// Zuletzt aktualisiert August 1, 2026
Schon nach den ersten Metern auf den Besseggen dachten wir: WTF, wann hört dieser Anstieg endlich auf? Wie lange geht das noch? Der Weg wurde immer steiler und felsiger, bis irgendwann sogar Metallketten zum Festhalten und Hochziehen dazukamen.
Wir wussten vorher praktisch nichts über diese Wanderung. Selbst die berühmten Bilder mit dem grünen Gjende und dem dunkelblauen Bessvatnet kannten wir bis zu unserer Reiseplanung nicht. Sie haben uns allerdings sofort überzeugt, als wir ganz Old School auf Google Maps nach Sehenswürdigkeiten zwischen Oslo und Trondheim gesucht haben. Den Ruf als Hotspot und seine tatsächliche Schwierigkeit haben wir dabei kaum hinterfragt – einer unserer vielen Anfängerfehler beim Wandern in Norwegen.
Das war rückblickend ziemlich naiv. Der Besseggen ist eine lange, anspruchsvolle Bergwanderung, bei der Wetter, Startzeit und Laufrichtung einen großen Unterschied machen. Wir haben die vollständige Route abgebrochen und den bekannten Aussichtspunkt nie erreicht. Trotzdem hatten wir eine richtig gute Zeit, viele Höhenmeter geschafft und am Ende vor allem eine wichtige Erkenntnis: Es braucht kein obligatorisches Social-Media-Blog-Wir-waren-dort-Foto, damit sich ein Wandertag lohnt.

- Der Besseggen im Jotunheimen: Lage und Landschaft
- Wie schwer ist der Besseggen wirklich?
- Unser Wandertag am Besseggen: Steiler Start und schnelle Wetterwende
- Startpunkt auf den Besseggen: Gjendesheim oder Memurubu?
- Beste Zeit für den Besseggen: Saison und Andrang
- Anreise nach Gjendesheim: Fähre, Parkplatz, Shuttle und Kosten
- Unsere Packliste für den Besseggen
- Übernachten und Camping rund um dem Besseggen
- Fazit: Wir würden den Besseggen noch einmal wandern
- FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Besseggen
Der Besseggen im Jotunheimen: Lage und Landschaft
Jotunheimen liegt in Südnorwegen und beherbergt mit dem Galdhøpiggen und dem Glittertind die höchsten Berge des Landes. Der Name bedeutet übersetzt etwa „Heim der Riesen“ und geht auf die nordische Mythologie zurück – bei diesen Dimensionen ziemlich passend. Schon die Anfahrt von Beitostølen über die Valdresflye zeigte uns, wie rau diese Landschaft werden kann. Die Passstraße führt über eine offene, karge Hochebene, auf der wir bereits durch dichten Nebel fuhren. Das war eigentlich ein ziemlich deutlicher Hinweis darauf, wie unser Wandertag weitergehen würde.
Mitten in dieser Landschaft verläuft der Besseggen zwischen dem Gjende und dem Bessvatnet. Der Gjende liegt rund 400 Meter tiefer und wirkt je nach Licht auffällig grün, während das höher gelegene Bessvatnet deutlich dunkler erscheint. Genau dieser Kontrast sorgt für den bekannten Zwei-Seen-Blick. Der höchste Punkt der klassischen Route liegt auf dem Veslefjellet auf 1.743 Metern.

Wie schwer ist der Besseggen wirklich?
Sehr schwierig. Komoot stuft die Tour als „schwierig“ ein, aus unserer Sicht ist das aber untertrieben. Die klassische Strecke zwischen Memurubu und Gjendesheim ist rund 15 Kilometer lang, führt über das 1.743 Meter hohe Veslefjellet, umfasst ungefähr 1.100 Höhenmeter und dauert etwa sechs bis acht Stunden.
Quick Facts Besseggen Wanderung: Memurubu und Gjendesheim, 15 km, 1.100 Höhenmeter, 6-8 Stunden
Wenn du wenig Wandererfahrung hast oder deine Kondition eher für gemütliche Spaziergänge reicht, solltest du dir deshalb gut überlegen, ob du die vollständige Tour gehen möchtest. Die Distanz allein klingt zunächst noch überschaubar. Zusammen mit den vielen Höhenmetern, steilen Felsabschnitten und dem wechselhaften Bergwetter wird daraus jedoch eine anspruchsvolle Tagestour. Wir sind keine Wandermäuse und schon gar keine Bergprofis, grundsätzlich aber ganz gut in Form – und fanden den Aufstieg trotzdem sauanstrengend, just to let you know.
Entsprechend sind auch die angegebenen sechs bis acht Stunden eher eine Orientierung. Wir stoppen regelmäßig für Fotos und zum Durchatmen, dafür planen wir von Anfang an ausreichend Puffer ein.



