Noboribetsu: Das Höllental Hokkaidos entdecken

// Zuletzt aktualisiert Januar 21, 2026

Noboribetsu klingt nach großem Kino: Höllental, dampfende Kraterlandschaft, Onsen. Vor Ort ist es dann vor allem eins: Du steigst aus und sofort liegt Schwefel in der Luft. Irgendwo steigt Dampf zwischen den Bäumen auf, und plötzlich wirkt Hokkaido ein bisschen wilder und vor allem anders als noch vor ein paar Minuten.

Und trotzdem bleibt diese eine Frage die ganze Zeit im Hinterkopf: Ist das hier ein Ort, für den du extra einen Umweg machst oder einer, der nur dann richtig Sinn ergibt, wenn du ihn clever in deine Route einbaust?

Sehenswürdigkeiten, Aktivitäten & Sonstiges

Die Sehenswürdigkeiten in Noboribetsu sind recht kompakt und lassen sich super an einem entspannten Tag erkunden. Der Fokus liegt klar auf Natur, kurzen Wanderungen und dem Jigokudani Valley – ein großes Spektakel oder eine endlose To-do-Liste solltest du hier entsprechend nicht erwarten.

Noboribetsu Jigokudani Valley

Das Jigokudani Valley, auch bekannt als Höllental, ist die Hauptattraktion in Noboribetsu und der Grund, warum die meisten Reisenden hierherkommen. Ganz ehrlich: Wir hatten uns das Tal etwas größer vorgestellt. Trotzdem hat uns das Valley gut gefallen, denn die Wirkung entsteht weniger durch die Größe als durch die Atmosphäre.

Schon im Ort selbst lässt sich der Schwefelgeruch nicht ausblenden. Dazu kommen im Hell Valley, die starken Kontraste aus gelben Schwefelablagerungen, dampfenden Stellen, strahlend blauem Wasser und der bewaldeten Umgebung. Gerade diese Mischung macht das Valley visuell spannend und sorgt dafür, dass du immer wieder stehen bleibst, schaust und Fotos machst. Gute Fotospots gibt es einige: oben am Rand noch vor dem eigentlichen Eingang, mitten im Valley selbst und später auch von oben auf dem Wanderweg.

Panoramablick auf das Jigokudani Valley in Noboribetsu mit buntem Herbstlaub und vulkanischer Landschaft

Was die Besucherzahlen angeht, ist unser Eindruck etwas anders als viele Berichte im Netz. Ja, direkt am Einstieg ins Valley kann es schnell voll werden und du siehst auch regelmäßig Reisebusse ankommen. Sobald du dich aber ein Stück vom Zentrum entfernt hast, etwa durch den Ort schlenderst oder den Wanderweg Richtung See einschlägst, wird es spürbar ruhiger. Im Herbst war gut etwas los, aber wir hatten zu keinem Zeitpunkt das Gefühl von Gedränge oder „Stau“.

Übersichtskarte der Wanderwege rund um das Jigokudani Valley in Noboribetsu Onsen, Hokkaido, mit markierten Trails und Gehzeiten

Jigokudani & Oyunuma Nature Trail

Wenn du mehr als nur einen kurzen Blick ins Valley werfen willst, lohnt sich der Nature Trail Richtung Oyunuma. Wir sind die Route gegen den Uhrzeigersinn gelaufen: Du startest wie alle anderen Richtung Valley, läufst dann aber nachdem du in der Mitte warst rechts herum weiter – so landest du automatisch auf dem Trail.

olzstege durch das Jigokudani Valley in Noboribetsu im Herbst, umgeben von dampfenden Schwefelquellen

Der Weg ist eher ein Spaziergang bis leichtes Wandern. Er ist gut ausgebaut, mit normalem Schuhwerk problemlos machbar und insgesamt sehr entspannt. Es geht zwischendurch bergauf und bergab, auf der Rückseite Richtung See auch etwas steiler, aber nichts, was besonders fordernd wäre. Nach Regen kann es stellenweise matschig werden, ansonsten ist der Trail gut begehbar.

