Kapstadts buntem viertel
Bo-Kaap ist viel mehr als nur ein Stadtviertel und eine touristische Attraktion. Die Geschichte, die Menschen, die Farben – alles verschmilzt und dennoch ist es ein ganz normales Zuhause für einen Bevölkerungsteil Kapstadts. Wenn du die Gassen erkunden möchtest, respektiere die Bewohner und ihr Eigentum. Sei dir auch bewusst, dass Bo-Kaap jetzt nicht immens riesig ist! Einen Blick ist das bunteste Viertel in Kapstadt auf jeden Fall wert – du brauchst aber keinen ganzen Tag dafür einplanen.
FAQ: Häufig gestellten Fragen zu Bo-Kaap
Warum sind die Häuser in Bo Kaap bunt?
Die farbigen Häuser in Bo-Kaap haben ihren Ursprung in der Zeit nach der Abschaffung der Apartheid. Früher waren die Häuser meist in einheitlichen Farben gestrichen, doch nach der Befreiung entschieden sich viele Bewohner bewusst für kräftige, leuchtende Farben als Symbol für Freiheit, kulturelle Identität und Vielfalt. Heute sind die farbenfrohen Fassaden eines der bekanntesten Wahrzeichen von Kapstadt.
Wie viele Menschen leben in Bo Kaap?
Die Einwohnerzahl von Bo-Kaap beträgt über 6.000 Menschen. Die meisten Bewohner sind Nachfahren der Kap-Malaien, einer ethnischen Gruppe, die sich aus südostasiatischen und afrikanischen Wurzeln zusammensetzt.
Warum heißt es Bo-Kaap?
Der Name Bo-Kaap bedeutet übersetzt Oberes Kap und verweist auf die erhöhte Lage des Viertels über dem Stadtzentrum von Kapstadt. Ursprünglich war das Viertel als Malay Quarter bekannt, da hier vor allem Nachfahren südostasiatischer Sklaven lebten, die von den Niederlanden nach Kapstadt gebracht wurden.
Wo liegt Bo-Kaap?
Bo-Kaap liegt am Hang des Signal Hill, direkt oberhalb des Stadtzentrums von Kapstadt, Südafrika. Das Viertel grenzt an das Geschäftsviertel (CBD) und ist nur wenige Gehminuten von bekannten Sehenswürdigkeiten wie dem Company’s Garden oder der Long Street entfernt.
Welche Religion wird in Bo Kaap praktiziert?
Die Mehrheit der Bewohner Bo-Kaaps gehört dem Islam an. Das Viertel hat bis heute eine starke muslimische Prägung, die sich in der Architektur, den Moscheen, der Kleidung und den Essgewohnheiten zeigt.
Was soll ich in Bo-Kaap anziehen?
Bo Kaap ist ein buntes Wohnviertel mit tief verwurzelten Traditionen. Auch wenn du als Tourist unterwegs bist, solltest du dich respektvoll kleiden: Schultern und Knie bedeckt, keine auffälligen oder knappen Outfits – besonders bei Besuchen religiöser Orte wie der Auwal-Moschee.
Ist Bo-Kaap sicher für Touristen?
Tagsüber ist Bo-Kaap gut besucht und grundsätzlich sicher. Dennoch solltest du keine Wertsachen offen tragen, Menschenansammlungen meiden und nicht allein im Dunkeln durch abgelegene Gassen laufen. Uns wurde vor Ort empfohlen, besonders bei Kameras oder Smartphones achtsam zu sein.