Anstrengend wird es dabei nicht nur wegen der Höhenmeter. Zwischendurch gibt es felsige Abschnitte mit Metallketten, an denen du dich festhalten oder hochziehen kannst. Technische Kletterkenntnisse brauchst du dafür zwar nicht, Trittsicherheit, eine gute Grundkondition und etwas Kraft in Armen und Beinen helfen aber enorm. Bei trockenem Untergrund war selbst meine Höhenangst kein großes Thema. Bei Regen, Wind und Kälte fühlten sich dieselben Stellen auf dem Rückweg allerdings deutlich unangenehmer an und erforderten unsere volle Konzentration. Da runterpurzeln möchte schließlich wirklich niemand.
Für Wander-Neulinge: Falls du dir die felsigen Passagen allein nicht zutraust oder noch wenig Erfahrung im alpinen Gelände hast, übernimm dich nicht. Eine geführte Tour* kann dir zusätzliche Sicherheit geben, ohne dass du deshalb komplett auf den Besseggen verzichten musst.
Unser Wandertag am Besseggen: Steiler Start und schnelle Wetterwende
Alles fing ziemlich entspannt am Anleger in Gjendesheim an. Ohne großes Warm-up ging es direkt die ersten Stufen hinauf. Erst jammerten wir noch über die Kälte, keine zehn Minuten später liefen wir im T-Shirt den Hang hoch. Die Sonne schien, die Temperatur war angenehm und mit jedem Schritt wurde der Blick auf den unter uns liegenden Gjende besser.
Gleichzeitig wurde der Weg immer steiniger. Konditionell war das definitiv fordernd, bis dahin fühlte es sich aber noch machbar an. Nur mit unserer Einschätzung, gleich endlich oben zu sein und danach „nur noch geradeaus über den Grat“ zum Zwei-Seen-Blick laufen zu müssen, lagen wir ungefähr alle zehn Minuten daneben.

Warum wir den Besseggen-Aufstieg abgebrochen haben
Je höher wir kamen, desto schneller kippte das Wetter. Erst wurde der Wind stärker, dann fiel die Temperatur auf drei Grad und kurz darauf standen wir bei Regen mitten in einer dichten Wolkenfront. Aus T-Shirt-Wetter waren innerhalb kürzester Zeit kalte Hände, nasse Hosen und kaum noch Sicht geworden. Unser Plan: zwischen den Felsen Schutz suchen und warten, bis die Wolken weiterziehen.
Nach kurzer Recherche wurde uns allerdings schnell klar, dass wir noch immer nicht das Veslefjellet erreicht hatten, der berühmte Aussichtspunkt von dort gut weitere drei Kilometer entfernt war und die Wolkenfront keinerlei Anstalten machte zu verschwinden. Also trafen wir eine ziemlich erwachsene Entscheidung: Wir drehten um. Schließlich wollten wir nicht irgendwann in einem True-Crime-Podcast auftauchen.