Wir waren gemütlich unterwegs, mit vielen Stopps zum Schauen und Fotografieren, und haben für die gesamte Strecke etwa zwei Stunden gebraucht. Im Tal war es morgens zunächst frisch, beim Laufen – vor allem bergauf – wird einem aber schnell warm. Normale Kleidung passend zum Wetter reicht völlig aus, spezielles Equipment braucht es nicht.

Oyunuma, Okunoyu Pond & Oyunuma River Foot Bath

Nach dem Valley ist der Oyunuma Pond für uns der nächste sehenswerte Spot. Wir hatten Glück mit der Sonne, wodurch der See in seinem typischen, intensiven Blauton geleuchtet hat – ein schöner Moment, um kurz innezuhalten und die Natur wirken zu lassen. Auch der Okunoyu Pond liegt auf der Route, ist nett anzuschauen, aber für uns klar nachrangig.

Türkisfarbener Oyunuma-See in Noboribetsu, entstanden aus einem vulkanischen Krater, mit dampfenden Quellen und felsigen Hängen im Hintergrund.

An den einzelnen Stationen haben wir jeweils etwa 20 bis 30 Minuten verbracht. Wenn du wenig Zeit hast, ist das Valley definitiv die Hauptattraktion, danach würden wir den Oyunuma Pond priorisieren. Der Ausblick ist für uns der schönere – auch wenn das Valley insgesamt spektakulärer wirkt.

Das Oyunuma River Foot Bath liegt nicht direkt auf dem Hauptweg, sondern eher auf dem Rückweg von den Seen. Du kannst hier kurz die Füße ins lauwarme Wasser halten, es stehen sogar kleine Matten bereit, damit du nicht direkt auf dem Steg sitzt. Nett, angenehm – aber für uns kein Muss. Wir waren kurz drin und sind dann weiter, zumal wir später ohnehin ein Onsen im Hotel* hatten.

Eintritt, Parken & Organisation

Der Besuch des Jigokudani Valleys und der umliegenden Wege ist kostenlos. Bezahlt wird lediglich fürs Parken: 500 Yen (ca. 3 €) für den ganzen Tag. Es gibt mehrere Parkplätze, unter anderem direkt am Valley und am See. Du zahlst nur einmal, bekommst ein Ticket vom Parkwächter und kannst beide Parkplätze nutzen. Im Herbst waren die Plätze gut gefüllt, aber ausreichend vorhanden.

Wir empfehlen, mit dem Auto zu kommen. Es gibt zwar Busverbindungen, mit dem Auto bist du aber deutlich flexibler und kannst die Spots entspannter kombinieren und selbst entscheiden, ob du läufst oder doch lieber mit dem Auto vom Valley, vorbei am Fußbad zum See fährst oder läufst.

NO GO: Noboribetsu Bear Park & Aquarium

Den Noboribetsu Bear Park und das Aquarium haben wir bewusst ausgelassen, weil wir das Konzept grundsätzlich nicht gutheißen: Tiere werden hier in Gefangenschaft zur Sehenswürdigkeit gemacht, teilweise auf sehr kleinen Flächen. Und das Ganze wird dann noch durch Füttern als „Erlebnis“ verpackt. Das ist nichts, was wir unterstützen möchten.

Bevor wir überhaupt darüber nachgedacht haben hinzufahren, haben wir uns über Berichte und Google-Reviews informiert und waren danach sicher, dass wir dort gar nicht erst landen wollen. Vor allem auch deshalb, weil du auf Hokkaido, je nachdem wo du unterwegs bist, durchaus Chancen hast, Bären in freier Wildbahn zu sehen (natürlich mit Abstand und dem nötigen Respekt). Für uns ist das die deutlich bessere Alternative als ein Park, in dem Tiere zur Attraktion gemacht werden.

