// Zuletzt aktualisiert Dezember 31, 2025
Wir sind den Spuren der Ainu gefolgt – Japans Ureinwohnern, deren Kultur du im Osten von Hokkaido noch erleben kannst. Zwischen Kushiro und dem Lake Akan liegt eine Region, die dich Abseits der klassich-touristischen Pfade mit Weitläufigkeit und Abwechslung willkommen heißt.
Was für uns wie ein kleiner Abstecher wirkte, wurde schnell zu einem der eindrücklichsten Abschnitte unserer Reise. Die Ainu sind hier keine Fußnote der Geschichte, sondern präsent – in Workshops, Festivals und auf geführten Waldtouren zu heiligen Orten. Und während du vielleicht für Kraniche, Seen oder Natur gekommen bist, bleibst du am Ende für das Gefühl, einem anderen Japan begegnet zu sein.
In diesem Artikel zeigen wir dir, wie du die Ainu-Kultur am besten erlebst, was es mit den Mandschurenkraniche auf sich hat und warum Ost-Hokkaido mehr als nur ein Geheimtipp für Naturfans ist.
- Kushiro: Ausgangspunkt statt Highlight
- Die Kushiro-Shitsugen: Japans größte Marschlandschaft
- Mandschurenkraniche: Majestätische Begegnungen in freier Wildbahn
- Akan-Mashu Nationalpark: Seen & Onsen rund um Lake Akan
- Die Ainu: Ureinwohner Hokkaidos erleben am Lake Akan
- Reiseroute & Tipps für deine Planung
- Beste Reisezeit: Wann sich eine Reise nach Kushiro und Lake Akan lohnt
- Übernachten rund um Kushiro & Shibecha: Stadt oder Natur?
- Unser Fazit zu Kushiro, Akan & Ainu
- FAQ: Häufig gestellte Fragen zu den Ainu, Mandschurenkranichen und Lake Aken
Kushiro: Ausgangspunkt statt Highlight
Kushiro ist ein Ort, der als Einstieg in die Region richtig gut funktionieren kann. Die Stadt liegt strategisch zwischen Küste und Landesinnerem, hat genug Infrastruktur, um entspannt anzukommen, und ist ein sinnvoller Knotenpunkt, wenn du deine Route rund um Moor, Kraniche und Lake Akan Stück für Stück aufbauen willst. Dazu kommt die Anbindung: Kushiro hat einen eigenen Flughafen mit Verbindungen nach Tokio und Sapporo, außerdem erreichst du die Stadt per Zug über die JR Nemuro-Linie. Wenn du mit dem Mietwagen* unterwegs bist, bist du von hier aus schnell in alle Richtungen unterwegs – zum Lake Akan brauchst du etwa zwei Stunden, nach Abashiri an die Nordküste gut drei.
Fun Fact: Milchprodukte rund um Kushiro
Rund um Kushiro dreht sich vieles um Landwirtschaft und das schmeckst du auch: Wir fanden Milch und Softeis hier deutlich cremiger als anderswo in Japan. Ein Grund ist das kühle Klima auf Hokkaido: Weniger Hitze stresst die Kühe weniger und das wirkt sich auf die Milchqualität aus.
Wir selbst haben Kushiro trotzdem nur für einen Abend mitgenommen und der hatte einen ziemlich persönlichen Grund: Durch Kontakte konnten wir an einer Judo-Trainingseinheit teilnehmen. Für mich war das ein Highlight, weil Judo in meinem Leben lange eine große Rolle gespielt hat und wir die Chance, in Japan einmal selbst auf der Matte zu stehen, nicht liegen lassen wollte. Zum klassischen Sightseeing in der Stadt können wir deshalb wenig aus eigener Erfahrung sagen, aber wenn du dir etwas Zeit nimmst, findest du hier genug für einen kurzen Stopp, zum Beispiel rund um den Kushiro Washo Ichiba oder am Hafen.
Übernachtet haben wir nicht in Kushiro selbst, sondern bewusst etwas außerhalb und vielleicht ist das auch für dich die bessere Wahl: Wenn du es ruhiger und naturnaher magst, könnte Shibecha eine interessante Alternative zu einer Unterkunft in Kushiro sein. Der Ort liegt nur knapp eine Stunde entfernt und bietet dir kürzere Wege zu den Marschlandschaften und dem Lake Akan. Wenn du lieber mitten in der Natur aufwachst statt im städtischen Trubel, ist Shibecha eine angenehme Alternative.

Und genau damit beginnt der Teil, für den du wahrscheinlich hier bist: Kaum lässt du Kushiro hinter dir, wird es ländlich, weitläufiger und stiller und du bist mitten in den Landschaften, für die diese Ecke von Hokkaido bekannt ist.
Die Kushiro-Shitsugen: Japans größte Marschlandschaft
Wenn du von Kushiro in Richtung Marschen fährst, wird es schnell ländlich. Straßen werden schmaler, Felder gehen in Schilf über und allmählich stehst du vor einer Landschaft, die sich nicht nach „Sehenswürdigkeit“ anfühlt, sondern nach Platz und Ruhe. Die Kushiro-Shitsugen sind Japans größtes Feuchtgebiet: ein riesiges Sumpf- und Moorareal mit Schilfflächen, Torfmoosen, Waldinseln und einer Tierwelt, die du in dieser Form sonst kaum in Japan findest.
Zahlen, die erst mal nicht greifbar sind
Die Kushiro-Shitsugen sind riesig: 288 km² Marschland. Hier wachsen über 700 Pflanzenarten, von Schilf und Torfmoosen bis zu seltenen Hochmoorpflanzen. Auf dem Papier klingt das nach Statistik - vor Ort merkst du es erst wirklich, wenn du oben auf einer Plattform stehst und das Moor einfach nicht aufhört.

