Reine und der Reinebringen: Lohnt sich der berühmte Lofoten-Stopp?

// Zuletzt aktualisiert September 20, 2026

An Reine führt bei einem Roadtrip auf den Lofoten kein Weg vorbei: Wenn du der E10 folgst, landest du früher oder später hier. Ob du den Ort fest eingeplant hast oder nicht.

Für uns stellte sich deshalb weniger die Frage, ob wir anhalten würden. Spannender war, was hinter dem Hype um eines der bekanntesten Dörfer der Lofoten steckt. Rote Rorbuer liegen umgeben von Wasser vor den steilen Bergflanken des Reinebringen, dessen 2.000 Stufen wieder und wieder in unserem Norwegen-Feed gelandet waren.

Diese Picture-Perfect-Lofoten-Kulisse plus Wanderung mit Panoramablick? Klang nach einer perfekten Kombi für einen Tagesausflug. Wir kamen also mit jeder Menge Bildern im Kopf und entsprechend hohen Erwartungen an. Höchste Zeit, das Ganze mit eigenen Augen zu sehen.

Rote Rorbuer stehen am Wasser vor dem Reinebringen

Reine vor Ort: Zwischen Fotokulisse und ganz normalem Dorf

Als wir im August 2026 gegen Mittag nach Reine hineinfuhren, war schnell klar, dass wir den Ort mit ziemlich vielen anderen teilen würden. Beim Rundgang sahen wir gefühlt deutlich mehr Reisende als Einheimische. Bei einem der bekanntesten Fotomotive der Lofoten war das jetzt auch keine riesige Überraschung.

Im Vergleich zu Nusfjord und Å i Lofoten fühlte sich Reine deutlich alltäglicher an. Weniger wie ein konserviertes Fischerdorf als ein gut organisierter Ort, der sich sichtbar auf hohen Tourismus eingestellt hat. Zwischen den roten Rorbuern findest du Restaurants, ein Café, große Parkplätze, Ladestationen und öffentliche Toiletten. Sogar einen Outdoorshop gibt es. Falls dir für die Wanderung noch etwas fehlt, kannst du dich dort eindecken, allerdings mit dem entsprechenden Aufschlag.

Eine Runde durch das Dorf, einen Kaffee trinken und etwas essen lassen sich aus unserer Sicht gut in ein paar Stunden unterbringen. Mit der Wanderung auf den Reinebringen wird daraus dagegen ein Tagesstopp.

Reinebringen Wanderung: 2.000 Stufen zum Panoramablick

Der Reinebringen ist für viele der eigentliche Grund, überhaupt nach Reine zu kommen. Rund 2.000 Sherpa-Stufen führen hinauf zu dem Aussichtspunkt, von dem du auf das Dorf, den Reinefjord und die umliegenden Bergketten schaust. Auf den ersten Blick wirkt die Wanderung ziemlich überschaubar: Die Route ist kurz, leicht zu finden und technisch unkomplizierter als viele andere Bergtouren auf den Lofoten.

⛰️ Quick Facts: Start am Reinebringen Trailhead beim Ramsviktunnel, ca. 2 Kilometer, ca. 400 Höhenmeter, 1,5 bis 2 Stunden

Natürlich wollten auch wir diesen berühmten Ausblick mit eigenen Augen sehen. Während unserer Zeit auf den Lofoten regnete es allerdings immer wieder und der obere Teil des Berges hing fast durchgehend in Wolken und Nebel. Schon von unten war ziemlich gut zu erkennen, dass wir oben höchstwahrscheinlich keine wunderschöne Aussicht haben würden. Aber genau das macht den Reinebringen nun mal aus. Und nur um des Wanderns willen wollten wir nicht hochlaufen. Dafür hatten wir bereits einige andere Hikes hinter und noch vor uns. Wenn du die Stufen in erster Linie als Workout siehst, kannst du das natürlich anders entscheiden. You do you.

Auch wenn sich die Wanderung für uns erledigt hatte, wissen wir aus unseren bisherigen Wandererfahrungen in Norwegen, dass du den Reinebringen nicht unterschätzen solltest. Knapp 400 Höhenmeter auf rund zwei Kilometern sagen schon alles: Der Aufstieg ist steil und körperlich fordernd. Stundenlanges Treppensteigen ist immer anstrengend.