Der Rückweg war trotzdem prädestiniert für einen Abflug. Die Felsen wurden glitschig, die Ketten kalt und wir setzten unsere Schritte deutlich bewusster. Machbar war es weiterhin, angenehm war allerdings etwas anderes. Nach insgesamt drei Stunden und 700 bis 800 Höhenmetern kamen wir pitschnass, ziemlich platt und trotzdem glücklich wieder unten an. Gescheitert fühlte sich dieser Wandertag jedenfalls nicht an.
Ob wir enttäuscht waren, den Spot verpasst zu haben, für den alle hierherkommen? Ehrlicherweise nicht. Selbst wenn wir es noch bis dorthin geschafft hätten, hätten wir bei diesem Wetter vermutlich ohnehin kaum etwas gesehen. Das olle Sprichwort „Der Weg ist das Ziel“ passt hier ziemlich gut.
Was wir am Berg gelernt haben: Wetter checken, Ego zu Hause lassen
Am Berg bringt dir der beste Plan wenig, sobald das Wetter nicht mehr mitspielt. Nur weil wir schon so weit gekommen waren und andere weiterliefen, mussten wir nicht auf Biegen und Brechen den Rest erzwingen. Schließlich sind wir keine erfahrenen Wanderer und wollten nichts riskieren.
- Wetter prüfen und im Blick behalten: Nur weil es unten trocken und sonnig aussieht, muss das weiter oben noch lange nicht so bleiben. Checke deshalb gezielt die Vorhersage für den Berg und die entsprechende Höhenlage. Während der Tour solltest du außerdem Wolken, Wind, Temperatur und Sicht im Blick behalten, denn die Bedingungen können sich innerhalb kurzer Zeit komplett verändern.
- Zwiebellook tragen: Temperatur, Wind, Sonne und Regen können stark wechseln. Sei auf jedes Wetter vorbereitet.
- Genug Zeit einplanen: Plane von Anfang an Puffer für Pausen, Fotos und langsamere Passagen ein. Zeitdruck führt selten zu besonders cleveren Entscheidungen.
- Rechtzeitig umdrehen: Warte nicht, bis eine Situation richtig brenzlig wird. Ein Aussichtspunkt und eine vollständig abgehakte Route sind keinen riskanten Abstieg wert.
- Notrufnummer kennen: Wähle bei einem Unfall oder einer anderen akuten Notlage in den Bergen die 112. Brauchst du dringend medizinische Hilfe, erreichst du den Rettungsdienst unter 113. Such- und Rettungsaktionen in den Bergen übernehmen JRCC und sind unter 51 51 70 00 (Südnorwegen) sowie 75 55 90 00 (Nordnorwegen) zu erreichen.

Startpunkt auf den Besseggen: Gjendesheim oder Memurubu?
Es ist dieselbe Wanderung, aber definitiv nicht derselbe Wandertag. Je nachdem, ob du in Memurubu oder Gjendesheim startest, ändern sich Steigung, Zeitdruck und die Frage, wie easy du bei schlechtem Wetter wieder umdrehen kannst.
Der klassische Weg: Von Memurubu nach Gjendesheim
Die meisten Wanderer nehmen morgens die Fähre von Gjendesheim nach Memurubu und laufen von dort über den Besseggen zurück. Nach der Ankunft geht es erst einmal ziemlich steil bergauf, bevor der Weg etwas abflacht und dich in Richtung Bandet führt. Dort öffnet sich der bekannte Blick auf den dunkelblauen Bessvatnet und den deutlich tiefer gelegenen, grünen Gjende. Anschließend folgt eine kurze steile Passage bergauf am eigentlichen Besseggen-Grat. Danach führt die Route über das Veslefjellet und den langen Abstieg zurück nach Gjendesheim.
Der größte Vorteil: Die Fähre liegt bereits hinter dir und wartet nicht am Ende der Wanderung als feste Deadline. Eine spontane Umkehr kann dadurch allerdings komplizierter werden. Läufst du zurück nach Memurubu, musst du die letzte Fähre erreichen oder dort gezwungenermaßen übernachten. Auch wenn du nur bis zum Aussichtspunkt wandern und anschließend nach Memurubu zurückkehren möchtest, solltest du die Zeit realistisch kalkulieren. Für die komplette Überquerung würden wir ohnehin eine möglichst frühe Fähre nehmen, damit genug Puffer für Pausen, Wetterwechsel und den Rückweg nach Gjendesheim bleibt.

Andersherum: Von Gjendesheim nach Memurubu
Bei uns war der Start in Gjendesheim weniger das Ergebnis einer ausgeklügelten Wanderstrategie. Morgens hatten wir um 8 Uhr noch einen Call und erreichten den Parkplatz erst gegen 12:30 Uhr. Für die klassische Variante mit Fähre nach Memurubu, die vollständige Tour und eine sichere Rückkehr war das viel zu spät. Also liefen wir direkt in Gjendesheim los und planten von Anfang an, nur bis zum Aussichtspunkt zu wandern und später auf demselben Weg zurückzukehren.
Startest du in Gjendesheim, sparst du dir zunächst die Fähre. Dafür zieht sich der Anstieg bis zum Veslefjellet ziemlich lange und der berühmte Zwei-Seen-Blick kommt erst sehr spät. Anschließend musst du die kurze, steile Passage am eigentlichen Besseggen-Grat hinabsteigen. Für die vollständige Strecke kommt außerdem der Zeitdruck durch die letzte Fähre ab Memurubu hinzu. Du solltest deshalb sehr früh losgehen und genug Puffer einplanen, damit du nicht über den Grat hetzen musst. Verpasst du die Abfahrt, brauchst du eine Übernachtung in Memurubu. Die komplette Strecke einfach wieder zurückzulaufen, ist nach einem langen Wandertag kaum eine realistische Option.
Entscheidungshilfe: Für eine komplette Überquerung bei stabilem Wetter würden wir morgens die Fähre nach Memurubu nehmen und zurück nach Gjendesheim laufen. Möchtest du flexibel bleiben, das Wetter ist unsicher oder du startest später, kannst du wie wir ab Gjendesheim ein Stück aufsteigen und auf demselben Weg zurückkehren. Die vollständige Strecke bis Memurubu würden wir bei einem späten Start dagegen nicht mehr beginnen.