Wenn du gerne draußen bist, ist das hier genau die richtige Art Natur: nicht spektakulär im Sinne von „ein Foto und weiter“, sondern eher ein Ort, an dem du erst nach ein paar Minuten merkst, wie besonders er ist. Und wenn du Vögel beobachten willst, lohnt sich ein Fernglas. Neben Enten, Greifvögeln oder Eulen kannst du mit etwas Glück auch Mandschurenkraniche in freier Wildbahn erwischen.
Wie du das Sumpfgebiet am besten erkundest: Wanderrouten und Aussichtspunkte
Wenn du das Moorlandschaft aktiv erkunden willst, hast du mehrere schöne Möglichkeiten – von Wanderwegen durch das Moor oder von Aussichtsplattformen mit unglaublichem Blick wie das Kushiro Marsh Observatory und den Onnenai-Wanderweg.
Kushiro Marsh Observatory
Für uns war das Kushiro Marsh Observatory der beste Ausblick, um erstmal ein Gefühl für die Größe der Marschen zu bekommen. Der Rundweg führt größtenteils durch Wald – nett, aber bis kurz vor Schluss passiert landschaftlich nicht wahnsinnig viel. Der Moment kommt am Ende: von der Plattform im Wald schaust du plötzlich über das Moor und bei gutem Wetter kannst du richtig weit sehen. Das Observatorium bzw. die Ausstellung am Eingag hat uns dagegen nicht abgeholt – hätten wir extra dafür ein Ticket gekauft, hätten wir uns eher geärgert. Der Blick von der Plattform war für uns klar das Highlight.
Wanderweg am Kushiro Marsh Observatory
Für die ganze Runde haben wir etwa 60 Minuten gebraucht, inklusive einiger Höhenmeter. Falls du es kürzer magst: Der direkte Weg zur Aussichtsplattform links neben dem Observatorium dauert etwa 30-40 Minuten hin und zurück.


Onnenai Boardwalk (On’nenai Mokudō)
Wenn du lieber direkt durchs Moor laufen willst, nimm den Onnenai Boardwalk. Der Einstieg ist etwas unscheinbar: vom Parkplatz gehst du erst ein Stück Richtung Visitor Center, bevor du auf den Bohlenweg kommst. Vormittags war es bei uns angenehm ruhig, nur hin und wieder kam eine Gruppe vorbei. Du kannst je nach Route grob 40 bis 60 Minuten einplanen und genau dafür ist der Walk perfekt: Schilf, Wasser, Stille, und dieses Gefühl, mitten durch die Marschlandschaft zu laufen.
Onnenai Boardwalk
Es gibt verschieden große Runden, die du je nach Belieben gehen kannst. Selbstverständlich kannst du aber auch einfach einen Weg hin und zurücklaufen, wenn dir danach ist. Die kürzeste Runde ist ca. 2km lang.


Toro-See
Am Rand der Kushiro-Marschen liegt außerdem der Toro-See, ein guter Ausgangspunkt für Spaziergänge am Ufer oder Kanutouren durch die Wasserwege des Moorgebiets. Vor allem am frühen Morgen, wenn Nebel über dem Wasser hängt, soll die Stimmung dort besonders schön sein.
Mehr als nur Wandern: Aktivitäten in den Marschen
Wenn du die Marschen noch intensiver erleben willst, kannst du im Sommer Kanutouren durch die Wasserwege machen oder im Winter mit dem historischen Shitsugen Norokko Zug durch die verschneite Landschaft fahren. Auch ohne große Aktivitäten lohnt sich der Besuch aber schon für die Weite und Ruhe und wenn du hier erstmal auf dich wirken lässt, verstehst du auch, warum ausgerechnet diese Region für ihre Kraniche so bekannt ist.
Mandschurenkraniche: Majestätische Begegnungen in freier Wildbahn
Der Mandschurenkranich (auch japanischer Kranich, Tancho) ist in Japan ein echtes Symboltier – er steht in der Kultur unter Anderem für Glück und ein langes Leben und wird oft als „japanischer Kranich“ bezeichnet. Und auch wenn du ihn hier in Hokkaido sehr präsent erlebst: Die Art kommt nicht nur in Japan vor, sondern hat auch Populationen auf dem asiatischen Festland (u.a. in Russland, China und auf der koreanischen Halbinsel). In Japan lebt die residente Population vor allem auf Hokkaido. Genau deshalb ist die Region rund um Kushiro so ein Hotspot.
Wir haben die Kraniche zum ersten Mal direkt bei unserer Unterkunft bei Shibecha gesehen – früh am Morgen, auf den abgeernteten Feldern, keine 50 Meter entfernt. Da merkst du erst, wie groß diese Vögel wirken, wenn sie einfach nur ruhig durchs Feld laufen und dich dabei komplett ignorieren.