Was du noch wissen solltest: Während der Hochsaison ist entsprechend viel los. Wenn du den größten Andrang umgehen möchtest, solltest du möglichst früh starten. Feste Schuhe, ausreichend Wasser sowie eine wind- und regenfeste Jacke gehören ebenfalls ins Gepäck. Schau vor dem Aufstieg zusätzlich direkt zum Gipfel oder in die Wetter-App Yr, denn das Wetter kann innerhalb von Sekunden umschlagen.

Parken in Reine: So kommst du zum Reinebringen

Wenn du den Reinebringen wandern möchtest, solltest du wissen: Direkt am Trailhead gibt es keinen Parkplatz. Am besten parkst du auf einer der offiziellen Flächen in Reine. Von dort wartet bereits ein kleines Warm-up auf dich, denn bis zu den ersten Sherpa-Stufen läufst du ungefähr 1,5 Kilometer. Immerhin musst du nicht direkt auf der viel befahrenen E10 entlanglaufen. Neben der Straße verläuft ein eigener Fußweg.

Vor dem Dorf gibt es zwar noch einen kleinen kostenlosen Parkplatz, bei unserem Besuch war dieser allerdings proppevoll. Vermutlich ist das eher die Regel als die Ausnahme. Außerdem darfst du dort maximal vier Stunden stehen. Versuch dein Glück, andernfalls zahlst du in Reine die üblichen Parkgebühren. Bezahlen kannst du mit Kreditkarte oder über die EasyPark-App. An den Parkflächen findest du außerdem öffentliche Toiletten. Die Nutzung kostete bei unserem Besuch 10 NOK (~1 €) und ließ sich ebenfalls mit Kreditkarte bezahlen.

Powered by GetYourGuide

Unterkünfte: Rorbuer, Sauna und Fjordblick

Wir selbst haben nicht in Reine* übernachtet, unsere Base auf den Lofoten war das Lofoten Beach Camp*. Bei der Reiseplanung haben wir aber einige Unterkünfte gefunden, die sofort auf unserer Bucket List gelandet sind. Unser Favorit war das Reinefjorden Sjøhus* in Hamnøy: moderne Sea Houses mit großen Fenstern und Blick auf den Fjord, dazu eine Sauna direkt am Wasser – die Reels haben uns einfach sehr angesprochen. Zu unseren Reisedaten war es allerdings bereits ausgebucht. Ebenfalls auf unserer Liste:

  • Valen Cabins*: klassische Rorbuer direkt am Wasser. Vor allem die alten Fischerhäuser waren genau das, was wir uns für eine Übernachtung auf den Lofoten vorgestellt hatten.
  • Reine Rorbuer*: eine größere Anlage mit traditionellen Fischerhütten direkt im Ort – praktisch, wenn du zentral wohnen und früh zur Wanderung starten möchtest.
  • The Famous Yellow House*: das berühmte gelbe Haus auf Sakrisøy mit Blick auf den Olstinden. Nicht direkt in Reine, aber nur wenige Fahrminuten entfernt und vermutlich die ikonischste Option der vier.

⚠️ Wenn eine dieser Unterkünfte für dich infrage kommt, solltest du vor allem für die Sommermonate früh buchen. Die Auswahl ist begrenzt, teuer und entsprechend schnell ausgebucht.

Essen in Reine: Kaffeepause und Anita’s Sjømat

Für einen Kaffee landeten wir in der kleinen, ziemlich süß eingerichteten Bringen Kaffeebar. Der Laden war gut gefüllt, lange warten mussten wir trotzdem nicht. Der Kaffee war okay, extra dafür herkommen würden wir aber nicht. Preislich lag er wie so oft in Norwegen bei ungefähr fünf bis sieben Euro. Für eine Pause nach dem Hike oder während eines verregneten Stopps passt die Kaffeebar, ein kulinarisches Highlight solltest du allerdings nicht erwarten.