Außerhalb von Noboribetsu: Shikotsu-Toya-Nationalpark

Etwas außerhalb der bekannten Hotspots liegt der Kuttara-See im Shikotsu-Toya-Nationalpark. Wir waren selbst nicht dort, möchten ihn aber als Option erwähnen, falls du mehr Zeit hast oder bewusst ruhigere Natur suchst. Der See liegt in einer Vulkan-Caldera, ist bekannt für sein sehr klares Wasser und lässt sich unter anderem beim Kajakfahren oder Wandern erleben. Es gibt zudem Aussichtspunkte, von denen du den See von oben sehen kannst. Für uns steht der Kuttara-See eher auf der Liste für ein mögliches nächstes Mal – als Ergänzung, nicht als „Pflichtprogramm“.

Onsen-Erlebnis in Noboribetsu

Noboribetsu ist vor allem für seine Onsen bekannt und genau darum dreht sich hier vieles. Die heißen Quellen entspringen direkt aus dem Jigokudani Valley und versorgen die zahlreichen Hotels und Badehäuser in der Region. Wenn du wegen der Onsen nach Noboribetsu kommst, machst du grundsätzlich nichts falsch – entscheidend ist eher, wo du übernachtest.

 Dämonen überall im Ort
In Noboribetsu begegnen dir überall kleine Teufel (Oni) - als Statuen, Figuren, Schilder oder Fotospots. Sie gehören fest zur Identität des Ortes und greifen das Thema des "Höllentals“ spielerisch auf. Mal wirken sie niedlich, mal grimmig, oft ein bisschen kitschig.
Dämonenstatue (Oni) in Noboribetsu, Hokkaido, mit herbstlichen Bäumen im Hintergrund – typisches Motiv des Onsen-Ortes

Wo übernachten: In Noboribetsu Onsen oder in Noboribetsu?

Wenn du Noboribetsu planst, stolperst du ziemlich schnell über zwei ähnlich klingende Begriffe: Noboribetsu und Noboribetsu Onsen. Das ist nicht nur Wortklauberei – je nachdem, wo du übernachtest, verändert sich dein Aufenthalt spürbar: Preis, Atmosphäre, Wege und wie „entspannt“ sich der Stopp am Ende anfühlt.

 Noboribetsu Onsen vs. Noboribetsu
- Noboribetsu Onsen: Kurort oberhalb der Stadt - direkt an Jigokudani, viele große Onsen-Hotels, praktisch ohne Auto
- Noboribetsu (Stadt/Umgebung): ruhiger und oft günstiger - ideal, wenn du flexibel bist und lieber entspannt statt „mitten im Touristenzentrum“ schläfst

Übernachten in Noboribetsu Onsen

Noboribetsu Onsen ist der touristische Kurort oberhalb der Stadt – dort, wo die meisten großen Onsen-Hotels, Restaurants und Souvenirshops stehen. Wenn du ohne Auto unterwegs bist, ist das vor allem eins: praktisch. Du bist schnell im Jigokudani Valley, kannst am Abend noch durch die Straße (ja – singular) schlendern und bist nicht auf Fahrpläne angewiesen.

Blick über das Jigokudani Valley in Noboribetsu mit Onsen-Hotels im Hintergrund und herbstlicher Landschaft

Vorteile für dich:

Du bist nah an Jigokudani Valley & den Trails
Du hast eine große Auswahl an Onsen-Hotels (oft direkt im Haus)
Wenn du mit Bus/Zug anreist, ist es die unkomplizierteste Lösung

Nachteile für dich:

Es wirkt sehr touristisch und durch die großen Hotelanlagen schnell „überladen“
Du zahlst oft spürbar mehr als außerhalb
Wenn du eher Ruhe suchst, fühlt sich der Ort selbst nicht unbedingt „gemütlich“ an

Wenn du das klassische Onsen-Ort-Setup willst und dir Komfort wichtiger ist als Charme, kann Noboribetsu Onsen genau richtig für dich sein.