Was hier getan wird, damit die Kraniche nicht verschwinden
Dass du heute überhaupt noch eine realistische Chance hast japanische Kraniche zu sehen, ist kein Zufall. In der Region gibt es Schutzgebiete und Stationen, in denen Tiere versorgt werden, die nicht mehr ausgewildert werden können. Außerdem spielen Futterstellen im Winter und der Schutz von Lebensräumen eine große Rolle. Einfach, weil der Mandschurenkranich weltweit zu den seltenen Kranicharten zählt.
Hinweis zum Schutzprogramm
In der Region gibt es mehrere Schutzstationen, die Kraniche versorgen. Gerade an manchen „Futterstellen“ siehst du deshalb im Herbst oft eher diese dauerhaft betreuten Tiere - die frei lebenden Kraniche triffst du zu der Zeit eher draußen auf den Feldern.
Beste Reisezeit: Wann lohnt sich eine Reise für Kranich-Beobachtungen?
Wenn du im Winter (Dezember bis März) kommst, kannst du die Kraniche deutlich gezielter sehen. Dann sammeln sie sich an Futterstellen rund um Tsurui und Akan und genau dort bekommst du auch die bekannten Szenen mit den rituellen Tanzbewegungen im Schnee.
Und noch ein Detail, das wir vor Ort spannend fanden: Bei den Ainu ist der Kranich als „Sarurun Kamuy“ bekannt - sinngemäß ein „Gott/Geist der Marschen“
Wir waren Mitte Oktober dort und da war es bei uns genau andersrum. An den offiziellen Futterstellen haben wir kaum frei lebende Kraniche gesehen, sondern vor allem Tiere, die dort dauerhaft leben. Unsere besten Sichtungen hatten wir draußen auf den Feldern. Heißt für dich: Herbst kann super sein, aber eher nach dem Motto „du fährst durch die Gegend und plötzlich stehen sie da“ – der Winter ist planbarer.

Fotospots: Die besten Orte, um Kraniche zu sehen
Tsurui-Ito-Tancho Schutzgebiet
Wenn du die Kraniche gezielt beobachten oder fotografieren willst, findest du rund um Tsurui mehrere gut erreichbare Spots. Besonders bekannt ist das Tsurui-Ito-Tancho Schutzgebiet, eine der wichtigsten Futterstellen im Winter. Die Anlage ist ruhig, gepflegt und kostenlos zugänglich. Vor allem am frühen Morgen hast du hier die besten Chancen, größere Kranich-Gruppen zu erleben.
Tsurumidai
Ein Stück weiter liegt Tsurumidai, direkt an der Straße mit freier Sicht auf ein weites Feld. Hier haben wir bei unserem Stopp allerdings keine Kraniche sehen können.
Und noch ein Punkt, der im Alltag schnell hilft: Du kannst Kraniche auch einfach auf den Feldern sehen - nur ist spontanes Anhalten oft nervig (oder nicht sicher). Wenn du welche entdeckst, nutz lieber offizielle Parkbuchten oder ruhige Seitenstraßen statt hektisch am Straßenrand zu stoppen.
Akan International Crane Center (AICC)
Lohnt sich, wenn du mehr Kontext willst: Ausstellung, Hintergrund und im Winter ist das Gelände auch ein beliebter Spot zum Fotografieren. Praktisch ist vor allem, dass du drinnen durch große Fenster auf die Wiese schauen kannst, wenn du näher an die Tiere willst, gehst du nach draußen, wo du auch die Gehege der dort ansässigen Kraniche findest.


Kushiro Japanese Crane Reserve
Wenn du Kraniche ganzjährig aus der Nähe sehen willst, ist das Kushiro Japanese Crane Reserve eine gute Ergänzung – gerade auch mit Kindern, weil du die Tiere entspannt beobachten kannst und nicht „auf Glück“ angewiesen bist. Die Gehege hier sind deutlich größer und nicht immer vollständig einsehbar, sodass die Tiere auch mal ihre Ruhe haben können.