Beste Zeit für den Besseggen: Saison und Andrang
Die Wandersaison am Besseggen reicht ungefähr von Mitte Juni bis Mitte Oktober. In diesem Zeitraum verkehren normalerweise auch die Fähren auf dem Gjende-See. Am vollsten wird es zwischen Juli und Mitte August. Vor oder nach der Hauptsaison ist meist weniger los, dafür können Schnee und Wetter die Tour deutlich schwieriger bis sogar unbegehbar machen. Selbst bei unserem Besuch im Juli lagen weiter oben noch vereinzelte Schneereste.
Vom oft beschriebenen Stau am Grat haben wir allerdings nichts mitbekommen: Mehrere Locals hatten uns vorab erzählt, dass es dort richtig voll werden kann und auch einige Rezensionen klangen eher nach Wanderautobahn als nach einsamer Bergidylle. Ganz repräsentativ war unser Eindruck im Juli vermutlich trotzdem nicht: Die meisten starten für die klassische Überquerung früh am Morgen mit der Fähre nach Memurubu. Als wir mittags überhaupt erst losliefen, waren viele wahrscheinlich längst auf der Route oder sind uns auf ihrem Rückweg entgegengekommen.
Entsprechend entspannt sah es bei unserer Ankunft aus. Auf dem Parkplatz gab es ausreichend freie Plätze, am Anleger war kaum etwas los und während des Aufstiegs liefen vielleicht fünf andere Wanderer in dieselbe Richtung. Die wenigen Begegnungen waren dafür ziemlich hilfreich: Fast alle grüßten kurz, einige gaben uns direkt ein Update zum Wetter und zum Weg weiter oben.

Anreise nach Gjendesheim: Fähre, Parkplatz, Shuttle und Kosten
Damit du morgens überhaupt auf dem Besseggen stehst, müssen Anreise, Parkplatz, Shuttle und Fähre halbwegs zusammenspielen. Mit dem Mietwagen* erreichst du Gjendeosen über den Valdresflye Pass. Allein die Fahrt dorthin ist schon eine Augenweide. Trödeln solltest du trotzdem nicht zu lange, sonst verpasst du am Ende noch die Fähre. Ohne eigenes Fahrzeug kommst du während der Saison je nach Verbindung auch mit dem Bus ab Oslo oder Otta in Richtung Gjendesheim.

Parken am Besseggen: Reinsvangen statt Gjendeosen
Für die Besseggen-Wanderung kommen zwei Parkplätze infrage: Gjendeosen direkt am Anleger und das etwa 1,5 km entfernte Reinsvangen.
Direkt an der Fähre zu parken ist natürlich superpraktisch, kann aber ordentlich ins Geld gehen. Die ersten zwei Stunden sind kostenlos, danach kostet jede weitere Stunde 290 NOK (~26 €). Für einen kurzen Stopp ist das okay, bei einer sechs- bis achtstündigen Wanderung bist du allerdings schnell weit über 100 € los. Das muss nicht sein. In Reinsvangen bekommst du für 299 NOK (~27 €) ein Tagesticket für ein Auto mit maximal vier Personen inklusive Shuttle nach Gjendesheim. Das System wirkte beim Auffahren zunächst etwas unübersichtlich, war dann aber schnell erledigt:
- Beim Auffahren wird dein Kennzeichen automatisch von Kameras erfasst
- Auf dem Parkplatz scannst du den QR-Code auf den Schildern
- Anschließend wählst du das passende Park- und Shuttle-Ticket aus
- Bezahlt wird online per Kreditkarte oder Apple Pay