Übernachten in Noboribetsu (Stadt) oder in der Umgebung

Außerhalb des eigentlichen Onsen-Ortes – etwa in Noboribetsu selbst, Richtung Küste oder in Orten wie Shiraoi – gibt es etliche Onsen-Hotels und Ryokans. Sie sind oft deutlich günstiger, ruhiger gelegen und bieten mehr Platz. Wenn du ein Auto hast oder flexibel unterwegs bist, lohnt sich dieser Blick besonders: Du bekommst mehr Ruhe, oft schönere Umgebung und bist trotzdem schnell oben im Onsen-Ort.

Wir haben uns genau deshalb gegen eine Übernachtung in Noboribetsu Onsen entschieden und stattdessen im Kojohama Onsen Hotel* am Meer übernachtet. Für uns war das die entspanntere Wahl: ruhiger, günstiger, mit gutem Onsen und du bist mit dem Auto trotzdem in etwa 15 Minuten bei den Hotspots. Bonuspunkt für dich, falls relevant: Das Hotel war für uns auch wegen der Tattoo-Freundlichkeit ein echtes Argument.

Vorteile für dich:

Du findest meist bessere Preise als im Onsen-Ort
Es ist ruhiger, weniger touristisch und oft „entschleunigter“
Mit guter Lage bekommst du mehr aus dem Aufenthalt raus (z. B. Meerblick)

Nachteile für dich:

Ohne Auto wird es schnell umständlicher
Du bist nicht direkt fußläufig bei Jigokudani und den Restaurants im Onsen-Ort
Banner zur Unterkunft buchen Liegen in einem Garten sowie Text und einem Button
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 Wenn du mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist und es möglichst unkompliziert möchtest, ist eine Übernachtung direkt in Noboribetsu Onsen sinnvoll. Bist du mit dem Auto unterwegs, lohnt es sich sehr, auch Unterkünfte außerhalb des Ortes in Betracht zu ziehen - dort bekommst du mehr für dein Geld.

Onsen-Knigge

Wenn du noch nie in einem japanischen Onsen warst, wirkt das Thema auf den ersten Blick oft komplizierter, als es ist. In der Realität ist vieles ziemlich unkompliziert – vor allem, weil du vor Ort alles gestellt bekommst.

Eingang zum Onsen-Bereich für Frauen in einem japanischen Onsen-Hotel in Noboribetsu, mit roten Vorhängen (Noren), Holzdetails und ruhiger Spa-Atmosphäre.

Was eher „anders“ ist als bei uns, ist weniger die Nacktheit, sondern der Ablauf: Die Körperpflege vor dem Baden ist im Onsen kein kurzes Abduschen, sondern ein eigener, ruhiger Schritt – meist im Sitzen und mit allem, was du brauchst vor Ort. Erst danach geht es ins heiße Wasser oder die Sauna. Wenn du diese Basics einmal kennst, fühlst du dich sofort sicher – der Rest unterscheidet sich im Grunde gar nicht so stark. Das Einzige, was dich am Anfang vielleicht kurz irritiert: das kleine Handtuch, das im Onsen irgendwie dein ständiger Begleiter ist.

Damit du vor Ort nicht nachdenken musst, haben wir dir die wichtigsten Punkte hier kurz zusammengefasst:

Das Wichtigste auf einen Blick

Das brauchst du (meistens nicht selbst mitbringen):
- Handtücher werden in der Regel gestellt (großes & kleines)
- Pflegeprodukte wie Shampoo, Duschgel & Seife sind vorhanden
- Oft bekommst du zusätzlich einen Yukata (leichter Baumwollkimono) für den Aufenthalt im Hotel

So läuft ein Onsen-Besuch ab:
- Gebadet wird nackt
- Die Onsen sind nach Geschlechtern getrennt
- Gemeinsam baden ist nur in privaten Onsen möglich, die du exklusiv mietest (z. B. als Paar oder Familie)

Verhalten & Etikette:
- Vor dem Baden gründlich waschen (Duschen gehört dazu)
- Das kleine Handtuch kommt immer mit aber niemals ins Wasser
- Ruhig verhalten, kein Springen oder Schwimmen
- Tattoos sind oft nicht erlaubt - informier dich vorher direkt beim Hotel oder dem Onsen

Mehr brauchst du für den Anfang wirklich nicht zu wissen. Wenn du diese Punkte beachtest, kannst du das Onsen-Erlebnis entspannt genießen – genau dafür ist Noboribetsu schließlich bekannt.