Solltest du Eis lieben, dann können wir dir das Softeis von milk stand KOSO am Rande des Parkplatzes empfehlen.
Otowa-Brücke
Für passionierte FotografInnen gilt die Otowa-Brücke als einer der beliebtesten Winter-Spots. In den frostigen Morgenstunden, wenn Nebel über dem Fluss liegt, entstehen hier die besten Bilder. Früh aufstehen, klingt hart – soll sich aber lohnen!
Spartipp: Shitsugen Marshland 55 Pass
Einige Spots sind kostenlos, einige kosten dich nur ein paar Euros. Prüfe vorab was du dir alles anschauen willst! Wenn du mehr als drei Attraktionen besuchst, ist der Shitsugen Marshland 55 Pass eine vergünstigte Option. Mit diesem Kombiticket für 1.030 Yen (ca. 6 €) bekommst du Zugang fünf Attraktionen rund um Kushiro.
- Kushiro Marsh Observatory (p.P. 480 Yen Eintritt ca. 2,50 €) – lohnt sich unserer Meinung nach nicht und die Aussichtsplattform ist kostenlos
- Kushiro Japanese Crane Reserve (p.P. 480 Yen Eintritt ca. 2,50 €)
- Akan International Crane Center AICC (p.P. 480 Yen Eintritt ca. 2,50 €)
- Kushiro City Museum (p.P. 480 Yen Eintritt ca. 2,50 €)
- Kushiro Zoo (p.P. 580 Yen Eintritt ca. 3 €) – wir sind keine Fans von Zoos, deswegen haben wir es ausgelassen
Akan-Mashu Nationalpark: Seen & Onsen rund um Lake Akan
Der Akan-Mashu Nationalpark vereint drei große Seen – Lake Akan, Lake Mashu und Lake Kussharo – plus Vulkanlandschaften, Wälder und heiße Quellen. Wenn du nur einen Ort in dieser Ecke von Hokkaido intensiver mitnehmen willst, macht Lake Akan am meisten Sinn: Du bekommst Natur, einen begehbaren Ort am Wasser und genug „Programm“, ohne dass du dafür ständig den Standort wechseln musst.
Lake Mashu: Kurzer Stopp, große Aussicht
Den Mashu-See haben wir auf unserem Weg von Utoro Richtung Shibecha angesteuert und natürlich hat es genau dann angefangen zu regnen. Trotzdem, selbst bei schlechtem Wetter wirkt der Blick von oben besonders, weil du auf einen fast kreisrunden Kratersee schaust, der wie abgeschnitten von der Außenwelt wirkt. Den besten Blick bekommst du hier vom Observatory – als kurzer Stopp ist das genau richtig, bevor du weiter Richtung Lake Akan oder ins Landesinnere fährst.

Schnelle Fakten zum Mashu-See
- Entstanden vor rund 7.000 Jahren (Caldera-See)
- Der See ist etwa 212 Meter tief
- Die Insel in der Mitte ist ein Vulkan (ca. 240 Meter hoch)
Lake Akan & Akanko Onsen: Touristisch, aber als Base durchaus praktisch
Lake Akan ist groß und ruhig, der Ort am Ufer dagegen eindeutig touristisch. Du findest Restaurants, Souvenir-Läden und Wege direkt am Wasser, sodass du ohne viel Planung einfach hinfahren kannst. Wir sind tagsüber vor allem am See spazieren gegangen und fanden genau das angenehm – kein „Du musst jetzt dies und das machen“, sondern einmal runterkommen, den riesigen See auf dich wirken und dich selbst ein bisschen durch den Ort treiben lassen.
Für den kleinen oder auch großen Hunger können wir dir das hyakumian Restaurant empfehlen. Hier werden erstklassige Soba und Krabbengerichte serviert.
Was wir uns nicht entgehen lassen haben: das öffentliche Fußbad in der Stadt. Gerade wenn du vorher im Auto saßt oder später noch weiterfährst, ist das ein kleines Upgrade für zwischendurch. Und natürlich ist die Quelle vor allem bei kaltem Wetter sehr angenehm. Im Übrigen kannst du meist auch direkt dort Handtücher mieten.
Und noch wichtig fürs Verständnis: Akanko Onsen ist der Ortsteil am See - „Onsen“ heißt hier nicht ein einzelnes Bad. Sondern die ganze Gegend ist für ihre heißen Quellen bekannt.


Marimo am Lake Akan: Warum diese Algenkugeln so besonders sind
Am Lake Akan geht es nicht nur um den See selbst, sondern auch um die Marimo – diese kugelrunden Algen, die nur unter bestimmten Bedingungen so wachsen und heute in ihrer natürlichen Form selten geworden sind. Selbst wenn du wegen der Landschaft kommst: Marimo sind ein Thema, an dem du hier nicht vorbeikommst und sie erklären auch, warum Lake Akan kulturell so eine besondere Rolle bei den Ainu spielt (mehr dazu im Ainu-Abschnitt).

Aktivitäten am Lake Akan: Ufer, Boot und dampfende Erde
Wenn du Lust auf eine kleine Runde hast, reicht oft schon der Spaziergang am Ufer. Darüber hinaus kannst du eine Bootstour mit der Lake Akan Ferry machen und den See vom Wasser aus erleben.