Danach wartest du entweder auf den Shuttle oder rufst kurz an, damit dich jemand abholt. Auf dem Rückweg war es unkomplizierter: Der Shuttle stand bereits an der Haltestelle und fuhr in regelmäßigen Abständen. Fotografiere den Fahrplan trotzdem direkt bei deiner Ankunft. Nach einem langen Wandertag möchtest du nicht feststellen, dass die letzte Fahrt weg ist und noch unfreiwillige 1,5 Kilometer vor dir liegen.
Am Straßenrand entlang der Zufahrt darfst du nicht parken. Entsprechende Verbotsschilder stehen bereits kurz nach dem Abbiegen von der Hauptstraße.
Die Gjende-Fähre nach Memurubu
Im Juli 2026 kostete die Fahrt nach Memurubu 260 NOK pro Person (~23 €). Die erste Fähre legte um 7:45 Uhr ab, die letzte um 15:25 Uhr. In Gegenrichtung fuhr sie laut damaligem Fahrplan zwischen 8:55 und 16:55 Uhr.
Gerade für die frühen Verbindungen würden wir das Ticket vorab reservieren. Wenn du morgens am Anleger stehst und die gewünschte Fähre ausgebucht ist, gerät schließlich der komplette Tagesplan ins Wanken.
Gesamtkosten für die Besseggen-Wanderung
Unser Wandertag hat uns am Ende lediglich das Parkticket inklusive Shuttle für 27 € gekostet. Das ist das günstigste, was du kriegen kannst. Nimmst du zusätzlich die Fähre und holst dir im Café in Gjendeosen noch etwas zu essen, läppern sich die Kosten natürlich. Hätten wir uns nicht zum Parkplatz vorab informiert, wären wir direkt morgens mit der Fähre gestartet, hätten wir auch locker 150 € ausgeben können.
Laut gedacht: Wir fanden die Parkplatzpreise zunächst auch ziemlich happig. Andererseits kostet die Wanderung selbst keinen Eintritt und auch für den Nationalpark zahlst du nichts. Parkplatz, Shuttle und die Infrastruktur vor Ort müssen trotzdem irgendwie finanziert werden. So betrachtet fanden wir den Preis am Ende schon ok.
Preise und Fahrpläne können sich ändern, deshalb solltest du die aktuellen Angaben vor deiner Wanderung noch einmal prüfen.

Unsere Packliste für den Besseggen
Für den Besseggen brauchst du nicht den halben Outdoorladen auf dem Rücken, ein bisschen durchdachter als wir darfst du aber schon packen. Mit Proviant, Wasser und Zwiebellook waren wir grundsätzlich gut aufgestellt. Unsere nur Wanderhosen haben beim längeren Regen allerdings ziemlich schnell kapituliert. Was wir in unseren Rucksäcken* dabei hatten:
- Wasser und Proviant: jeweils 1,5 Liter Wasser, Butterbrote, Obst, Süßigkeiten und weitere Snacks. Unser persönliches Highlight waren die Skyr-Quetschies: Proteine gut portioniert. Unterwegs gibt es keine Verpflegungsstation, also lieber zu viel für den ganzen Wandertag einpacken.
- Outin Espressomaschine*: War die unbedingt notwendig? Nein, aber wir lieben guten Kaffee.
- Kamera*: selbsterklärend oder? Eine Drohne* kannst du direkt zu Hause lassen, die sind hier nicht erlaubt.
Was wir an hatten: lange Wanderhosen, vernünftige Wanderschuhe, Base Layer, Fleece und Regenjacke. Sonnenbrille sowie Stirnband – bei dem Wind war das ein Gamechanger. Der Zwiebellook funktionierte grundsätzlich gut, unsere nur Wanderhosen waren dem längeren Regen allerdings nicht gewachsen. Auch einen Regenschutz für den Rucksack sollten wir uns zulegen sowie immer ein paar Ersatzsachen im Auto liegen haben.
Für die Routenplanung und Navigation nutzten wir Komoot oder AllTrail. Lade dir die Karte vor dem Start offline herunter, solltest du aus unerfindlichen Gründen keinen Empfang mehr haben.