Wie lange solltest du in Noboribetsu bleiben?

Für uns hat ein Tag in Noboribetsu gereicht und genau so empfehlen wir es auch dir. Das Jigokudani Valley, die Wege Richtung Oyunuma und die umliegenden Spots lassen sich entspannt an einem Tag erkunden. Wir hatten nie das Gefühl, etwas übersehen zu haben oder mehr Zeit zu brauchen, um „rein­zu­kommen“.

Der Punkt, an dem sich die Entscheidung ändert, ist aus unserer Sicht nicht das Sightseeing, sondern das Onsen-Erlebnis. Wir empfehlen dir eine Übernachtung nur dann, wenn du bewusst Zeit fürs Onsen einplanen willst – also abends ankommen, runterfahren, ins heiße Wasser gehen und am nächsten Morgen vielleicht noch einmal. Genau dafür lohnt es sich, zu bleiben.

Mehr als eine Nacht würden wir persönlich nicht noch einmal einplanen. Noboribetsu ist für uns kein Ort, der dich mehrere Tage beschäftigt, sondern ein sehr stimmiger Zwischenstopp, der dann am besten funktioniert, wenn du ihn nicht künstlich in die Länge ziehst.

 Alternativ reicht auch ein Tagesausflug nach Noboribetsu für die wichtigsten Spots. Wenn du ohne Auto unterwegs bist: Es gibt auch geführte Tagestouren ab Sapporo, die dich nach Noboribetsu bringen und am selben Tag wieder zurück.
Aufsteigender Dampf aus einer Schwefelquelle im Jigokudani Valley in Noboribetsu, umgeben von herbstlich gefärbten Wäldern in Hokkaido.

Restaurants & Kulinarik

Kulinarisch solltest du in Noboribetsu Onsen keine große Food-Szene erwarten. Der Ort ist klein, stark auf Tagesgäste ausgelegt und von Onsen-Hotels mit eigenem Restaurant geprägt – entsprechend überschaubar ist die Auswahl. Trotzdem findest du ein paar Adressen, vor allem wenn du weißt, wonach du suchst und deine Erwartungen realistisch hältst.

Typisch für die Region sind Ramen (gerade Miso-Ramen, wie du sie aus Hokkaido kennst), Meeresfrüchte sowie Onsen-Eier, die in heißem Quellwasser gegart werden. Ein paar Restaurants sind klein, familiär geführt und wirken auf den ersten Blick unscheinbar – genau dort haben wir die besseren Erfahrungen gemacht.

adex BAKERY & CAFE
Wenn du morgens entspannt mit einem guten Frühstück und Kaffee in den Tag starten willst, wirkt das Café auf den ersten Blick wie die perfekte Adresse. Genau das hatten wir auch vor unsere Erwartungen wurden aber nicht erfüllt. Der Kaffee war für uns eher durchschnittlich, das Essen okay, aber die Portionen ziemlich klein für den Preis. Wenn du wenig Zeit hast (oder dir Preis-Leistung wichtig ist), kannst du das deshalb auch gut auslassen und stattdessen im Hotel frühstücken.

味自慢 (Ajiman)
Ein kleines Ramen-Restaurant, geführt von einem Ehepaar, das genau weiß, was es tut. Wir waren mittags dort, mussten nicht warten und haben sehr leckere Ramen bekommen. Wenn du Miso-Ramen magst, bist du hier richtig. Preislich absolut fair für einen touristischen Ort und für uns eine klare Empfehlung.

 Tipp: Probier hier unbedingt die Spicy Miso Ramen. Gerade in Hokkaido ist Miso-Ramen eine sichere Bank und die scharfe Variante hier war für uns besonders gut: würzig, sättigend und genau richtig nach einem Tag draußen.