Ebenfalls schnell gemacht ist der Bokke Nature Walk, ein kurzer Weg an geothermalen Stellen vorbei – also an Bereichen, wo aus dem Boden Dampf aufsteigt und es nach Schwefel riechen kann. Für den ein oder anderen mag das jetzt super aufregend klingen aber ganz so spannend ist es dann doch nicht. Du findest hier kleinere Quellen aus denen Dampf aufsteigt…das war es im Grunde auch schon.
Im Winter kommt eine andere Seite dazu: Eislaufen, Schneemobil-Touren und ja, am Lake Akan gibt es auch ein kleines Skigebiet. Wenn du eh in der kalten Jahreszeit hier bist, kannst du den Tag also gut füllen, ohne groß herumzufahren.
Akankohan Visitor Center (Eco Museum Center)
Wenn du am Lake Akan ankommst, lohnt sich ein kurzer Stopp im Akankohan Visitor Center - vor allem wegen der Marimo-Algen. Du kannst sie dort aus der Nähe sehen und bekommst verständlich erklärt, warum sie am Lake Akan so besonders sind und wie sie geschützt werden. Praktisch: Du findest dort auch aktuelle Infos zur Region (Karten, Wege, Hinweise) - perfekt, bevor du am Ufer losläufst oder den Bokke Nature Walk einplanst.
Parken am Lake Akan: Das solltest du wissen
Parken ist am Lake Akan an vielen Stellen kostenpflichtig – vor allem auf dem großen Parkplatz am Ortseingang (Akankohandai 1 Parking Lot – 500 Yen für 14 Stunden) und bei öffentlichen Stellplätzen im Zentrum. Praktisch ist der Parkplatz links neben dem Akanko Ainu Theater Ikor: Dort kannst du kostenlos parken, wenn du nur kurz in den Ort willst oder abends noch etwas vorhast.
Die Ainu: Ureinwohner Hokkaidos erleben am Lake Akan
Die Ainu sind die indigenen Ureinwohner Japans – mit einer Kultur, die über lange Zeit verdrängt wurde. Viele Ainu sollten ihre Sprache und Bräuche ablegen, vieles wurde „unsichtbar“ gemacht. Erst seit 2008 erkennt Japan die Ainu offiziell als eigenständiges Volk an. Rund um den Lake Akan bekommst du heute einen der zugänglichsten Einblicke – nicht als trockene Ausstellung, sondern über Begegnungsstätten, Erzählungen und Erlebnisse, die du direkt vor Ort mitnehmen kannst.
Kultur heute: Ainu‑Kotan, Handwerk und Glaube
Am Lake Akan liegt das Ainu-Kotan – ein kleines Dorf mit Souvenir-Läden, Werkstätten und einem Museum. Ja: Es ist touristisch. Aber wenn du dir ein bisschen Zeit nimmst, kannst du hier trotzdem gut „reinkommen“ und ein erstes Gefühl für die Kultur bekommen. In den Werkstätten bekommst du Handwerk und Muster zu sehen, im Museum den Kontext dazu: Rituale, Symbole und vor allem die Idee, dass Natur bei den Ainu nicht nur Kulisse ist. Viele Geschichten drehen sich um Kamuy – Naturwesen/Geister – also um die Vorstellung, dass Wald, Tiere, Wasser oder Feuer eine eigene Bedeutung haben.
Für uns war das kleine Dorf allerdings nur ein kurzer Stopp vom Parkplatz zum See.

Ainu erleben: Kamuy Lumina, Lost Kamuy und Marimo-Festival
Kamuy Lumina: Lichtshow im Wald, die dich ohne Worte abholt
Unser persönliches Highlight war Kamuy Lumina: Du läufst abends rund 1,2 km durch den dunklen Wald und zwischen den Bäumen tauchen Projektionen, Lichtobjekte und Sound auf, die eine Geschichte erzählen, deren Teil du wirst. Dazu bekommst du einen leuchtenden, interaktiven Stab: Er ist Taschenlampe und Teil der Installation zugleich. An Stationen reagiert er, wechselt die Farbe, gibt manchmal Töne von sich und du „spielst“ die Reise ein Stück weit mit, ohne dass dir jemand etwas erklären muss.
Alles ist auf Japanisch und es gibt keine Tafeln oder Übersetzungen. Das hat uns aber nicht gestört, weil das Erlebnis über Licht, Rhythmus und Atmosphäre funktioniert. Wenn du TeamLab Planets in Tokio mochtest, ist das hier genau die Art von „Kunst zum Durchlaufen“ – nur draußen, im Wald, und deutlich ruhiger. Die Gruppen starten versetzt (bei uns waren das etwa 10–15 Personen), sodass du nicht das Gefühl hast, in einer Menschenkette zu laufen.
Ticketpreise
Erwachsene (ab Junior High School): 3.500 ¥ (Vorverkauf) / 4.000 ¥ (vor Ort)
Kinder (Grundschule): 1.700 ¥ (Vorverkauf) / 2.000 ¥ (vor Ort)
Vorschulkinder: gratis
Tickets bekommst du: online, in Hotels im Akan-Onsen-Gebiet oder am Kamuy-Lumina-Ticketschalter.

Kamuy Lumina - Saisonzeiten
Das Erlebnis startet nach Sonnenuntergang. Deshalb gibt es die Tour nur zwischen Mai und Mitte November. Im Winter bleibt der Waldweg wegen Schnee und Eis geschlossen.