Übernachten und Camping rund um dem Besseggen
Für die komplette Besseggen-Wanderung würden wir möglichst nah an Gjendesheim oder Memurubu übernachten. So sparst du dir morgens eine längere Anfahrt, erreichst entspannt die frühe Fähre und startest nicht direkt mit Zeitdruck. Wir selbst haben in einem privaten Zimmer bei Beitostølen* übernachtet. Küche und Wohnzimmer teilten wir mit unseren Gastgebern Irvin und Tonje. Dazu gab es eine Sauna und eine kostenlose Lademöglichkeit für unser E-Auto. Der Vorteil an Beitostølen*: Du kannst hier Proviant in den Supermärkten besorgen oder noch vergessene Ausrüstung kaufen.
Für den Zwischenstopp war das super, beim nächsten Versuch würden wir trotzdem näher am Start schlafen.
- Gjendesheim Turisthytte*: Direkt an der Fähre, pricey aber convienent und mit kostenlosem Privatparkplatz
- Northern gate Besseggen – Cottage no 17 in Besseggen Fjellpark Maurvangen*: In der Nähe direkt an der Hauptstraße, mit kostenlosen Privatparkplatz. Du kriegst mehr für dein Geld (ganze Unterkunft mit eigenem Bad) musst aber noch bis zur Fähre ca. 3km (zu Fuß machbar)
- Bessheim Fjellstue og Hytter*: Etwas nördlicher ca. 5km zur Fähre entfernt, mit ähnlichem Preis-Leistungs-Verhältnis wie Cottage no 17
Bist du mit Wohnmobil oder Zelt unterwegs, kannst du rund um den Besseggen grundsätzlich auch wildcampen. In der Nähe von Hütten, Parkplätzen und stark besuchten Bereichen gelten allerdings Einschränkungen. Deshalb vorher prüfen, wo du dein Lager aufschlagen darfst und den Schlafplatz vor allem danach auswählen, wie schnell du morgens am Start bist.

Fazit: Wir würden den Besseggen noch einmal wandern
Ja, trotz unseres „gescheiterten“ Aufstiegs würden wir dem Besseggen noch eine zweite Chance geben. Schon die verkürzte Tour hat uns gezeigt, was die Wanderung zu bieten hat: Ausblicke auf den Gjende, steile Felswege und diese raue Berglandschaft, wofür Norwegen bekannt ist.
Auch unabhängig vom Besseggen würden wir wieder in den Jotunheimen Nationalpark kommen. Die Landschaft ist viel mehr als nur die Kulisse für diesen einen berühmten Aussichtspunkt und hat uns bereits auf der Anfahrt beeindruckt. Vielleicht wird es beim nächsten Mal eine entspanntere Tour auf den Gjendehø oder den Knutshø. Oder noch anspruchsvoller auf den Galdhøpiggen oder den Glittertind.
Die Wanderung auf den Besseggen empfehlen wir allen, die sich realistisch einschätzen, vorbereitet losgehen und unterwegs bereit sind, ihren Plan zu ändern. Wer den Besseggen nur als schnelles Häkchen auf der Bucket List betrachtet, wird sich noch umgucken. Wandern in Norwegen ist einfach anders.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Besseggen
Wie schwer ist die Besseggen-Wanderung?
Der Besseggen ist eine anspruchsvolle Tageswanderung mit steilen, felsigen Passagen und rund 1.100 Höhenmetern. Gute Kondition, Trittsicherheit und wetterfeste Kleidung sind wichtig. Für wenig erfahrene Wandernde kann die Tour sehr fordernd werden.
Wie lange dauert die Wanderung über den Besseggen?
Für die vollständige Strecke solltest du etwa sechs bis acht Stunden einplanen. Die tatsächliche Dauer hängt von Laufrichtung, Kondition, Wetter und Pausen ab. Unsere verkürzte Tour ab Gjendesheim dauerte rund drei Stunden.
Welche Richtung ist am Besseggen besser?
Für die klassische Überquerung würden wir morgens mit der Fähre nach Memurubu fahren und von dort zurück nach Gjendesheim laufen. So liegt die feste Abfahrtszeit am Anfang des Tages. Startest du in Gjendesheim, kannst du dafür einfacher auf demselben Weg umdrehen, falls Wetter oder Kondition nicht mitspielen.
Brauche ich für den Besseggen eine Fähre?
Für eine vollständige Überquerung zwischen Memurubu und Gjendesheim brauchst du in der Regel eine Fährfahrt. Du kannst auch ab Gjendesheim aufsteigen und wieder umdrehen, wie wir es gemacht haben. Reserviere die Fähre in der Hauptsaison am besten vorab.
Ist der Besseggen etwas für Einsteiger?
Als erste längere Bergwanderung würden wir die vollständige Besseggen-Überquerung nicht empfehlen. Mit guter Grundfitness und Trittsicherheit kannst du ab Gjendesheim zunächst ein Stück aufsteigen und auf demselben Weg zurückgehen. So bekommst du ein Gefühl für den steilen Untergrund, ohne dich auf die komplette Route festzulegen.