Oshokuji Sakura
Unser persönliches Highlight, auch wenn es nicht direkt im Onsen-Ort liegt. Das Lokal ist klein, unscheinbar und liegt etwas versteckt – genau deshalb verirren sich kaum Touristen hierher. Die Atmosphäre ist herzlich, heimelig und alles andere als geschniegelt – so ein bisschen wie bei Mutti zu Hause, nur eben in Japan. Wir haben hier zwei Abende gegessen, unter anderem Tonkatsu und Sizzling Pork, jeweils als Menü mit Beilagen – alles extrem lecker. Wenn du in der Nähe übernachtest, solltest du dir diesen Laden nicht entgehen lassen.

Warum wir den Laden so mögen: An einem der Abende kam ein lokaler Fischer vorbei, der sich Essen abgeholt hat. Während er wartete, holte er ein paar frisch gefangene kleine Fische aus seinem Auto. Die Besitzerin hat sie kurzerhand zubereitet und am Ende bekam jeder im kleinen Lokal einen zum Probieren. Uns eingeschlossen. Genau solche ungeplanten Momente machen diesen Ort und Reisen für uns immer wieder zu etwas besonderen.

Hinweis: Bargeld einpacken

Ganz wichtig für deine Planung: Viele Restaurants in Noboribetsu nehmen ausschließlich Bargeld. Gerade kleinere, familiäre Lokale akzeptieren keine Kreditkarten. Sorge also lieber vorab dafür, dass du genügend Yen dabei hast – das erspart dir unnötiges Suchen oder Kompromisse beim Essen.

 Im Ort gibt es auch einen 7-Eleven, falls du kurzfristig Bargeld abheben musst.

Beste Reisezeit für Noboribetsu

Grundsätzlich kannst du Noboribetsu das ganze Jahr über besuchen – die Frage ist weniger ob, sondern wann es für dich am besten passt. Der Ort lebt von Natur, kurzen Wanderungen und Onsen, und genau das verändert sich je nach Jahreszeit spürbar.

Frühling (April-Mai)

Im Frühling wird es in Noboribetsu langsam milder: Der Schnee zieht sich zurück, die Natur wacht auf und die Landschaft wirkt frisch, aber es ist kein klassisches Kirschblütenziel. Wenn du ohnehin im Frühling durch Hokkaido reist und einen ruhigen, unkomplizierten Stopp suchst, passt diese Jahreszeit gut: milde Temperaturen, weniger Trubel und ideal als Zwischenstopp – erwarte nur eher ein entspanntes Zwischenkapitel als ein großes Saison-Highlight.

Sommer (Juni-August)

Im Sommer ist es in Noboribetsu angenehm kühl im Vergleich zum Rest Japans und eignet sich richtig gut für Spaziergänge und Trails rund ums Jigokudani Valley. Gleichzeitig ist das die belebteste Zeit, vor allem in den Ferienmonaten – du solltest also damit rechnen, dass mehr los ist. Und: Onsen fühlen sich bei warmem Wetter für manche weniger reizvoll an – am Ende Geschmackssache. Wenn du gerne wanderst und viel draußen bist, die Hitze wie auf Honshu vermeiden willst und kein Problem mit mehr Besuchern hast, passt der Sommer hier gut zu dir.

Herbst (September-Oktober)

Der Herbst ist aus unserer Sicht die schönste Reisezeit für Noboribetsu. Das Herbstlaub bringt Farbe in die ohnehin schon kontrastreiche Landschaft rund um das Jigokudani Valley, die Luft ist klar und frisch, und nach einem Tag draußen fühlt sich ein Onsen besonders gut an. Die Temperaturen sind angenehm für Spaziergänge und kleine Wanderungen, ohne dass es anstrengend wird. Auch wenn in dieser Zeit mehr Besucher unterwegs sind, wirkt es selten wirklich voll oder hektisch. Gerade die Kombination aus bunten Wäldern, kühler Luft und heißem Wasser macht Noboribetsu im Herbst besonders stimmig.

Blick auf den türkisfarbenen Oyunuma-See bei Noboribetsu, umgeben von herbstlich gefärbten Hügeln und dampfenden Fumarolen unter blauem Himmel.