Lost Kamuy: Moderne Performance als Ergänzung
Lost Kamuy dauert etwa 30 Minuten und erzählt über Tanz, Licht und Projektionen – hier sind keine Worte nötig. Für uns war vor allem der Solo-Part der Haupttänzerin das, was hängen geblieben ist: stark, sauber, auf den Punkt. Wenn du nur eine Sache am Abend machen willst, würden wir Kamuy Lumina priorisieren. Wenn du danach noch Lust auf Bühne hast, ist Lost Kamuy eine gute Ergänzung – aber kein Muss.
Im Ainu-Theater am Lake Akan gibt es auch weitere, kürzere Aufführungen. Die Show, die wir gesehen haben, war das Tages-Highlight und gleichzeitig die letzte Vorstellung am Tag.
Tickets & Kombi-Ticket
Akan Yukar „Lost Kamuy“ (Ikor Theater, Lake Akan)
Erwachsene: 2.200 ¥
Kinder (Grundschule): 700 ¥
Kombi-Ticket: Kamuy Lumina + Lost Kamuy
Erwachsene (ab Junior High School): 5.200 ¥ (du sparst 500 ¥)
Kinder (Grundschule): 2.400 ¥
Hinweis: Kombi-Tickets gibt es am Kamuy-Lumina-Ticketstand, im Ikor Theater und in Hotels rund um Lake Akan.

Marimo Matsuri: Das wichtigste Fest der Ainu am See
Das Marimo Matsuri (Anfang Oktober, mehrere Tage) war für uns eines der Erlebnisse, das wir eigentlich nur als Randnotiz mit eingeplant hatten – ohne uns groß damit zu beschäftigen. Vielleicht war es genau deshalb besser als wir erwartet hatten. Zur Erinnerung, Marimo sind diese kugelrunden Algen, die nur unter bestimmten Bedingungen so wachsen und inzwischen selten geworden sind. Das Fest ist keine Show für Touristen, sondern Teil der Kultur. Bestehend aus einer Mischung aus Musik, Tanz und Ritualen – mit dem klaren Ziel, die Marimo zu ehren und ihren Schutz im Bewusstsein zu halten.

Du kannst dich nah dazustellen, mitlaufen oder einfach beobachten – je nachdem, wie wohl du dich fühlst. Wichtig ist nur: Für die Ainu hat das Festival einen anderen Stellenwert als für dich als Besucher. Am Ende gibt es ein Ritual, bei dem die Marimo per Boot zurück auf den See gebracht werden – daran nehmen nur Ainu teil. Du bekommst das nicht als „Finale fürs Publikum“, sondern als Moment, bei dem du automatisch einen Schritt zurücktrittst.



Das Programm war komplett auf Japanisch. Wir hatten das Glück, mit einer Guide unterwegs zu sein, die für uns übersetzt und unsere Fragen an die richtigen Leute gebracht hat – ohne sie hätten wir deutlich weniger verstanden.
Forest Light Tour: Mit lizenziertem Guide in einen Wald, den du sonst nicht betreten darfst
Wenn du Natur wirklich magst, ist die Forest Light Tour ein spannender Kontrast zu den Shows: kein Spektakel, sondern eine geführte Tour durch einen Waldabschnitt, der von der Maeda Ippoen Foundation verwaltet wird und nur mit zertifiziertem Guide zugänglich ist (das Gelände gilt als heilig). Zieh dafür feste Schuhe an – das ist eher eine kleine Wanderung als ein Spaziergang.

Wir sind an Herbstlaub, heißen Quellen/Schwefelgeruch und einem Aussichtspunkt vorbei, der Teil einer Skipiste ist, und später noch an einem Baum, der seit Jahrhunderten dort steht. Am meisten hängen geblieben ist uns, dass die Blätter des Lebkuchenbaums, wenn sie am Boden liegen, nach Karamell oder Popcorn riechen. Spannend, was unsere Natur so alles drauf hat.