Zum Essen fuhren wir weiter zu Anita’s Sjømat auf Sakrisøy. Den Tipp hatten wir von einem Pärchen bekommen, das wir auf Lovund kennengelernt hatten. Und wir können bestätigen: Die (Fisch-)Gerichte sind wirklich sehr lecker, wenn auch ziemlich teuer. Aber was ist das in Norwegen nicht?! Falls du lieber direkt in Reine bleiben möchtest, hatten wir uns außerdem das Tapperiet Bistro auf unserer Map abgespeichert.

🫠 Fun Fact: Direkt neben Anita’s steht The Famous Yellow House*, das uns auf Social Media schon unzählige Male angezeigt wurde. Auf den Fotos wirkt es, als stünde es vollkommen allein in der nordischen Landschaft - richtig hyggelig. Dass sich direkt daneben ein Parkplatz und bei unserem Besuch auch eine Baustelle befanden, haben wir erst vor Ort gesehen.

Unser Fazit: Für uns lebt Reine vom Blick von oben

Der Hype rund um Reine entsteht hauptsächlich durch die Perspektive vom Reinebringen und durch sehr gezielt gewählte Fotomotive. Unten im Ort erwartet dich eine touristische Infrastruktur. Das ist völlig okay, solange du nicht mit der Vorstellung eines einsamen Fischerdorfs anreist. Wir waren nicht enttäuscht, aber auch nicht so überwältigt, wie es die berühmten Bilder vielleicht erwarten lassen. Das Gefühl, unbedingt länger bleiben zu wollen, hatten wir jedenfalls nicht.

Wofür wir allerdings noch einmal zurückkommen würden: der Reinebringen. Bei freier Sicht muss der Ausblick spektakulär sein. Sollte das Wetter wieder nicht mitspielen, wäre es aber auch nicht schlimm. Auf den Lofoten und in ganz Norwegen warten so viele großartige Wanderungen, dass wir nicht jedem verpassten Gipfel hinterhertrauern müssen.

FAQ: Häufige Fragen zu Reine

Für wen lohnt sich Reine?

Reine lohnt sich vor allem für alle, die den Reinebringen wandern oder in der Gegend gut essen möchten. Für einen kurzen Fotostopp auf dem Roadtrip kann man ebenfalls anhalten. Wer weder wandern noch essen will, kann das Fischedorf aus unserer Sicht auch auslassen.

Was ist das Besondere am Dorf Reine?

Reine gilt als eines der bekanntesten Fotomotive der Lofoten: rote Rorbuer vor steilen Bergen und Wasser in jede Richtung. Anders als kleinere Fischerdörfer wirkt es weniger museal, sondern eher wie ein gut ausgebauter Ort mit Restaurants, Café, Outdoorshop und mehreren Parkflächen.

Wo kannst du für den Reinebringen parken?

Du parkst auf einer ausgewiesenen Fläche in Reine und läufst anschließend etwa 1,5 Kilometer zum Trailhead. Direkt an den Sherpa-Stufen gibt es keinen Parkplatz, und die kostenlose Parkbucht vor dem Ort kann schnell voll sein und ist außerdem auf vier Stunden begrenzt.

Wie hoch ist der Reinebringen?

Der Aussichtspunkt am Reinebringen liegt auf gut 400 Metern. Du legst fast vollständig die gesamte Strecke über Sherpa-Stufen zurück.

Wie lange dauert die Wanderung zum Reinebringen?

Du bist ungefähr 1,5 bis 2 Stunden unterwegs. Plane zusätzlich Zeit für Parkplatzsuche, Pausen und Fotostopps ein.

Wie viele Stufen hat der Reinebringen?

Der Reinebringen hat rund 2.000 Sherpa-Stufen. Sie machen den Großteil des Aufstiegs aus, weshalb die Strecke trotz überschaubarer Länge ordentlich in die Beine geht.

4cc88d2a909c4de1b34f16bda9e19371 Reine und der Reinebringen: Lohnt sich der berühmte Lofoten-Stopp?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Close

Nomads Hit The Road

Reiseblog mit Tipps & Reiseberichten

Unser Reiseblog rund ums Reisen, Arbeiten und Fotografieren. Mit Erfahrungen, Reisetipps & ehrlichen Einblicken - entdecke die Welt mit uns! Copyright © 2026 Nomads Hit the Road.
Close