Winter (November-März)

Im Winter zeigt sich Noboribetsu von einer ganz anderen Seite: Schnee, Dampf, eisige Luft und heißes Wasser. Die Wege können rutschig sein und nicht alle Trails sind immer problemlos begehbar – dafür ist die Atmosphäre besonders. Onsen bei Kälte, vielleicht sogar mit Schnee, sind ein echtes Erlebnis. Die Zeit passt besonders gut, wenn du Winterstimmung magst, weniger Wert auf Wandern legst und Onsen bewusst genießen willst.

 Kurz gesagt
Beste Zeit insgesamt: Herbst
Für Onsen-Fans: Herbst & Winter
Für Outdoor & Wandern: Sommer & früher Herbst
Für ruhiges Reisen: Frühling

Wenn du Noboribetsu in eine Hokkaido-Rundreise einbaust, lohnt es sich, die Reisezeit eher nach dem Gesamtplan auszurichten - der Ort funktioniert in jeder Saison, nur mit unterschiedlichem Fokus.

Anreise nach Noboribetsu

Noboribetsu liegt im Süden von Hokkaido und lässt sich gut in eine Rundreise integrieren. Ob du mit Zug, Bus oder Mietwagen* unterwegs bist – die Anreise ist unkompliziert, vor allem wenn du von Sapporo aus startest.

Anreise ab Sapporo

Von Sapporo erreichst du Noboribetsu am einfachsten mit dem Zug. Mit einem Limited Express (z.B. Richtung Hakodate) fährst du bis Noboribetsu Station. Die Fahrt dauert je nach Verbindung etwa 1 bis 1,5 Stunden. Vom Bahnhof Noboribetsu geht es dann weiter mit dem Linienbus nach Noboribetsu Onsen. Die Busfahrt dauert rund 15 Minuten und bringt dich direkt in den Onsen-Ort und zum Jigokudani Valley.

 Der Bus von Noboribetsu Station nach Noboribetsu Onsen fährt regelmäßig, dauert ca. 15 Minuten und kostet ungefähr 350 Yen (Stand unserer Recherche).

Wenn du lieber flexibel bist, solltest du einen Mietwagen* nehmen. Die Strecke ist gut ausgebaut und lässt sich entspannt fahren – vor allem, wenn Noboribetsu nur ein Stopp auf deiner Route ist.

 Wenn du am New Chitose Airport landest, kannst du Noboribetsu natürlich auch direkt von dort ansteuern - entweder mit dem Zug Richtung Noboribetsu oder bequem per Mietwagen.

Anreise ab Hakodate

Auch von Hakodate erreichst du Noboribetsu problemlos mit dem Zug. Die Fahrt dauert etwa 2,5 Stunden. Wenn du von Süden kommst und Richtung Sapporo weiterreist, passt Noboribetsu gut als Zwischenstopp.

Zug, Bus oder Mietwagen? Unsere klare Empfehlung

Ob du mit Zug, Bus oder Mietwagen* unterwegs bist, hängt am Ende von deinen persönlichen Präferenzen ab. Unsere klare Empfehlung ist trotzdem: Wenn es irgendwie geht, bereise Hokkaido, und damit auch Noboribetsu, mit dem Auto.

Reisende mit Mietwagen am Hafen auf Hokkaido – Blick auf Boote, Küste und bewaldete Hügel.

Gerade in Hokkaido bist du mit dem Auto einfach am flexibelsten. Du kommst überall hin, bist nicht an Fahrpläne gebunden und kannst auch Unterkünfte außerhalb der touristischen Zentren problemlos erreichen. Das macht nicht nur die Anreise entspannter, sondern eröffnet dir auch deutlich mehr Möglichkeiten bei der Routenplanung.

Noboribetsu ist ein gutes Beispiel dafür: Viele der spannenderen Unterkünfte liegen etwas außerhalb, und genau dort kommst du ohne Auto nur schwer oder gar nicht hin. Wenn du Hokkaido wirklich erleben möchtest, und nicht nur die Orte, die direkt an Bahnlinien liegen, führt aus unserer Sicht kaum ein Weg am Mietwagen* vorbei.