Ob sich der Weg für dich lohnt? Wenn du dich für Natur, Wälder und die Perspektive der Ainu auf ihre Umgebung interessierst: ja. Wenn du dagegen eher spektakuläre Highlights oder große kulturelle Einblicke erwartest, wirst du hier eher weniger abgeholt.
Forest Light Tour - die wichtigsten Fakten
Zeitraum: ganzjährig
Dauer: offiziell ca. 2 Stunden (bei uns fühlte es sich kürzer an)
Gruppengröße: 1–5 Personen
Preis: ¥8.800 p. P. (allein: ¥13.500)
Zahlung: nur Bargeld
Start: typischerweise 9:00 Uhr (anpassbar)
Reiseroute & Tipps für deine Planung
Unsere Reise durch die Region rund um Kushiro hat vier Tage gedauert – mit Marschland, Kranich-Sichtungen und zum Schluss Lake Akan. Wenn du nur die wichtigsten Spots mitnehmen willst, reichen zwei volle Tage. Wenn du es entspannter magst (und Lake Akan nicht nur „abhaken“), sind drei bis vier Tage realistischer – allein schon, weil Wetter und Distanzen hier schnell den Takt vorgeben.
Für die Route hast du im Grunde zwei gute Optionen: Entweder du teilst dir die Nächte auf (z. B. erst Shibecha/Kushiro für Marschen und Kraniche, danach 1–2 Nächte direkt am Lake Akan für See, Onsen-Ort und Abendprogramm). Das spart Fahrzeit und fühlt sich vor allem dann sinnvoll an, wenn du anschließend weiter ins Landesinnere von Hokkaido willst. Oder du machst es so wie wir: eine ruhige Basis bei Shibecha, dafür längere Fahrten – hat für uns funktioniert, weil wir keine Lust hatten, ständig umzupacken. Shibecha ist außerdem eine starke Alternative, wenn du morgens schnell in die Landschaft willst und trotzdem die Möglichkeit haben möchtest in einem Restaurant zu essen (auch wenn die Auswahl überschaubar groß ist).
Hinweis für Selbstfahrer
Wenn du abends zwischen Shibecha, Kushiro und Lake Akan unterwegs bist: Die Strecken sind größtenteils unbeleuchtet und Wildtiere können auf die Straße laufen. Fahr defensiv und plane lieber etwas Puffer ein.
Mietwagen oder öffentliche Verkehrsmittel?
Mit einem Mietwagen* bist du in Ost-Hokkaido klar am flexibelsten – viele Natur-Spots liegen nicht „mal eben“ an einer Bahnlinie. Du kannst deinen Tag selbst bestimmen, ob du morgens früh los oder abends noch entspannt zu Highlights wie Kamuy Lumina oder zum nächsten Restaurant fährst. Ohne Auto geht es auch, aber du bist stärker an Fahrpläne gebunden und brauchst für einige Orte mehr Planung (Bus, Taxi oder Tour). Wenn du gern unabhängig stoppst, Umwege einbaust und nicht auf Timings achten willst, macht der Mietwagen hier den größten Unterschied.
Geführte Touren in Ost-Hokkaido
Viele Anbieter setzen auf klassische Gruppenreisen - mit Bussen, die 30 bis 50 Personen fassen. Die Touren sind meist durchgetaktet und alles andere als flexibel.
Sparen & praktische Tipps
Beste Reisezeit: Wann sich eine Reise nach Kushiro und Lake Akan lohnt
Frühling und Sommer: Aktiv unterwegs zwischen Marschland und Vulkansee
Zwischen Mai und September zeigt sich die Region rund um Kushiro von ihrer grünsten Seite. Die Marschlandschaft wirkt lebendig, überall wächst und zwitschert es – ideal für entspannte Wanderungen oder Kanutouren. Auch am Lake Akan lohnt sich der Sommer: Längere Tage, stabile Temperaturen und Angebote wie Kamuy Lumina oder Bootstouren machen diese Zeit besonders angenehm, wenn du draußen aktiv sein willst.
Herbst: Farbwechsel, Nebel und Feststimmung am See
Mitte Oktober beginnt eine unserer liebsten Reisezeiten: Die Wälder leuchten in Rot- und Goldtönen, über den Feldern liegt morgens oft Nebel, der sich langsam lichtet. Die Stimmung ist ruhig und fast mystisch – perfekt zum Fotografieren, Erkunden und einfach unterwegs sein. Gleichzeitig läuft am Lake Akan das Marimo-Festival – traditionell und doch offen genug, dass du schnell Teil davon wirst.
Achtung Wildwechsel beim Autofahren
Gerade im Herbst und Winter kann das Fahren auf den ländlichen Straßen rund um Kushiro zur Herausforderung werden, nicht wegen des Straßenzustands (der ist top), sondern wegen der Wildwechsel. Auf der Strecke vom Lake Akan nach Shibecha hatten wir bei ca. 90 Minuten Fahrt mindestens 20 Rehe und 5 Füchse direkt auf oder neben der Straße. Fahr bei Dunkelheit oder schlechten Bedingungen am Besten vorsichtig und etwas langsamer.
Winter: Klare Luft, heiße Quellen und verschneite Landschaft
Wenn du Stille und Winterlandschaften magst, bist du zwischen Dezember und März genau richtig. Die Region ist dann tief verschneit mit gefrorenen Seen, dampfenden Onsen und einem kleinen Skigebiet direkt am Lake Akan. Auch ohne große Touristenströme kannst du draußen unterwegs sein, etwa mit dem Schneemobil oder bei klarer Luft einfach ein richtiges Winter-Wunderland erleben.
Übernachten rund um Kushiro & Shibecha: Stadt oder Natur?
Kushiro* ist nicht spektakulär, aber als Übernachtungsort durchaus praktisch: Du findest hier alles, was du brauchst – von günstigen Hotels bis zu soliden Mittelklasseoptionen (ab ca. 10.000 Yen (60 € pro Nacht für zwei Personen) und erreichst die umliegenden Highlights in relativ kurzer Zeit. Wenn du abends gern noch eine Bar oder ein Restaurant um die Ecke hast, ist Kushiro eine gute Wahl. Noch ruhiger und naturnäher übernachtest du rund um Shibecha* – besser als Kushiro, wenn du früh zu den Kranichen oder ins Marschland starten willst.
Unsere Unterkunft: FLEXWORK tawa bei Shibecha
Wenn du Ruhe suchst und gerne naturnah übernachtest, dann ist FLEXWORK tawa* bei Shibecha eine richtig gute Wahl. Die kleinen, modern ausgebauten Containerhäuser liegen am Ende eines Feldwegs, rund 10 Autominuten von Shibecha entfernt – mitten im Grünen, ohne Straßenlärm. Dafür mit Weitblick, Vogelgezwitscher und (mit etwas Glück) Kranichen direkt vor der Tür.

Wir haben uns für die Superior Villa entschieden.
Die Ausstattung lässt sich sehen: voll ausgestattete Küche, eigenes Bad, Waschmaschine, WLAN, bequeme (Stock-)Betten und teilweise sogar eine kleine Terrasse mit Blick aufs Feld. Alles ist neu, sehr sauber und durchdacht. Dank Self-Check-in ist auch dieser teil unkompliziert.
Wir haben die Unterkunft vor allem wegen ihrer Lage geschätzt – ideal zwischen Kushiro, dem Marschland und dem Lake Akan. Morgens lag oft noch Nebel über den Feldern, und sobald die Sonne durchkam, hat sich alles direkt nach raus und die Natur erkunden angefühlt. Einmal hat uns sogar ein Fuchs besucht und ist direkt an den Häusern rumgeschlichen – so nah bist du hier einfach an der Natur, ohne dass du dafür irgendwohin fahren musst.

Unser Fazit zu Kushiro, Akan & Ainu
Die Region hat für uns genau deshalb funktioniert, weil hier nicht alles wie ein klassischer Japan-Spot wirkt. Wir sind wegen der Mandschurenkraniche hergekommen und haben genau das bekommen: Sichtungen in freier Wildbahn, ohne großes Drumherum. Und dann kam der Part, mit dem wir so nicht gerechnet hatten: Die Ainu-Erlebnisse am Lake Akan. Vor allem Kamuy Lumina konnte uns richtig begeistern – das war kein „nice to have“, das war für uns eines der Highlights der Reise.
Wir haben schon TeamLab Planets in Tokio gefeiert, aber der nächtliche Spaziergang durch den Wald am Lake Akan war auf seine ganz eigene Weise besonders. Visuell stark, atmosphärisch dicht und obwohl wir kein Wort verstanden haben, hat uns diese Geschichte mitten im Wald abgeholt.
Was uns überrascht hat: Es war im Oktober deutlich weniger touristisch, als wir erwartet hätten (kann gut an der Jahreszeit liegen). Wenn wir nochmal hinfahren, würden wir die Route wahrscheinlich wieder ähnlich machen. Vielleicht würden wir den Forest Walk eher weglassen und stattdessen lieber die Fähre/Bootstour auf dem Lake Akan mitnehmen.
Empfehlen würden wir die Ecke vor allem, wenn du mit Mietwagen* unterwegs bist und Bock auf beides hast: Tiere (Kraniche!) und ein echter Einblick in die indigene Kultur im japanischen Norden. Für uns war der „hat sich gelohnt“-Beweis ziemlich eindeutig: Wir sind wegen der Kraniche gekommen und sind am Ende mit dem Gefühl gefahren, dass gerade die Ainu-Shows und Kamuy Lumina der Reise nochmal eine ganz andere Ebene gegeben haben.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zu den Ainu, Mandschurenkranichen und Lake Aken
Wo leben Mandschurenkraniche?
Mandschurenkraniche, in Japan auch Tancho genannt, leben fast ausschließlich im Osten von Hokkaido. Besonders gute Chancen auf Sichtungen hast du rund um Kushiro, Tsurui und Akan, vor allem im Winter an speziellen Futterstellen.
Wie alt kann ein Mandschurenkranich werden?
In freier Wildbahn können Tancho-Kraniche etwa 30 Jahre alt werden. In Schutzstationen oder unter menschlicher Obhut sogar noch deutlich älter. Teilweise bis zu 70 Jahre alt.
Was bedeutet der Kranich in Japan?
Der Kranich gilt in Japan als Symbol für Glück, langes Leben und Frieden. Er taucht oft in Kunst, Origami oder bei festlichen Anlässen auf – etwa auf Hochzeiten oder als Neujahrsmotiv.
Wofür ist der Lake Akan bekannt?
Lake Akan ist berühmt für seine seltenen Marimo-Algenbälle, die es weltweit nur an wenigen Orten gibt. Außerdem erwartet dich hier eine besondere Mischung aus Natur, Vulkanlandschaft, Ainu-Kultur und Onsen-Erlebnis.
Wie viele Tage sollte man für den Lake Akan einplanen?
Mindestens zwei Tage lohnen sich, so kannst du Shows wie Lost Kamuy oder Night Walk Kamuy Lumina sehen oder ein Museum besuchen und die Natur rund um den See genießen. Solltest du zum Zeitpunkt des Marimo-Festivals Vorort sein, solltest du dir auch dieses nicht entgehen lassen.
Wo kann ich in Japan Marimo sehen?
Am besten am Lake Akan! Dort wachsen Marimo-Algenbälle auf natürliche Weise nur hier in dieser Form. Du kannst sie im Marimo-Ausstellungszentrum sehen oder beim Marimo-Matsuri live erleben.
Wer sind die Ainu?
Die Ainu sind die indigenen Ureinwohner Hokkaidos. Ihre Kultur ist animistisch geprägt, mit eigenen Mythen, Tänzen, Sprache und Ritualen – viele davon kannst du rund um den Lake Akan erleben.
Wo leben die Ainu heute?
Die meisten Ainu leben auf Hokkaido, vor allem in Ost- und Zentralregionen wie um Kushiro, Akan oder Sapporo. In Orten wie dem Ainu-Kotan am Lake Akan kannst du ihre Kultur aus nächster Nähe kennenlernen.