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Geführte Tagestouren ab Sapporo

Wenn du weder Lust auf Zugfahrpläne noch auf einen eigenen Mietwagen hast, sind geführte Tagestouren ab Sapporo eine bequeme Alternative. Du wirst morgens abgeholt, fährst nach Noboribetsu und kommst am selben Tag wieder zurück – ohne dich um Tickets, Umstiege oder Parkplatzsuche kümmern zu müssen. In der Regel steht dabei das Jigokudani Valley im Fokus, oft ergänzt durch kurze Stopps in der Umgebung. Für einen ersten Eindruck ist das eine unkomplizierte Lösung – gerade, wenn du nur wenig Zeit in Hokkaido hast.

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Fazit: Lohnt sich Noboribetsu?

Noboribetsu ist für uns kein Ort, den du um jeden Preis in deine Japanreise pressen musst. Es ist eher ein solider, entspannter Stopp, der dann gut funktioniert, wenn er ohnehin auf deiner Route durch Hokkaido liegt. Das Jigokudani Valley und die kurzen Wanderwege bieten spannende Natur, ohne dass du dafür viel Zeit investieren musst – und genau darin liegt die Stärke des Ortes.

Wenn du Natur magst, Kontraste spannend findest und dir zwischendurch bewusst Zeit zum Durchatmen nehmen willst, passt Noboribetsu gut in eine Hokkaido-Rundreise. Besonders dann, wenn du den Besuch mit einem Onsen kombinierst und den Fokus nicht auf Sightseeing, sondern auf Entspannung legst. Für einen Tagesausflug reicht dir Noboribetsu völlig aus. Eine Übernachtung nur dann, wenn du dir bewusst Zeit fürs Onsen nehmen und den Tag entspannt ausklingen lassen willst.

Suchst du dagegen spektakuläre Highlights, große Städte oder ein volles Programm für mehrere Tage, wirst du hier eher nicht fündig. Noboribetsu ist kein Ort, der dich dauerhaft beschäftigt, sondern einer, der dir einen ruhigen, geerdeten Zwischenstopp bietet. Genau dafür würden wir ihn wieder einplanen.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Noboribetsu und Noboribetsu-Onsen

Wie viele Nächte sollte man in Noboribetsu bleiben?

Für die meisten reicht ein Tagesausflug vollkommen aus. Wenn du dir bewusst Zeit für Onsen nehmen möchtest und den Tag entspannt ausklingen lassen willst, ist eine Übernachtung eine gute Ergänzung. Länger als eine Nacht lohnt sich aus unserer Sicht nur dann, wenn du wirklich ein oder zwei Tage komplett entspannen möchtest – nicht wegen zusätzlicher Sehenswürdigkeiten.

Wofür ist Noboribetsu bekannt?

Noboribetsu ist vor allem bekannt für das Jigokudani (Höllental) mit seinen dampfenden Schwefelquellen sowie für seine Onsen. Die Kombination aus vulkanischer Landschaft, kurzen Wanderwegen und heißen Quellen macht den Ort zu einem beliebten Stopp auf einer Hokkaido-Rundreise.

Kann man Noboribetsu im Winter besuchen?

Ja, Noboribetsu lässt sich auch im Winter gut besuchen. Das Jigokudani Valley wirkt mit Schnee und Dampf besonders stimmungsvoll, und Onsen sind bei kalten Temperaturen ein echtes Highlight. Du solltest nur einplanen, dass Wege rutschig sein können und Wandern nicht immer im Vordergrund steht – dafür liegt der Fokus klar auf Entspannung.

Was kostet der Eintritt ins Jigokudani-Tal?

Der Besuch des Jigokudani ist kostenlos. Kosten fallen lediglich fürs Parken an: 500 Yen pro Tag, unabhängig davon, welchen der offiziellen Parkplätze du nutzt.

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